Bear and Breakfast im Test: Als die Tiere den Wald vermieteten

Test Antonia Dreßler Lukas Schmid
Bear and Breakfast im Test: Als die Tiere den Wald vermieteten
Quelle: Armor Games

Wir bringen die Menschen zurück ins Tal! In Kombination mit Crafting- und Managing-Elementen bietet uns der Indie-Titel Bear and Breakfest erstaunlich viel Abwechslung und Fülle. Warum's trotz Mängeln ein Hit ist, verrät unser Test plus Video.

Klein und beschaulich sieht Bear and Breakfest aus, das mit niedlicher Grafik und putzigen Animationen fast alle Gamer-Herzen bei uns in der Redaktion zum Schmelzen gebracht hat. Mit knuffigem Aussehen allein ist es aber nicht getan, und einige Designentscheidungen sorgten bei uns für Fragezeichen. Gleichzeitig ereilte uns mit Blick auf einige unfertige Elemente immer wieder das Gefühl, dass es sich hier im Kern eher um einen Early-Access-Titel handelt. Im Laufe unserer Spielzeit ist uns die beschauliche Aufbau-Sim trotzdem ans Herz gewachsen, und das nicht nur, weil sie sehr niedlich aussieht, sondern auch wegen ihres überraschend beeindruckenden Umfangs und ihrer Komplexität.

Es war einmal im Wald

Wenig überraschend spielen wir in Bear and Breakfest einen Bären, der die Leitung über eine Pension übernimmt. In unserer beschaulichen Welt, die sich auf ein kleines, menschenverlassenes Tal beschränkt, machen wir es uns zur Aufgabe, Touristen anzulocken und ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Also wir selbst kommen nicht auf die Idee, aber ein zwielichtiger, aufblasbarer Hai mit Lautsprecherbox gewinnt unser naives Bären-Alter-Ego für seine Billig-Ferienresort-Kette.

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Die Aussicht auf Menschen, die Wohlstand und Leben ins Tal bringen, begeistert die restliche Tierwelt, auch deswegen, weil langweilig ist - also eine sehr nachvollziehbare Grundprämisse.

Alle was funktional über reine Dekoartikel hinausgeht müssen wir Craften, Materialien finden wir in der Welt. Quelle: PC Games Alle was funktional über reine Dekoartikel hinausgeht müssen wir Craften, Materialien finden wir in der Welt. Bereits nach kurzer Zeit haben wir mehrere Pensionen zur Verfügung und auf unserem Weg zum Hotelketten-Leiter begegnen uns einige interessante und vor allem liebenswerte Charaktere. Von der Rattenmafia, die sich sehr über den eingehenden Müll der Menschen freut, bis zu vorlauten Waldbewohnern und ein paar verschrobenen Menschen ist alles dabei. Handlung und Dialoge sind manchmal sehr witzig und meist charmant. Manches Gespräch fühlt sich jedoch auch belanglos an und wiederholt sich - dann kann man aber einfach überspringen.

Zwar trifft man auf die allermeisten Charaktere immer wieder, an manchen Stellen fragen wir uns aber, warum eine spannende Persönlichkeit über lange Strecken gar nicht mehr auftaucht.

Letztlich sind fast alle Figuren interessant und haben oft Motivationen, die unser Charakter in seiner naiven Hilfsbereitschaft nicht unbedingt versteht, wir als Spieler aber zumindest in Teilen durchschauen.

Theoretisch könnte man die Handlung von Bear and Breakfest als Beiwerk zu den Hotelaufbau- und Managementmechaniken betrachten, dafür ist sie allerdings zu komplex und mit unserem Fortschritt verbunden. Zudem entfaltet sie sich auf Dauer immer weiter und bietet erstaunlich viel Tiefgang und Langzeitmotivation, was dem Titel außerordentlich zugutekommt und das Konzept bereichert.

Ganz ohne opponierbare Daumen

Der Hauptfokus liegt trotzdem woanders, schließlich kommen die Gäste nicht von allein ins Tal. Mit der ersten Pension fangen wir sehr bescheiden an und bauen Zimmer, die, mit sehr einfachen Betten ausgestattet, den zunächst genügsamen Ankömmlingen ausreichend Komfort bieten. Komfort ist in diesem Falle einer der grundlegenden Werte, auf die wir in Zukunft schauen müssen, gepaart mit Dekoration.

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