Bayonetta 3 im Test: Action-Orgie ohne Rücksicht auf Verluste - Seite 2
Test
Action-Göttin Bayonetta ist wieder da und bringt die Switch ordentlich ins Schwitzen. Ob Bayonetta 3 seine Vorgänger überflügeln kann, lest ihr im Test!
Die Dämonen unterscheiden sich stark in ihren Spielweisen und Einsatzgebieten: Der Godzilla-Verschnitt Gomorrah stampft gemächlich durch die Arena und bringt mit seinen Prankenhieben auch große Feinde ins Wanken, Madama Butterfly ist schnell und wendig, der Vogel Malphas eignet sich hervorragend gegen fliegendes Getier. Weil die Kamera gleichzeitig Bayonetta, den separat agierenden Dämon und eure meist riesigen Gegner im Blick behalten muss, kommt es hier gerne zu Übersichtsproblemen und es ist nicht immer klar ersichtlich, wie weit euer Scherge noch von seinem Ziel entfernt ist.
Im Großen und Ganzen sind die Dämonen aber eine sinnvolle und verdammt cool anzusehende Bereicherung für das Kampfsystem - vor allem, weil die Beschwörung unkompliziert per Knopfdruck funktioniert und auch als Abschluss einer regulären Combo erfolgen kann. Befriedigender Freeze Frame inklusive, denn Platinum weiß immer noch, wie man eine Machtfantasie inszenieren muss. Das Dämonen-Motiv zieht sich außerdem durch die wieder mal sehr abwechslungsreiche Waffenauswahl.
In diesem Artikel
Verwandlungskünstlerin
Jeder (Schieß-)Prügel ist im Stil seines zugehörigen Dämons gehalten und beeinflusst auch direkt eure Movement-Fähigkeiten: Die Klingen-Jojos des Spinnendämons verwandeln Bayonetta in einen Riesenkrabbler und lassen euch an Wänden laufen oder Netzschwünge ausführen. Gomorrahs Prügel verleiht euch dagegen etwa einen Raketensprung.
Quelle: PC Games
Die Dämonen spielen sich erfrischend unterschiedlich: Madama Butterfly ist eine schnelle Nahkämpferin ...
Diese Fähigkeiten sind nett und vielseitig, wirklich nötig sind sie aber nur für bergeweise optionalen Sammelkram, der teils in den Ecken der Levels versteckt, teils am Ende kleiner Plattform-Challenges platziert ist. Letztere fallen gerne mal knifflig aus, können durch die etwas übersensible Bewegung aber auch ziemlich nervtötend sein.
Für Anfänger und Profis
Die Waffen an sich kommen vor allem mit unterschiedlichen Angriffsgeschwindigkeiten und Reichweiten daher. Die Combo-Möglichkeiten sind dabei stets ähnlich genug, dass ihr mit einer neuen Waffe nicht alles bisher Gelernte wieder vergessen müsst, und auch die Ausführung der meisten zusätzlich freischaltbaren Moves verläuft stets ähnlich. Zwei verschiedene Waffen an Händen und Füßen dürft ihr diesmal aber leider nicht ausrüsten. Stattdessen ist jeder Prügel mit einer festen Fernkampfattacke ausgestattet.
Trotz der dezent reduzierten Komplexität gilt: Bayonetta ist leicht zu lernen, aber schwer zu meistern und macht immer mehr Spaß, je besser ihr im Spiel werdet. Der nun ziemlich gnädige normale Schwierigkeitsgrad lässt sich meistens auch mit Button-Mashing bewältigen und es bleibt weiterhin euch überlassen, wie stilvoll und abwechslungsreich ihr die Monster vermöbeln wollt.
Quelle: PC Games
... während der Dämonenzug auf einer von euch gezeichneten Strecke entlangfährt, rammt und feuert.
Platin-Medaille für Platinum Games
Weil ihr den meisten Schaden mit den langen Combos verursacht, indem ihr sie mit Beschwörungen beendet, liegt nun auch ein größerer Fokus auf der sogenannten Combo-Offset-Taktik. Das bedeutet, dass ihr durch Gedrückthalten der letzten Angriffstaste die Combo über ein Ausweichmanöver hinweg aufrechterhalten könnt, statt wieder von vorne anfangen zu müssen. Klingt erstmal nebensächlich, ist aber ein cleverer Weg, um Bayonetta-Veteranen zusätzlich für ihre Expertise zu belohnen.
Quelle: PC Games
Völlig übertriebene Finisher haben die Schergen natürlich auch wieder auf Lager. Der Gewaltgrad ist dabei aber wesentlich zahmer als etwa im ersten Teil.
Die Topwertung bekommt ihr nach einem Kampf außerdem nur, wenn ihr besonders viele verschiedene Attacken raushaut - dann winkt außerdem Bonuswährung, mit der ihr bei eurem Kumpel Rodin wie gehabt nützliche Support-Items kauft. Neue Combos schaltet ihr praktischerweise jederzeit in einem separaten Talentmenü frei.
Die wichtigste Eigenschaft eines jeden Platinum-Spiels meistert auch Bayonetta 3 wieder mit Bravour: Es fühlt sich großartig an, die Feinde mit ellenlangen Combos einzudecken, die Monster kommen mechanisch abwechslungsreich daher und das Hexenzeit-Feature, das perfekt getimte Ausweichmanöver mit einer kurzen Zeitlupe belohnt, hat nichts von seiner Coolness verloren. Die weiß-grünen Homunculi sind etwas weniger bizarr und kreativ gestaltet als ihre Engelskollegen aus den Vorgängern, dafür sind eure Angriffsmöglichkeiten nochmal ein Stückchen abgefahrener.
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