Spielegeschichte: Von 1970 bis 1980 - wie alles begann
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Die Computer- und Videospiele der 1970er-Jahre waren genauso schlicht wie prägend. Im ersten Teil unserer neuen Artikelreihe möchten wir den alten Klassikern Tribut zollen und gleichzeitig analysieren, wie sich das gesamte Medium innerhalb eines Jahrzehnts gewandelt hat.
Ungefähr zur gleichen Zeit kam mit Fairchild Channel F die erste Konsole inklusive Mikroprozessoren auf den Markt, für die man obendrein weitere Spiele in Form von praktischen ROM-Steckmodulen kaufen konnte. Der Controller verzichtete auf das klassische Paddle und setzte ähnlich wie die elektromechanischen Automaten auf eine Art Joystick, der eine flexiblere Steuerung in acht verschiedene Richtungen ermöglichte. Leider war die Qualität der vorhandenen Spiele eher mäßig, weshalb das Gerät schnell in der Versenkung verschwand. Fairchild musste genau wie Magnavox erkennen, dass eine zukunftsweisende Technik allein nicht ausreicht. Für einen langfristigen Erfolg benötigte man gute Entwickler, die sich mehr Gedanken um das Spiel an sich machten. Und genau in diesem Punkt zog Atari von Jahr zu Jahr immer weiter an der Konkurrenz vorbei.
Eine Konsole für Jung und Alt
Dies wurde 1977 umso offensichtlicher, als Atari selbst den nächsten Schritt wagte und mit dem Atari VCS eine eigene Modul-basierende Konsole verkaufte. Anders als bei der Konkurrenz ging das Konzept voll auf, weil sich Atari deutlich mehr Mühe als die Mitbewerber gab und schlicht ergreifend den Fokus auf die Qualität der Produkte legte.
Quelle: Atari/Medienagentur plassma
Mit Breakout erfand Atari eine gewitzte Pong-Variante, die sich völlig anders spielte als das Original und somit zu den innovativsten Titeln der 1970er zählte.
Der Konsole lag das Ballerspiel Combat (1977) bei, in dem sich zwei Spieler mit kleinen Pixelpanzern bekämpften. Mehr als zwei Dutzend Spielmodi sorgten für zahlreiche Varianten, in denen etwa die Panzer unsichtbar waren oder man zu Luft mit Flugzeugen einen Kampf bestreiten musste.
Flag Capture (1978) war eine frühe 2D-Variante von Capture the Flag, während Breakout (1978) den gleichnamigen Automaten kompetent kopierte. Mit Superman erschien 1979 die erste offizielle Filmumsetzung zum Superhelden-Streifen, die den Spieler mit farbenfroher Optik erfreute und einer abstrakten Story sowie lose zusammenhängenden Szenen verwirrte.
Angespornt durch Ataris Erfolg, veröffentlichte Magnavox 1978 eine weitere Konsole mit dem schlichten Namen Odyssey 2. Auch Spielzeuggigant Mattel wollte ein Stück vom Kuchen abhaben und brachte 1979 das Intellivision auf den Markt. Beide Geräte sollten sich gegen die Vormachtstellung des Branchenriesen behaupten und lösten somit den ersten Konsolenkrieg aus - auch wenn der Ausgang schnell zugunsten des Marktführers ausfiel.
Ebenfalls kurz vor Ende des Jahrzehnts etablierten sich mit dem Apple II und dem Atari 400 sowie dem Atari 800 die ersten Heimcomputer. Allerdings sollte es noch einige Jahre dauern, bis sie einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung von Computer- und Videospielen hatten. Deshalb erwähnen wir die Geräte nur am Rande und räumen ihnen lieber im zweiten Teil unserer Artikelreihe mehr Platz ein.
Ausgereifte Ballerspiele
Zum Schluss erschienen noch zwei weitere wegweisende Action-Titel, die wir nicht unerwähnt lassen dürfen. Taitos Space Invaders (1978) konfrontierte den Spieler mit einer Alien-Invasion, die in Reihe sowie im stoischen Takt der monotonen Musik näher rückte und die man mit einer kleinen Kanone abwehren musste. Ataris Asteroids (1979) wiederum versetzte uns mitten ins Weltall und feuerte uns reihenweise Asteroiden um die Ohren, die bei Beschuss in kleine Teile zerbröckelten und daraufhin noch schneller durch das All zischten.
Beide Spiele waren deshalb so gut, weil sie einfach funktionierten. Sie demonstrierten, dass man mit einfachen Mitteln viel mehr als mit überkomplexen Konzepten erreichen kann und eine gute Steuerung das A und O für einen echten (Spielhallen-)Hit waren.
Auf der Kippe ins nächste Zeitalter
Unsere letzten Beispiele waren auch in den frühen 80er-Jahren noch sehr populär, markieren aber einen prima Abschluss der 1970er und gaben damals und einen vielversprechenden Ausblick auf die kommende Komplexität von Videospielen. Da wäre insbesondere die erste Version des berühmten Flight Simulator, der von der US-Softwarefirma Sublogic hergestellt sowie vertrieben wurde. Er wurde im Gegensatz zu Airfight für den Apple-II-Computer konzipiert und erstaunte mit einer komplexen 3D-Engine, auch wenn diese genau wie ihr Vorläufer nur langsam über den Bildschirm zuckelnde Drahtgittermodelle zustande brachte.
