Bleeding Edge im Test: Wie gut schlägt sich der Arena-Battler der Hellblade-Macher?
Test
Hellblade-Entwickler Ninja Theory hat statt eines atmosphärischen Singleplayer-Titels nun einen bunten aufregenden Arena-Battler herausgebracht. In unserem Test verraten wir euch, was das Third-Person-MOBA zu bieten hat und ob es mit anderen Vertretern des Genres mithalten kann.
Das Spielprinzip von Bleeding Edge ist nicht neu. Ihr wählt einen Helden und kämpft an der Seite anderer Spieler in einer Arena um den Sieg. Gerade diese Art der 3rd-Person-MOBAs, oftmals auch Helden-Shooter genannt, hatte in der jüngeren Vergangenheit jedoch keinen Erfolg. Battleborn, Gigantic oder Paragon blieben hinter ihren Erwartungen zurück, einzig Blizzards First-Person-MOBA-Shooter Overwatch konnte große Erfolge feiern.
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Helden und Fähigkeiten
In Bleeding Edge habt ihr die Möglichkeit, zwischen elf Helden aus drei verschiedenen Kategorien auszuwählen. Es gibt Angreifer, Tanks und Unterstützer. Ein Team besteht aus vier Spielern, die jeweils einen Helden verkörpern. Aktuell gibt es 5 Angreifer und jeweils 3 Tanks und Unterstützer, jeder Charakter besitzt eigene Fähigkeiten. Diese setzen sich aus Basisfähigkeiten, Spezialfähigkeiten und Superfähigkeiten zusammen. Unter den Basisfähigkeiten befindet sich der normale Angriff, ausweichen, parieren und bestimmte zusätzliche Bewegungen, unterschieden wird ebenfalls zwischen Nah- und Fernkämpfern. Zusätzlich hat jeder Charakter drei Spezialfähigkeiten, diese ähneln den Fähigkeiten aus klassischen MOBAs oder Overwatch. Sie dienen zur Fortbewegung, zur Unterstützung oder zum Kampf und sind für jeden Charakter
Quelle: PC Games
Jeder Held hat zwei verschiedene Superfähigkeiten, aus denen der Spieler am Anfang einer Partie eine auswählen kann.
unterschiedlich. Gizmo beispielsweise kann kleine Geschütztürme aufstellen, eine Granate werfen, die Feinde in ihrer Bewegung beeinträchtigt, und eine Plattform platzieren, die wie eine Art Sprungbrett funktioniert. Während der Spieler alle bisher genannten Fähigkeiten direkt zu Beginn einer Partie nutzen kann, lädt sich die Superfähigkeit erst im Laufe der Zeit auf. Wie bei Overwatch lädt sie sich schneller auf, je besser man spielt. Hier kann der Spieler aber zu Beginn einer Partie eine von zwei Varianten wählen, die in ihrem Effekt komplett unterschiedlich ausfallen können. Die Charaktere besitzen alle eigene Skin-Variationen, verschiedene Emotes, Boards, Mods und Hintergrundgeschichten. Die Boards, die an Hoverboards erinnern, dienen dazu, dass ihr euch schneller über die jeweilige Map bewegen könnt. Alle freischaltbaren Items sind bis auf die Mods kosmetischer Natur und können mit einer Ingame-Währung oder einem Stufenaufstieg freigeschaltet werden. Die Mods sind kleine Mikrochips, mit denen ihr die Werte eures Helden anpassen könnt und so auf euren bevorzugten Spielstil abstimmt. Möchtet ihr mehr Schaden mit euren normalen Angriffen machen oder weniger Abklingzeit auf eine Fähigkeit haben, könnt ihr dementsprechende Mikrochips verwenden. Ihr könnt mehrere Sets anlegen, welche aus drei Mikrochips bestehen, und diese dann innerhalb eines Matches situationsabhängig wechseln. Durch die unterschiedlichen Fähigkeiten und Rollen spielen sich die Charaktere sehr abwechslungsreich, jedem Charakter ist zudem eine Schwierigkeit zugeordnet, um neuen wie auch erfahrenen Spielern die passende Herausforderung zu bieten.
Quelle: PC Games
Der Spieler kann zwischen 11 Charakteren auswählen. Davon sind 5 Angreifer und jeweils 3 Tanks und Unterstützer.
Gameplay und Spielmodi
Was die Charaktere angeht, erinnert Bleeding Edge (jetzt kaufen 18,47 € ) sehr stark an Overwatch. Allerdings wird Bleeding Edge in der Verfolgerperspektive gespielt und ist somit kein Ego-Shooter. Beim Start des Spiels bekommt man eine detaillierte Einführung in die Grundmechaniken des Spiels, sonderlich abwechslungsreich ist das Gameplay allerdings nicht gestaltet.. Nach dem Tutorial hat man nur die Möglichkeit ein Online-Match zu starten, aktuell sind hier nur zwei verschiedene Spielmodi verfügbar. Der Erste ähnelt dem Herrschafts-Modus aus diversen Ego-Shootern. In diesem müsst ihr Zonen einnehmen, indem ihr euch auf sie stellt, je länger man eine der Zonen hält, desto mehr Punkte generiert man für sein Team. Punkte werden ebenfalls vergeben, wenn man man einen gegnerischen Helden ausschaltet. Erreicht ein Team das Punktelimit, gewinnt es.
