Der Humor ist einerseits sehr kindisch, andererseits auch genau deswegen witzig.
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Viel Humor, aber kein vielschichtiger Humor
Der Humor lässt sich in drei Kategorien unterteilen: Spieler sind vor allem der großen Menge an absurden Witzen und Fäkalhumor ausgesetzt. Wir sehen Leute beim Pinkeln, überall sind Penisse hingeschmiert und auch die Eselmenschen halten ihr Geschlecht ständig in die Kamera.
Als nächstes stellt das Spiel Nate immer wieder als Trottel dar, der überall versagt, sich furchtbar anstellt und zu schüchtern ist, um sich gegen das Mobbing der anderen Charaktere zu wehren. Dazu wackelt sein Popo wie bei einer Hintergrundtänzerin in einem Rap-Video.
Quelle: PC Games
Wenn wir diese Scheune besuchen, läuft uns eine Weile lang ein Küken hinterher. Wir können sogar darauf balancieren.
Und natürlich lebt das Genre vom Slapstick-Humor. Wir fallen um, hauen uns die Birne an und stolpern einen Berg herunter. Manchmal reichte das einfache Stürzen schon für einen Lacher, da es oft sehr dämlich aussieht. Selbst in Zwischensequenzen stolpert Nate zum Beispiel kopfvoran in einen Suppentopf.
Humor ist immer subjektiv, selbst in der Redaktion waren wir uns darüber nicht einig. Manche lachen sich über die Gags kaputt, andere finden es zu stumpf und verziehen keine Miene. Baby Steps präsentiert sich schon eher mit kindischem Humor ohne viel Tiefgang. In der Raffinesse kann es beispielsweise nicht mit den Audiokommentaren von Getting Over It mithalten. Doch das scheint eine bewusste Entscheidung zu sein.
Der bröckelnde Rahmen
Während das Spiel an sich unterhält, birgt es auch einige Schwächen. Wahrscheinlich haben die Entwickler an diesen Stellen bewusst Zeit und Ressourcen gespart, da sich die Zielgruppe dafür nur zweitrangig interessiert.
Kurz nach Release benötigte Baby Steps direkt einen Hotfix, da sich einige Käufer über Performance und Spielabstürze beschwerten. Wir spielten erst nach dem Patch und hatten dabei keine technischen Probleme mehr.
Quelle: PC Games
Woher die Suppe kommt, wird bis zum Schluss nicht aufgeklärt. Die Charaktere scheint es aber nicht zu stören, dass wir uns regelmäßig daran bedienen.
Die Grafik glänzt ebenfalls nicht gerade. Selbst mit anderen Indie-Spielen dieser Art kann Babysteps nicht mithalten. Es stört nicht allzu sehr, doch die Texturen können nicht mit modernen Standards mithalten. Schatten und Lichteffekte sehen auch nicht gerade schick aus, aber darauf liegen schlichtweg keine Prioritäten.
Minimalistisches Audio-Design
Dazu kommt der sehr besondere Soundtrack. Statt gewöhnlicher Musik bekommen wir eine rhythmische Aneinanderreihung von Waldgeräuschen - sozusagen eine Art Nature-Industrial.
Manchmal passen die Sounds überhaupt nicht zum Level wie beispielsweise Vogelgezwitscher in einer Höhle. Minutenlang gibt es auch gar keine Musik oder nur ein einzelnes Geräusch.
Quelle: PC Games
Wir mussten laut loslachen, da plötzlich mitten in einer Sandhöhle eine Rolltreppe das nächste Hindernis darstellte. Diese zu erklimmen entpuppte sich als größere Herausforderung, als wir vermuteten.
Das können Schrittgeräusche wie aus Minecraft sein, wodurch wir uns ein wenig verfolgt fühlen. Das Spiel soll bewusst nicht nur für die Figuren unangenehm sein, sondern auch für uns Spieler. Uns hätte zum monotonen, meditativen Gameplay ein charmanter und entspannender Soundtrack wie bei Getting Over It besser gefallen. Aber das ist reine Ansichtssache. Neben dem Umfang, der Wertung und Meinung schneiden wir auf der nächsten Seite auch noch die Physik des Spiels an.
