Atomic Heart: Ich bin voller Shooter-Hoffnung - Kolumne mit Video!

Kolumne Stefan Wilhelm 53,99 €
Atomic Heart: Ich bin voller Shooter-Hoffnung - Kolumne mit Video!
Quelle: Mundfish

Stefan hat ein Faible für Singleplayer-Shooter, die interessante Geschichten erzählen und spielerisch mehr bieten als Schießbuden-Geballer. Leider wird er damit von der Spieleindustrie seit Jahren ziemlich im Regen stehen gelassen, denn Bioshock, Wolfenstein und Half-Life lassen schon lange nichts mehr von sich hören. Zum Glück kommt bald Atomic Heart - und das ist drauf und dran, alles, was an den besten Singleplayer-Shootern begeistert, zu einem großartigen Ganzen zu vereinen. Ist es zu schön, um wahr zu sein?

Vor ein paar Monaten saß ich schon einmal hier (die Leser des Artikels bitte ich, sich nun eine graue Couch mit PC-Games-Logo im Hintergrund vorzustellen) und habe beklagt, dass das Subgenre der Movement-Shooter nach seiner kurzen Hochphase inzwischen beinahe ausgestorben ist. Auch heute soll's wieder um Shooter gehen, aber diesmal weniger pessimistisch: Denn neben Movement-Shootern habe ich auch ein Herz für Ballereien, die sich zum reinen Singleplayer bekennen, mir eine interessante Geschichte erzählen wollen und spielerisch mehr verlangen als Anvisieren und Abdrücken. In dem Segment steht uns Ende Februar der größte Titel seit Jahren ins Haus: Atomic Heart.

Das Sowjet-Bioshock mit den schrägen Trailern geistert schon so lange durch die Releaselisten, dass man zeitweise hätte annehmen können, es handle sich um Vaporware. Also um ein Spiel, das nur in vorgerenderten Videos und den Köpfen der Entwickler existiert. Nachdem mein Kollege Carlo vergangene Woche aber zu einem Anspieltermin nach Paris eingeladen wurde und nicht nur heil, sondern gar ziemlich überzeugt wieder heimkam, ist - zumindest für mich - endlich Vorfreude angesagt.

Ein Herz für Solisten

Denn klar, Shooter mit Einzelspieler-Kampagnen gibt es viele. Neben dem alljährlichen Call of Duty bieten auch Titel wie Destiny 2, Halo Infinite oder Far Cry 6 ordentliche Solo-Erfahrungen mit tollem Gunplay. Bei den ersten beiden kann man aber nicht wirklich von Singleplayer-Fokus reden, bei letzterem muss man dagegen mit der durchgenudelten Open-World-Formel leben.

Was ich mir wünsche, geht eher Richtung Control, Half-Life 2 oder Bioshock: Knackige Schusswechsel und Story in interessanten, klug designten Szenarien, die spielerisch mehr bieten als eine Ballerbude mit Skriptsequenzen und doofen Gegnern.

Weil es sich genau das auf die Fahne schreibt, steht Atomic Heart (jetzt kaufen 28,55 € / 53,99 € ) bei mir schon lang hoch im Kurs. Allein das Setting ist ein absoluter Volltreffer: Die retro-futuristische Sowjetunion, in der herrlich schräg designte Roboter einen blutigen Aufstand angezettelt haben, erschafft diese ganz spezielle Atmosphäre, die man in dem Genre sonst nur bei Fallout, Bioshock oder Wolfenstein bekommt.

Ich möchte mich vor zynischen Propagandapostern gruseln, ich will die Ruinen einer scheinbar perfekten Gesellschaft erforschen und dabei schmalzige, uralte Popmusik hören, die mir vor Augen führt, wie schön das alles hätte sein können. Der Soundtrack war neben dem tollen Figurendesign mein Highlight in den vielen Trailern - und wenn Mick Gordon beim Kämpfen dann noch mächtige Bässe und Gitarrenriffs einmischt, umso besser!

Dass die Entwickler mit kurzen Videos ihrer Roboter und Kreaturen Millionen von Aufrufen generiert haben, spricht Bände dafür, wie kreativ und interessant diese optisch umgesetzt wurden. Vor allem in einem Genre, bei dem man meistens Menschen ins Visier nimmt, sorgen diese Designs für dringend benötigten frischen Wind.

Groß(artig)e Vorbilder

Wenn ich an Half Life 2 denke, dann habe ich keinen x-beliebigen Combine-Soldaten im Kopf, sondern bizarre Maschinenwesen wie den Hunter. Selbiges gilt für Metal Gear Solid 4 mit seinen Gekkos oder natürlich die Big Daddys und Songbird aus der Bioshock-Reihe. Ein Multiplayer-Shooter mit drangehängter Kampagne kann mir so etwas nicht bieten, dafür braucht es kreative Settings und den Fokus auf die Einzelspieler-Erfahrung.

Es wird sich natürlich noch zeigen müssen, ob diese Feinde auch mit interessanten Verhaltensmustern überzeugen. Außerdem könnt ihr Gift drauf nehmen, dass ich Atomic Heart nach jedem einzelnen gezeigten Gegner absuchen werde - und wehe, der Jelly-Man oder die Clown-Falle haben es nicht ins Spiel geschafft!

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