Im zweiten Spielmodus müssen die beiden Teams Kanister zerstören, um an Energiezellen zu gelangen. Nimmt ein Spieler eine Energiezelle auf, muss er diese in der darauffolgenden Phase an einer von drei Zonen abgeben. Jede abgegebene Energiezelle gibt einen Punkt. Wie auch beim ersten Spielmodus winkt ebenfalls einen Punkt, wenn man andere Spieler ausschaltet. Auch hier gilt: Erreicht ein Team das Punktelimit, geht es siegreich aus dem Gefecht hervor. Der Erfolg beider Teams hängt natürlich auch vom Skill der einzelnen Spieler ab. Weiß ein Spieler die Fähigkeiten seines Helden richtig einzusetzen, kann das einen großen Einfluss auf den Ausgang der Partie haben. Viel wichtiger ist allerdings das Teamplay: Je mehr und besser die Spieler zusammen agieren, desto höher ist die Chance, dass sie die Partie für sich entscheiden. Denn ein einzelner Spieler ist deutlich im Nachteil, wenn er gegen zwei oder noch mehr Gegner kämpft. Jeder Spieler muss wissen, was die Rolle innerhalb seines Teams ist und welche Rolle die Helden des gegnerischen Teams erfüllen. Nur so kann ein Aufeinandertreffen von allen acht Spielern zugunsten des eigenen Teams entschieden werden.
Quelle: PC Games
Für jeden Held kann man sogenannte Mods freispielen und freischalten. Diese können die Werte eures Helden anpassen. So könnt ihr die Charaktere auf euren Spielstil oder an eine bestimmte Situation anpassen.
Maps und Gestaltung
Wenn ihr eine Partie gefunden und einen Helden ausgewählt habt, werde ihr euch auf einer von fünf Maps wiederfinden. Auf allen fünf Karten können beide Match-Varianten gespielt werden. Die Maps wirken allerdings noch etwas leer und leblos und sind daher eher funktionaler Natur. Speziell die zentralen Punkte, an denen die meiste Action stattfindet, könnten unserer Meinung nach etwas mehr Leben und Vielfalt vertragen. Einige Maps wirken auch deshalb leer und leblos, weil sie für acht Spieler deutlich zu groß geraten sind. Neben den Zonen zum Einnehmen und Abgeben befinden sich auch Power-Ups auf den Maps. Diese erhöhen eure Angriffskraft oder heilen einen Teil eurer fehlenden Gesundheit. Einige der Maps haben zusätzliche dynamische Elemente verbaut, auf einer Karte etwa fahren in der Mitte kleine Züge, die ein Rüstungs-Power-Up transportieren. Die Züge können euch ebenfalls über die Map transportieren oder euch Schaden zufügen, wenn sie euch direkt treffen. Ein anderes Schlachtfeld verfügt beispielsweise über Blitzzäune, die eurem Charakter Schaden zufügen, solltet ihr diese berühren. Allgemein funktionieren die Karten gut, wirken aber wie bereits beschrieben so, als hätten die Entwickler die Priorität auf die Funktionsweise gesetzt. Es könnte aber auch sein, dass die Level noch etwas unfertig wirken, weil das Entwicklerteam unter Zeitdruck stand. Die Helden sind hingegen sehr abwechslungsreich gestaltet, wirken aber auch im direkten Vergleich zu Helden aus Overwatch sehr charakter- und lieblos.
Quelle: PC Games
In Bleeding Edge müsst ihr im Team agieren, sonst wird das gegnerische Team euch überrennen.
Spielumfang und Performance
Bleeding Edge gibt es aktuell für 30 Euro auf Steam, für Xbox One und im Microsoft Store zu kaufen. Für diese 30 Euro bekommt der Käufer allerdings einen eher geringen Spielumfang: Elf Charaktere, fünf Maps und zwei Spielmodi sind alles, was Bleeding Edge spielerisch zu bieten hat. Levelt man die Helden und sein Profil, erhält man lediglich weitere kosmetische Gegenstände und die zwei verschiedenen Ingame-Währungen, mit denen man Mods und weitere kosmetische Inhalte herstellen kann. Die meisten zusätzlichen Skins der Helden sind zudem lediglich Farb-Variationen bereits bestehender Outfits. Ein Ranglisten-Modus fehlt ebenfalls noch, zudem gibt es noch einige kleine Verbindungsprobleme innerhalb der Matches. Einige Spieler bewegen sich ruckelnd über die Maps und dadurch ist auch nicht immer klar, ob Fähigkeiten und Attacken getroffen haben oder nicht. Allerdings kam das während unseres Tests nur selten vor.
Quelle: PC Games
Im Scoreboard seht ihr innerhalb oder am Ende einer Partie, wie gut ihr und auch eure Mitspieler und Gegner ihre Rolle gespielt haben.
