Bear and Breakfast im Test - Seite 3

Test Antonia Dreßler Lukas Schmid
Bear and Breakfast im Test - Seite 3
Quelle: Armor Games

In unserem Test plus Video gehen wir auf die Stärken und Schwächen des charmanten Aufbau-Games Bear and Breakfast ein.

Die ewigen Quests des Konzerns, dem wir uns verpflichtet haben, treiben uns dagegen an, die Hotels immer weiter zu verbessern, und schließlich trägt auch der eigene Perfektionismus dazu bei, dass man alles immer schöner und größer haben will. Die scheinbare Entspanntheit des Titels kollidiert schon früh mit den abstrusen Anforderungen, welche die Quests an uns stellen. Und so stellen wir bestimmte Zimmer komplett mit Möbeln zu, um mit den übersteigerten Wünschen der Gäste mitzuhalten und die Komfort- und Dekowerte zu maximieren. Das sieht nicht nur furchtbar aus, nein, die Gäste clippen sich als Konsequenz durch die Wände der Nachbarzimmer, um in ihre Betten zu gelangen - die Fünf-Sterne-Bewertung erhalten wir trotzdem.

Das geht auf keine Bärenhaut

Dieser Vorgang fühlt sich nicht nur falsch an, sondern untergräbt auch den Sinn des Spiels. Es geht doch darum, schöne Zimmer zu bauen und stolz darauf zu sein. Das betrifft aber vor allem die erste Pension, die wir eröffnen, da in den späteren deutlich mehr Platz ist. Leider schwächelt der Titel auch beim Spawnsystem der sammelbaren Ressourcen.

Jeder Gast hat seine ganz persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse, die es zu erfüllen gibt. Diese werden im Laufe der Zeit natürlich immer komplexer. Quelle: PC Games Jeder Gast hat seine ganz persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse, die es zu erfüllen gibt. Diese werden im Laufe der Zeit natürlich immer komplexer. Wie bereits erwähnt, müssen wir viele Gegenstände selbst herstellen, und manche Materialien finden wir nur an bestimmten Orten. Das meiste Zeug bekommen wir auf dem Schrottplatz, auf dem jede Nacht eine nicht unwesentliche Menge an Kram erscheint. Trotzdem kommt es vor, dass nicht das auftaucht, was wir gerade benötigen, was zu sehr lästiger Warterei über mehrere Ingame-Tage führen kann.

Die Zeit lässt sich nur zwischen Mitternacht und acht Uhr morgens überspringen - wenn man also Pech hat, läuft man einige Zeit planlos in der Gegend herum und fragt sich, was man im Spiel falsch gemacht hat, um so ein Schicksal zu verdienen.

Zu viel Winterschlaf

 Die Dimension der Gebäude können wir zwar nicht bestimmen, dafür aber den exakten Bauplan der Inneneinrichtung. Quelle: PC Games  Die Dimension der Gebäude können wir zwar nicht bestimmen, dafür aber den exakten Bauplan der Inneneinrichtung. Das hier eine Schwachstelle vorliegt, ist den Entwicklern tatsächlich bekannt und laut Devblog wollen sie die überspringbare Zeit auch verlängern, doch hier drängt sich eben die Frage auf, ob Bear and Breakfast (jetzt kaufen 14,99 € ) nicht besser im Early-Access aufgehoben wäre. Vor allem aber stellt sich die Frage angesichts einiger mehr oder minder großer Bugs.

So haben wir gelegentlich keine Gästeanfragen, Inventar-Items verschwinden einfach, Gegenstände lassen sich erst nach mehreren Anläufen richtig platzieren, Gäste clippen herum und Räume funktionieren nicht wie angedacht. Das sind vereinzelt verzeihbare Fehlerchen, die in ihrer Gesamtheit den Spielspaß aber schon einschränken.

Die verschiedenen Locations sind alle sehr schön gestaltet und laden zum Verweilen ein. Quelle: PC Games Die verschiedenen Locations sind alle sehr schön gestaltet und laden zum Verweilen ein. Bei einem Early-Access-Titel weiß man, worauf man sich einlässt, aber auch bei Bear and Breakfast sollte man damit rechnen, dass nicht alles wie geschmiert läuft - dann kann man Spaß haben.

Kein Bug, aber dennoch irritierend sind manche Gameplay-Entscheidungen der Entwickler, die uns einfach nicht in den Kopf gehen wollen. Mit der Zeit erhalten wir Sammelgegenstände, die mit dauerhaften Boni unser Leben erheblich erleichtern: Wir laufen schneller, erhalten Zugriff auf die Karte oder einen Schnellzugriff zum Baumenü und können alle Hotels aus der Ferne managen

Das ist zwar sehr schön, aber es wäre noch viel netter, wenn diese Annehmlichkeiten von Anfang vorhanden wären. So fühlt es sich an, als ob wir Lösungen zu Problemen bekommen, die absichtlich von den Entwicklern geschaffen wurden. Die anfängliche Kombination aus langsamem Laufen und unnötigen Laufwegen in Richtung Werkbank, Rezeption und Waschbär-Laden raubt dem Spiel zu Beginn viel Spaß.

Bärenstark

Letztlich ist Bear und Breakfest aber ein gutes Spiel und macht im Verlaufe der Spielzeit zunehmend Spaß, ohne einen zu überfordern. Wer über die Schwächen hinwegschauen kann und einen angenehmen Titel für zwischendurch sucht, ohne ein technisch perfektes Meisterwerk zu erwarten, wird auf seine Kosten kommen.

Die Kombination aus Management-, Aufbau- und Erkundungsmechaniken fügt sich toll mit der Erzählung zusammen. Der Titel bietet außerdem bedeutend mehr Inhalt, als es zunächst den Anschein hat und hielt uns für erstaunlich lange Zeit bei der Stange.

Meinung

Wertung zu Bear and Breakfast (PC)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Schöne StorySinnvoller Komplexitätsgrad im SpielSieht toll ausEine schöne Entspannung für zwischendurchViel Inhalt
Nervige DesignentscheidungenViele kleine Bugs

Bear and Breakfast ist seit dem 28. Juli 2022 für den PC erhältlich, außerdem könnt ihr den Titel auch für die Nintendo Switch kaufen. Wir spielten für unseren Test die PC-Version. Wenn ihr Lust auf noch mehr Aufbau- und Wirtschaftssimulation habt, dann seht euch doch einmal unseren Test zu Two Point Campus an!

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