So spielt sich All-Out-Warfare

Test Carlo Siebenhüner
So spielt sich All-Out-Warfare
Quelle: Electronic Arts

Wir klären im Test, warum das neue Battlefield 2042 über seine eigenen Ambitionen stolpert und wie es viele Serienfans vor den Kopf stoßen wird.

Unter dem Oberbegriff "All-Out-Warfare" fasst DICE die zwei bekannten Modi "Eroberung" und "Durchbruch" zusammen. Während es in "Eroberung" darum geht, so viele Flaggenpunkte, wie möglich zu halten, ist "Durchbruch" zielgerichteter.

Hier muss ein Angreiferteam einen oder mehrere Flaggenpunkte einnehmen, anschließend rückt man zum nächsten Sektor vor. Das Verteidigerteam verhindert das im besten Fall.

Fragliche Designentscheidungen

'Durchbruch' ist ein zielgerichteter Modus, in dem ihr nacheinander Sektoren einnehmen müsst.  Quelle: pcgames.de "Durchbruch" ist ein zielgerichteter Modus, in dem ihr nacheinander Sektoren einnehmen müsst.  Schon im Menü fällt auf: All-Out-Warfare soll euch schnell ins Geschehen werfen. Ihr könnt nur einstellen, ob ihr "Eroberung" oder "Durchbruch" spielen wollt. Wenn ihr eine bestimmte Karte bevorzugt oder einfach nur einen lausigen Serverbrowser wollt - Fehlanzeige. Entwickler Dice schmeißt alles über Bord.

Dafür ist man wirklich schnell im Spiel. Die Serversuche geht fix und auch die Ladezeiten sind meist recht kurz auf PC und Next-Gen-Konsolen. PS4- und Xbox-One-Zocker müssen hier deutlich länger warten.

Im Spiel werdet ihr automatisch in ein Squad geworfen. Habt ihr im Menü eine Party mit Freunden zusammengestellt, versucht das Spiel, euch in ein gemeinsames Team zu stecken, was meistens gelingt.

Seltsam ist, dass ihr auf dem Server euer Squad nicht wechseln dürft. Zwar gibt es im Menü eine Ansicht für Squad und Spieler auf dem Server, doch dort sind nur rudimentäre Einstellungsmöglichkeiten wie "Spieler melden" oder "stumm schalten" vorhanden. Letzteres ist gleichzeitig absurd, da es zu Release noch gar keinen eingebauten Voice-Chat gibt und der erst später nachgeliefert werden soll.

Was auf dem PC beim Druck auf die TAB-Taste auffällt: Das klassische Scoreboard ist verschwunden. Wo es seit jeher in Shootern Standard ist, eine detaillierte Liste aller Spieler mit Statistiken wie PING, Punkten und K/D zu bekommen, versucht es Battlefield 2042 mit einem anderen Ansatz.

Das neue Scoreboard will toxischen Angebern das Handwerk legen, vergisst dabei aber auch die Vorzüge der klassischen Statistik.  Quelle: pcgames.de Das neue Scoreboard will toxischen Angebern das Handwerk legen, vergisst dabei aber auch die Vorzüge der klassischen Statistik.  Das neue Scoreboard gibt einen Überblick über die aktuelle Spielsituation, sowie die besten Squads allgemein.

Dice versucht damit, toxischen Angebern im Chat Herr zu werden und dieses ehrenwerte Ziel darf man durchaus honorieren. Doch hilft das Scoreboard eben auch dabei, unbalancierte Server oder Cheater mit wahnwitziger K/D zu identifizieren. Toxisches Verhalten des Gegners bekommt man eh nicht mehr mit, denn Battlefield 2042 zeigt Chatnachrichten nur noch vom eigenen Team an.

Sind 128 Spieler um 64 zu viel?

Im Spiel stellt man dann schnell fest: Hier geht die Post ab! Das Battlefield-Gefühl ist auch in 2042 unverwüstlich, wenn hoch oben die Flugzeuge und Helis unterwegs sind, man rechts vom Panzer überholt wird und schon die ersten Kugeln am Ohr vorbeizischen. Mit Battlefield 2042 wird zum ersten mal in der Seriengeschichte die maximale Spielerzahl erhöht, von 64 auf 128.

