Battlefield 6 ist angekündigt, doch die Fans sind vorsichtig. In seiner Kolumne nimmt Carlo Siebenhüner den ersten Trailer für Battlefield 6 auseinander und fragt sich: Hat EA endlich dazugelernt?
Der dritte und für viele vermutlich auch wichtigste Punkt aus dem Video: Es geht wieder richtig was kaputt. Allein der erste Trailer stopft schon so viel Zerstörung rein, da rieselt einem selbst vor dem Bildschirm der Staub aus den Haaren.
ZERSTÖRUNG!
Auch hier besinnt man sich endlich wieder auf die eigene DNA zurück. Die Zerstörung gehört schließlich seit Bad Company untrennbar zu Battlefield, und doch war sie in 2042 fast komplett raus. Da ließ sich vielleicht mal ein Zaun wegsprengen, aber das war auch schon das höchste der Gefühle.
Quelle: Electronic Arts
Der Stadtteil Dumbo in Brooklyn wird dem Erdboden gleich gemacht
In Battlefield 6 scheint man jetzt sogar wieder ganze Häuser plattmachen zu können. Auch die Levolution ist wieder mit an Bord, diese riesigen Setpieces, die erst kaputtgehen, wenn man bestimmte Dinge während des Matches macht. Im Trailer sieht man, wie ein Damm oder gleich die Williamsburg Bridge in New York weggesprengt werden. Ich hoffe nur, dass sie das diesmal auch wirklich konsequent über alle Maps durchziehen.
Ich mag das Konzept nämlich eigentlich sehr. Siege of Shanghai in Battlefield 4, wo der ganze Wolkenkratzer einstürzt, war das Paradebeispiel dafür, wie cool das sein kann. Allerdings hat jedes andere Levolution-Event dagegen ziemlich abgestunken. Also wenn, dann richtig, bitte.
Ansonsten ist natürlich schon einiges über Leaks nach außen gedrungen. Das Klassensystem ist zurück, Eroberung, Durchbruch und Rush sind als Spielmodi wieder mit dabei und eine Singleplayer-Kampagne ist auch geplant. Was mir der Trailer und die drei aufgezählten Punkte aber vor allem zeigen: Battlefield scheint endlich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren, im wahrsten Sinne des Wortes.
Quelle: Electronic Arts
Ein Soldat inmitten von Trümmern
Anti-Kriegsspiel Battlefield?
Das wirkt alles endlich wieder unglaublich geerdet und dreckig und nicht so steril und konstruiert wie Battlefield 2042. Die Entwickler wollen hier wohl wirklich mal wieder die Härte und Grausamkeit eines Kriegs darstellen.
Eventuell geht man zumindest mit der Story sogar in eine Art Anti-Kriegs-Haltung. Battlefield 1 war ja schon eher in der Richtung "Krieg ist jetzt nicht so geil" unterwegs. Das deutet man für Battlefield 6 auch an. Es rummst einem die Ohren voll und der unterlegte Song unterstreicht das: Masters of War von Bob Dylan ist nämlich eigentlich ein Anti-Kriegs-Song.
Battlefield 6 wird wohl außerdem keine echten Waffenmarken enthalten. Die Schießeisen sind nach den realen Vorbildern designt, aber sie werden andere Namen tragen. Im Trailer wird von einer "F-61" gesprochen. Das ist natürlich eine Anspielung auf die F-16 - einen bekannten Kampfjet der US-Streitkräfte.
Quelle: Electronic Arts
Eine Rakete schlägt in die Williamsburg Bridge in New York ein
Das macht die Reihe tatsächlich schon seit einer ganzen Weile, teilweise hat sie schon bei Battlefield 4 damit angefangen. Die Namen waren aber vielfach noch korrekt. Für Battlefield 6 schreibt es der Trailer noch mal ganz deutlich als Disclaimer drunter: Keine der Waffen wurde in Kooperation mit einem real existierenden Waffenhersteller erstellt.
Mir persönlich ist es relativ wurscht, wie die Knarre letztendlich im Spiel heißt, ich finde den Punkt einfach allgemein interessant. Vielleicht traue ich den Entwicklern da aber auch ein bisschen zu viele Hintergedanken zu und sie wollten nur nicht die Kohle für Lizenzen ausgeben.
No Preorder!
Aber ihr seht schon: In meinem Kopf dreht es sich, denn ich bin einfach gespannt, was Battlefield 6 jetzt wirklich für ein Spiel wird. Denn es wird auch eine gewisse Entscheidungsschlacht für die Zukunft der Serie. Da wird dann auch wichtig sein, ob EA nicht nur dazu gelernt hat, was das Gameplay angeht, sondern auch, was die Manager-Entscheidungen angeht.
EA schielt schon sehr aufs Weihnachtsgeschäft mit dem Release im Oktober. Aber haben sie auch den Arsch in der Hose, es zu verschieben, wenn die Entwickler doch noch Alarm schlagen, weil sie nicht rechtzeitig fertig werden? Könnten sie es überhaupt erkennen? Das sind alles Fragen, die wir erst später beantworten können.
Ich schaue es mir nächste Woche bei einem Vorschau-Event für euch an und kann dann ein bisschen mehr über das Spiel erzählen, und spätestens mit der Beta könnt ihr euch selbst ein Bild davon machen. Aber bis spätestens dahin gilt: Hold your Fire. Vorbestellen braucht man nicht, denn dafür muss EA erst mal wieder das Vertrauen gewinnen.
