Was haben Baldur's Gate 3 und Star Trek: Picard gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel und doch verbindet das Rollenspiel und die Science-Fiction-Serie etwas miteinander.
Star Trek: Picard und Baldur's Gate 3 könnten doch eigentlich nicht unterschiedlicher sein. Das eine ist ein Computerspiel, das andere eine Serie. Nicht mal das Szenario ist gleich: BG 3 spielt in einer Fantasywelt, Picard in einem Science-Fiction-Szenario. Und doch verbindet beide etwas miteinander: die Erwartungshaltung der alteingesessenen Fans in einer Zeit, in der sich sowohl Computerspiele als auch Serien verändern.
Veränderungen gehören mit dazu
Star Trek: Picard ist nicht The Next Generation 2.0. Wir bekommen keine relativ heile Welt der Zukunft zu sehen, in der die Crew eines Raumschiffs das Abenteuer der Woche erlebt, um eine gewisse Philosophie zu verbreiten.
Baldur's Gate 3 wird der Gameplay-Präsentation der Larian Studios zufolge anders werden als die Vorgänger. Es gibt keine Echtzeitkämpfe mehr und das Gameplay erinnert eher an Divinity: Original Sin 2 als an BG 1 und 2.
Diese Unterschiede haben zu einiger Kritik geführt. Picard sei nicht mehr wirklich Star Trek und BG 3 ist kein echtes Baldur's Gate. Nur leben wir eben nicht mehr in den 1980er- und 1990er-Jahren und auch nicht mehr im Jahr 2000. Die Spiele- und Serienwelt hat sich verändert. Ein Divinity: Original Sin 2 war erfolgreicher als ein Pillars of Eternity (was man als geistigen Nachfolger von Baldur's Gate 1 und 2 ansehen kann). Das hat mit Sicherheit auch Wizards of the Coast bemerkt und deswegen die Larian Studios als Entwickler von Baldur's Gate 3 ausgewählt. Es gab nun 20 Jahre lang kein neues Baldur's Gate mehr. Der D&D-Verlag hat sich also sehr gut überlegt, welches Entwicklerstudio die Lizenz bekommt und sich nach dem Erfolg von Divinity: Original Sin 2 bewusst für Larian entschieden. Es war also gewollt, dass sich Baldur's Gate entwickelt und verändert.
Ebenso sollte Star Trek: Picard kein Next Generation 2.0 werden. Dies erklärte Schauspieler Sir Patrick Stewart schon direkt von der Ankündigung an. Er meinte, dass er nie für die Rolle zugesagt hätte, wenn Picard demselben Konzept wie einst gefolgt wäre. Die neue Serie sollte bewusst anders und neu werden.
Es ist schwer für Fans, die eine Serie oder eine Spiele-Reihe so lieben, mit größeren Veränderungen klar zu kommen und es ist verständlich, dass dann Kritik laut wird. Veränderungen sind wie im Fall von Baldur's Gate 3 und Star Trek: Picard von sehr weit oben gewollt. Das muss niemand gut finden. Aber es gehört nun einmal mit dazu.