Doppelt so viele Spieler bedeuten auch doppelt so viel Chaos. Dice versucht diesen Umstand mit massiv vergrößerten Karten auszukontern, doch gelingt das nur teilweise.

In All-out-Warfare geht durchaus die Post ab. Mit 128 Spielern passiert an jeder Ecke irgendetwas. Das verkommt vor allem im Durchbruch-Modus aber gern mal zum absoluten Chaos.  Quelle: PC Games In All-out-Warfare geht durchaus die Post ab. Mit 128 Spielern passiert an jeder Ecke irgendetwas. Das verkommt vor allem im Durchbruch-Modus aber gern mal zum absoluten Chaos.  Während im Eroberungsmodus der Trick mit der Größe durchaus aufgeht und sich die Spieler in unseren Matches meistens gut aufteilten, stellt sich Dice in "Durchbruch" selbst ein Bein. Dort geht es schließlich darum, strategische Punkte zu erobern, und dann ballen sich doch wieder 128 Spieler an einem Ort.

Dabei enden die Matches meistens auf eine von zwei Arten. Entweder, die Verteidiger verschanzen sich und es gibt einen riesigen Clusterfuck, oder die Momente werden noch viel emotionaler, wenn das eigene Team es doch schafft, die Verteidigung zu brechen.

BF 2042 steigert sich mit der höheren Spielerzahl stärker in Extreme. Entweder es läuft so richtig gut und man säbelt sich durch die Reihen der Gegner, oder man wird selbst im Fleischwolf zermahlen.

Wo ist das Teamplay?

Zehn Spezialisten lösen das altgediente Klassensystem ab. Ihre Fähigkeiten fügen sich tatsächlich gut ins Spiel ein.  Quelle: pcgames.de Zehn Spezialisten lösen das altgediente Klassensystem ab. Ihre Fähigkeiten fügen sich tatsächlich gut ins Spiel ein.  Die Helden mit ihren Fähigkeiten fügen sich gut in das normale Spielgefühl ein. Kein Gadget und keine Perks sind übermächtig und das System bietet tatsächlich wesentlich mehr spielerische Freiheit als früher. Verstärkt wird das durch die freie Waffenwahl.

Jeder Spezialist kann jede Waffe und jedes Gadget nutzen. Die befürchteten Klon-Kriege, weil theoretisch jeder Spieler die gleichen Helden nutzen kann, bleiben durch Skins größtenteils aus. Nur im Squadscreen am Anfang und Ende jeder Runde wirkt es weiterhin albern, wenn das Squad mit den eineiigen Drillingen auftritt.

Leider opfert DICE mit diesem System das Teamplay. Da jeder alles machen kann, braucht man die anderen Spieler fast nicht mehr, denn die Belohnungen für das Helfen sind ebenfalls geringer. Während ein Revive noch genauso viel bringt wie ein Kill, ist eine Heilung nur noch lausige 5XP wert.

Squadpunkte durch gutes Zusammenspiel wurden ersatzlos gestrichen. Warum dann auch noch in Vorgängern enthaltene Funktionen wie eine eindeutige Anzeige der Medics in der Nähe im Todesscree, ebenfalls rausgeflogen sind, ist völlig unverständlich.

Alles in allem funktionieren die bekannten Modi aber durchaus noch und entfalten eine Menge Spaß. Es macht einfach Laune, mit massenhaft Spielern gemeinsam einen Auftrag zu erledigen. Doch wird das Gesamtpaket getrübt durch gewöhnungsbedürftige Designentscheidung.

Teilwertung:
7 von 10

Wie sich Hazard Zone im Test schlägt. lest ihr auf Seite 3!

  1. Seite 1 Was steckt alles drin im Spiel?
  2. Seite 2 So spielt sich All-Out-Warfare
  3. Seite 3 So spielt sich Hazard Zone
  4. Seite 4 So spielt sich Battlefield Portal
  5. Seite 5 Grafik, Technik, Bugs und das finale Fazit

Bildergalerie

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk