Schleichen, Open World und ein letztes Problem
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Mit dem abgefahrenen Setting und skurrilen Charakteren ist Atomic Heart die große Hoffnung für Bioshock-Fans. Wir konnten den Shooter endlich Probe spielen.
Wer lieber als Leisetreter unterwegs ist, kommt in Atomic Heart ebenfalls auf seine Kosten. Auch dabei helfen Spezialfähigkeiten. Mit einer Stromladung legen wir Überwachungskameras kurzzeitig lahm und schleichen uns an Gegner an. Mit einem Hack können wir sie sogar direkt deaktivieren. Leider funktionierte das in der Previewfassung noch eher mäßig. Das Tempo im Schleichmodus ist viel zu langsam und die Gegner haben Adleraugen, mit denen sie uns schnell auf die Schliche kommen. Der Scannermodus, der Feinde und Items auch durch Wände anzeigt, ist mit seiner stilisierten Ansicht und unscharfen Markern auch keine große Hilfe.
Zu viel des Guten?
Das fällt insbesondere in den Open-World-Abschnitten auf. Ja, richtig gehört, abseits der linearen Gebieten schmeißt uns Atomic Heart regelmäßig in größere Levelabschnitte, die wir frei erkunden. Dort finden wir einerseits Missionen, die uns in der Story voranbringen, aber auch kleinere Nebenmissionen. In der spielbaren Vorschauversion infiltrierten wir etwa kleinere Forschungsanlagen, die bessere Ausrüstung lieferten.
Quelle: Mundfish
Atomic Heart: Bioshock mit Bruderkuss (3)
Bevölkert sind die Level von verschiedensten patrouillierenden Robotern. Erwischt man uns bei den Streifzügen oder hauen wir wild auf die Blechbüchsen drauf, steigt eine Art Fahndungslevel und das Kollektiv-Netzwerk schickt immer mehr Verstärkung. Jedenfalls so lange, bis wir das Weite suchen. Es soll auch die Möglichkeit geben, die Patrouillenstärke in der Umgebung zu senken, damit man sich freier bewegen kann.
Das ist eine nette Idee, diese Open-World-Bereiche könnten aber einiges an Tempo aus dem Spiel nehmen. Gerade die linearen Abschnitte sind bislang die Glanzmomente. Die Entwickler schicken uns hier nämlich auf eine toll getaktete Achterbahnfahrt aus Staunen und WTF-Momenten.
Klar ist es gut, an ruhigeren Stellen durchzuatmen. Atomic Heart wäre aber nicht das erste Abenteuer, das durch solche Abschnitte Schwung verliert. Wir hoffen also, dass auch die offenen Level spannende Nebenquests bieten, die ebenfalls mit skurrilen Charakteren und Geschichten aufwarten.
Noch einiges zu tun
Quelle: Mundfish
Atomic Heart: Bioshock mit Bruderkuss (6)
Allgemein machte die Vorschauversion einen recht vollständigen Eindruck. Grafikoptionen, Gameplayelemente und sogar unterschiedliche Sprachausgaben waren alle schon drin. Okay, das ist auch zu erwarten, schließlich vergeht nur noch ein Monat bis zum geplanten Release. Wir geben hier gleich mal Entwarnung: Die englische und deutsche Sprachausgabe sind mit passenden Stimmen besetzt und hinterließen in unserer Session einen guten Eindruck.
Das kann man vom Schliff des Spiels jedoch noch nicht sagen. Atomic Heart macht zwar einen vollständigen Eindruck, aber immer wieder blitzten in der Vorschauversion technische Unsauberkeiten auf.
Das fängt mit kleineren Grafikfehlern wie matschigen Texturen oder seltsam funkelnden Laternen an, geht über schwammiges Trefferfeedback und Audiobugs hin zu kurzen Ruckelpartien. Beim Spielen kam es immer mal wieder zu Stotterern. Das Abenteuer fing sich zwar stets nach wenigen Sekunden wieder, nachvollziehen, was die Aussetzer auslöst, konnten wir aber nicht. Natürlich sind das Kleinigkeiten und für sich genommen kein großes Ding. In der Summe rechnet sich das allerdings und erweckt den Eindruck, dass die Entwickler einiges zu tun haben, um die Ecken und Kanten abzufeilen, bis das Spiel am 21. Februar erscheint.
Grundsätzlich steckt in Atomic Heart ganz viel Potenzial für einen tollen Story-Shooter, der endlich wieder neues Futter und frischen Wind für ausgehungerte Bioshock-Fans bringt. Umso tragischer wäre es dann aber, wenn der Trip durch den Soviet-Robo-Albtraum wegen eines oder zwei fehlenden Monaten an Entwicklungszeit doch noch unter seinem Gewicht zusammenbricht.
