Leider hat uns nicht alles an Baby Steps so gut gefallen wie das Gameplay. Dass ein Spiel wie dieses eine Story hat, war trotzdem eine angenehme Überraschung.
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Es gibt auch ziemliche Talfahrten
Zwischen den Bergsteiger- und Balancier-Akten gibt es viel Leerlauf. Oft müssen wir kilometerweite Strecken abmarschieren. Das wirkt sehr anspruchslos und die Landschaften bieten zwischendurch kaum interessante Ecken.
Manchmal müssen wir solche Überbrückungswege auch erneut ablatschen, wenn wir an einer schlechten Stelle heruntergefallen sind. Das steigert zwar die Spannung bei den Geschicklichkeitspassagen, aber mit sehr negativem Beigeschmack.
Quelle: PC Games
Die PC Games Redaktion empfielt für echte Wanderungen und Bergsteig-Touren geeignetes Schuhwerk, wetterfeste Jacken und Schutzausrüstung. Wir bitten unsere Leser das Spielgeschehen nicht zu Hause nachzuahmen.
Genrekollegen straffen die Spannung, indem der Spieler bei Versagen viele schwere Sprung- oder Klettereinheiten wiederholen muss. Das passiert bei Baby Steps selten. Wir verlieren lediglich Zeit.
Es fühlt sich beinahe wie bei einem Handyspiel an, das uns einen Timer setzt, bevor wir den nächsten Versuch starten dürfen. Zwar sind die Zeitstrafen viel kürzer, aber dadurch empfanden wir manche Stürze eher lästig als frustrierend.
Es gibt eine Story?
Aber Baby Steps wagt auch einen Babyschritt in eine ganz andere Richtung. Als erstes Spiel dieser Art versucht es, eine Geschichte zu erzählen. An gewissen Punkten im Spiel finden wir andere Menschen, die Zwischensequenzen zu Gesprächen abspielen.
Die Handlung ist schnell erläutert: Wir spielen den 35-jährigen Nate, der im Keller seiner Eltern wohnt und nicht arbeiten will. Unerklärt teleportiert er sich plötzlich in eine Bergwelt mit verschiedenen Biomen. Beim Wandern treffen wir andere Leute, die uns ihre Hilfe anbieten.
Quelle: PC Games
Der Hilfslotse Jim ist eigentlich dafür zuständig, alle Neulinge auszurüsten und in das Bergsteigen einzuweisen. Nate verweigert aber selbst bei ihm die Unterstützung.
Die Schuhe, Karten oder sogar Enterhaken lehnt Nate aus Scham ab. Das soll in erster Linie den Spieler ärgern, welcher die Ausrüstung gut brauchen könnte.
Vom Anfang bis zum Ende entwickelt sich die Story jedoch kaum, was aber auch nicht der eigentliche Sinn des Ganzen ist. Später im Spiel zeigt sich Nate etwas selbstbewusster, lehnt aber die Hilfe weiterhin ab.
Der Raum für Spekulation ist auch da
Während sich das Spiel überall speichern lässt, erscheinen trotzdem immer wieder optische Checkpoints in Form von Lagerfeuern oder anderen interessanten Orten. Dort bekommen wir eine Zwischensequenz zu sehen und im Anschluss schlafen wir meistens bis zum nächsten Morgen.
An den Lagerfeuern fragt uns eine Text-Einblendung, ob wir überhaupt weiterspielen möchten, während sich der Hauptmenühintergrund bei jedem Checkpoint leicht verändert. Die Männerhöhle mit Couch und Pizzaschachteln verwandelt sich langsam in einen renovierten Keller, der nicht mehr als Wohnung dient.
Quelle: PC Games
In der merkwürdigsten Zwischensequenz hebt uns eine riesige Frau hoch und wiegt uns wie ein Baby. Dazu singt sie dann auch noch ein Kinderlied. Wofür das wohl eine Metapher sein soll?
Baby Steps strebt keine tiefgründige Charakterentwicklung oder eine interessante Story an. Stattdessen steht der Humor im Vordergrund. Die Vertonung der Gespräche wirkt absichtlich so, als wäre den Figuren die Unterhaltung äußerst unangenehm.
Die Themen sind skurril, öffnen ständig neue Story-Stränge und lassen diese im Sand verlaufen. Wir lernen zwar Charaktere kennen, aber können diese kaum voneinander unterscheiden. Vor allem nicht die Späteren, die allesamt nur noch Eselmenschen ohne Hosen darstellen. Das Problem teilt sich der Spieler mit dem Protagonisten. Nate spricht oft die Charaktere mit vertauschten Namen an. Über den Humor und die Aufmachung des Spieles schreiben wir auf der nächste Seite.
