Battlefield 6 Singleplayer im Test: Seite 2 - Gunplay, Zerstörung und Squad-Mechanik

Test Stefan Wilhelm
Battlefield 6 Singleplayer im Test: Seite 2 - Gunplay, Zerstörung und Squad-Mechanik
Quelle: Electronic Arts

Kann das Gameplay des Singleplayers von Battlefield 6 mehr überzeugen als die Story?

Hauptsache, es knallt

Nun ist das ganze "Wie" und "Warum" für viele Spieler aber vermutlich eh zweitrangig, solange die Action ordentlich scheppert und vielleicht auch ein bisschen auf den Multiplayer vorbereitet. Da hat die BF6-Kampagne natürlich den Vorteil, dass sie auf einem ausgesprochen gelungenen Shooter-Fundament steht.

Battlefield 6 spielt sich schnell und geschmeidig, aber die Figuren und Waffen haben immer noch ein dezentes Gewicht. Beim Schießen kickt der Rückstoß gefühlt etwas mehr als beim durchschnittlichen CoD-Schießeisen, und auch die Sounds der vielen verfremdeten, aber per se realistischen Waffen blasen uns ordentlich das Trommelfell durch. Kurz gesagt: Das Gunplay überzeugt.

Pax Aramata taucht gerne in großen Trupps auf. Ölt schon mal den Abzugsfinger. Quelle: PC Games Pax Aramata taucht gerne in großen Trupps auf. Ölt schon mal den Abzugsfinger. Frei mit Knarren und Gadgets ausstatten dürfen wir uns vor den Missionen zwar nicht, aber die linearen Gebiete sind mit einer großen Bandbreite an Waffen, Ausrüstung und teils auch Fahrzeugen bestückt, die wir uns jederzeit schnappen dürfen.

DÖDÖM DÖM DÖDÖMDÖM

Ein Alleinstellungsmerkmal von Battlefield ist dabei die im Vergleich zum Vorgänger aufgebohrte Zerstörung, die es auch in die Kampagne geschafft hat. Verschanzt sich ein Gegner in einem Haus, schießen wir mit Granatwerfer oder RPG einfach ein Loch in die Wand, um an ihn ranzukommen. Die Effekte können sich sehen lassen: Wände zerbröseln in viele Einzelteile und setzen dichte Staubwolken frei, die das Ausmaß der Zerstörung für ein paar Sekunden verschleiern.

Oft ist das Spiel aber auch inkonsistent dabei, was und wie viel wir demolieren können. Bei vielen Häusern lassen sich die Wände abschälen, aber der Kern bleibt auch dann stehen, wenn wir mit einem Panzer durchpflügen. Viele Objekte, teils auch solche aus Holz, sind gleich ganz immun gegen unsere Waffen.

Wenn euch große Explosionen die Freudentränen ins Gesicht treiben, habt ihr bei BF6 viel zu staunen. Quelle: PC Games Wenn euch große Explosionen die Freudentränen ins Gesicht treiben, habt ihr bei BF6 viel zu staunen. Ins Gameplay oder Missionsdesign baut BF6 seine Zerstörung außerdem nicht wirklich ein. In einer Mission werden wir mit einem Vorschlaghammer im Gepäck in ein Wohnhaus geschickt und können uns durch die Wände prügeln, um hier und da mal einen Gegner kalt zu erwischen, das ist aber bereits das Höchste der Gefühle. Zumal wir auch einfach die Tür öffnen und ihn erschießen können.

Sonderlich gefährlich sind die Pax-Armata-Einheiten nämlich nicht, zumindest nicht wegen ihrer Intelligenz. Die bewegt sich auf dem üblichen Singleplayer-Schießbuden-Niveau und hält gerne erst ein paar Mal den Kopf aus der Deckung, bevor sie zur Waffe greift.

Trotzdem können die Kämpfe eine gewisse Spannung aufbauen, was neben der wuchtigen Präsentation auch am hohen Chaosfaktor liegt, den die Kampagne gelungen aus dem Multiplayer übernimmt. Die Pax-Einheiten tauchen oft in Heerscharen und von allen Seiten auf, überall kracht und scheppert es, während uns Feuer- und Raucheffekte die Sicht erschweren. Da kommt also durchaus eine gelungene Schlachtenatmosphäre auf.

Squad, ausrücken!

Zudem versucht die Kampagne, auch das Squad-Gameplay der Online-Schlachten in der Story abzubilden. Wir sind fast immer im Team unterwegs und die Kollegen halten taktische Optionen bereit, die wir über ein Kommandomenü abrufen.

Scharfschützin Gecko ist die mit Abstand nützlichste davon - sie kann nämlich Feinde markieren, was uns im allgegenwärtigen Chaos das Überleben enorm erleichtert. Zudem weist uns das Team auf herumliegende Waffen hin und stellt uns selten auch mal Munition zur Verfügung. Selbst anfordern dürfen wir das aber nicht.

Andere Kollegen können noch Rauch- oder Sprenggranaten werfen und auf Wunsch lässt sich auch ein allgemeiner Angriffsbefehl brüllen, damit das Team eine bestimmte Gegnergruppe ins Visier nimmt. Ganz nett, aber wirklich gebraucht haben wir das nie, denn bis unsere Kameraden mal in die Gänge kommen, haben wir die Schießbudenfiguren meistens schon selbst ausgeschaltet.

Über ein Kommandomenü befehligen wir unser kleines Team, damit es Gegner markiert oder mit verschiedenen Waffen angreift. Quelle: PC Games Über ein Kommandomenü befehligen wir unser kleines Team, damit es Gegner markiert oder mit verschiedenen Waffen angreift. Ein Hauch von Teamplay kommt außerdem durch das Heilsystem ins Spiel: Werden wir umgenietet und haben noch Defi-Ladungen im Gepäck, dürfen wir uns von einem Kollegen wiederbeleben lassen, statt gleich den letzten Checkpoint laden zu müssen. Das hat in unserem Durchgang stets zuverlässig geklappt. Andersherum wird auch unser Team manchmal ausgeknockt und muss dann mit einer Spritze aufgepäppelt werden, allerdings können wir uns im Gegensatz zum Multiplayer beliebig viel Zeit dabei lassen.

In einer Mission dürfen wir zudem mal in die Rolle eines Pioniers schlüpfen und mit dem Schweißgerät einen Panzer kampffähig halten. Anderswo spielen wir die Scharfschützin auf einer weitläufigen Karte und markieren Feinde aus der Luft per Drohne. Grundsätzlich gibt sich die Kampagne also Mühe, uns die Features der Klassen zu zeigen. Auf der nächsten Seite lest ihr, warum CoD im Singleplayer trotzdem immer noch die Nase vorn hat.

  1. Seite 1 Story
  2. Seite 2 Gunplay, Zerstörung, Squad-Mechanik
  3. Seite 3 Inszenierung, Länge, Fazit und Wertung
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