Battlefield 6 Singleplayer im Test: Seite 3 - Inszenierung, Länge, Fazit und Wertung
Test
Auf der letzten Seite erfahrt ihr, warum Callof Duty für Solisten immer noch die bessere Wahl ist und wie lange euch die BF6-Kampagne beschäftigt.
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Battlefield 08/15
Viele andere Gameplay-Features des Mehrspielermodus glänzen dagegen mit Abwesenheit. Per Knopfdruck Feinde spotten geht zum Beispiel nicht, Jets oder Helikopter fliegen wir in der Story auch keine, wir werden nur hier und da mal ans Steuer eines Quads oder Panzers gesetzt.
Das sorgt für gerade genügend Abwechslung, um das durchgehende Gekämpfe nicht langweilig werden zu lassen. Insgesamt müssen wir aber festhalten, dass gerade die Konkurrenz von Treyarch diesbezüglich inzwischen deutlich mehr auffährt.
Black Ops 6, oder auch schon das fünf Jahre alte Cold War, ließen uns in vielen Missionen unsere eigene Strategie bestimmen. Wir konnten uns häufig zwischen lautem und leisem Vorgehen entscheiden und die Umgebungen boten mehr Bewegungsfreiheit.
Wenn uns Battlefield 6 mal heimlich vorgehen lässt, dann ist das von vorn bis hinten streng geskriptet und auch kaum zu vermasseln, solange wir stumpf den Kollegen hinterherlaufen und Gegner erschießen, wie es uns befohlen wird. Die entsprechende Sequenz wirkt dadurch, als wäre sie nur integriert worden, weil man in einer Shooter-Kampagne eben auch mal schleichen muss.
Quelle: PC Games
Die obligatorische Schleichmission ist auch dabei und durchgeplant wie eh und je.
Battlefield 6 spielt sich im Kern klasse und unterhält dadurch auch im Singleplayer ganz passabel, aber letztendlich ist es doch eine altbekannte Schießbude, die sich im Vergleich zu Teil 3 oder 4 nicht wirklich weiterentwickelt hat.
Da ist es enttäuschend, dass der EA-Shooter auch in puncto Inszenierung hinter Call of Duty bleibt, obwohl er mit besserer Optik aufwartet. Es fehlt nicht nur in der Story an erinnerungswürdigen Momenten, er hat auch nicht wirklich Setpieces oder Actionsequenzen zu bieten, die mitreißen würden. Klar, es knallt und explodiert am laufenden Band, das sieht alles klasse aus und klingt auch gut.
Aber die großen Aktionen finden meistens im Rahmen von Cutscenes statt, teils auch nur in vorgerenderten. Da wird etwa später im Spiel von unserer Truppe ein riesiger Staudamm gesprengt, aber wir drücken weder den Zünder, noch dürfen wir die Flucht durch das resultierende Chaos selbst spielen. Meistens wird uns die Kontrolle entzogen, wenn mal wirklich was passiert.
In einer anderen Szene verfolgen wir im Jeep einen Zug durch einen Tunnel - nach einer knappen Minute, in der wir fast nur geradeaus fahren, werden wir unspektakulär von der Seite gerammt und die Szene ist wieder vorbei.
Quelle: PC Games
Die meisten Setpieces wie die Verfolgung einer U-Bahn fallen lahm und interaktionsarm aus.
Nun ist es sicher Geschmackssache, wie übertrieben man die Actionsequenzen in einem per se realistisch angehauchten Shooter gerne haben möchte, aber auch die ruhigen Momente bekommen viele Call of Dutys intensiver hin.
Eine stark an Modern Warfare 2019 erinnernde Szene, bei der wir mit unserem Squad Stock für Stock ein New Yorker Wohnhaus durchkämmen, fällt in BF6 etwa flach, weil es einfach nur ein weiteres Gebäude voller Gegner ist. Keine Zivilisten, keine einzigartige Atmosphäre, keine besondere Spannung oder Gefahr.
Da hilft es nicht, dass uns das technisch ansonsten sauber gemachte Spiel gerade in der Kampagne immer wieder Animationsfehler vor die Nase hält. Besonders auffällig sind die KI-Teammitglieder. Denen müssen wir häufig hinterherlaufen, während sie irgendwelche wichtigen Dinge tun, und dabei haben wir im Test regelmäßig seltsam hakelige Bewegungen gesehen, als hätten die Kollegen mit Netzwerk-Lag zu kämpfen.
Unsere eigene Figur schafft es in First-Person-Cutscenes dafür manchmal nicht, die Waffe richtig zu halten, und glitcht mit ihren Händen durchs Modell oder daran vorbei. Die Gesichter der Figuren sind nun auch nicht gerade das Gelbe vom Ei, was in einer Kampagne natürlich häufiger auffällt als im schnellen Multiplayer-Match.
Quelle: PC Games
Bilder, die man hören kann: Bei den optischen Zerstörungseffekten lässt sich BF6 nicht lumpen.
Abseits dieser Macken ist das Technik-Gerüst der Kampagne aber erfreulich stabil. Battlefield 6 verzichtet auf Raytracing und ist auch sonst genügsam, was den Hardware-Hunger angeht. Mit einer 4070 Ti Super und eingebautem DLSS4 konnten wir die Kampagne problemlos in 4K spielen, und zwar stets mit mehr als 60 FPS. Dafür hat sich der Shooter, vor allem in einer von der Unreal Engine 5 dominierten Gaming-Landschaft, besonderes Lob verdient, vor allem, weil er trotzdem klasse aussieht.
Wenn ihr euch genauer über die PC-Performance informieren wollt, checkt den großen Techniktest unserer Kollegen von PC Games Hardware!
Fazit: Keine Gurke, aber auch kein Kaufgrund
Insgesamt sind die Pluspunkte der Kampagne die gleichen, die auch der Multiplayer auffährt: knackiges Gunplay, spaßiges Chaos und schicke Präsentation. Die Dinge, die eine Kampagne besonders auszeichnen könnten, also Missionsdesign, Story, Figuren und Setpieces, fallen dafür enttäuschend aus.
Wer sich mal wieder knappe sechs Stunden lang durch gescriptete Gegnerhorden ballern will, um vor dem Multiplayer gemütlich ins Spiel einzutauchen, der kann das hier durchaus tun, zumal es auch Items fürs Online-Schlachtfeld freizuschalten gibt. Nur für die Kampagne empfehlen wir euch den Kauf aber nicht - dafür habt ihr sie mit knapp sechs Stunden zu schnell durchgespielt und noch schneller wieder vergessen.
Übrigens läuft im Abspann nicht Bob Dylans berühmter Antikriegssong aus dem ersten Trailer, sondern ein Track von Limp Bizkit. Das fasst die Kampagne wahrscheinlich besser zusammen, als wir es je könnten.
Meinung
Battlefield 6 ist ab dem 10. Oktober 2025 für PC, PS5 und Xbox Series S/X zum Preis von ca. 70 bis 80 Euro verfügbar. Neben der Standardfassung wird auch eine Phantom-Edition mit dem Battle Pass, diversen Skins für den Multiplayer und einem XP-Booster angeboten, die mit 100 bis 110 Euro zu Buche schlägt.
Wie sieht's bei euch aus - holt ihr euch solche Militär-Shooter auch wegen ihrer Kampagnen oder lasst ihr die traditionell links liegen, um euch sofort in den Multiplayer zu stürzen? Schreibt uns eure Meinung gerne in den Kommentarbereich! Transparenzhinweis: Für diesen Test wurden uns Fassungen von Battlefield 6 durch EA bzw. deren PR-Partner zur Verfügung gestellt.
