Spielegeschichte: Von 1970 bis 1980 - wie alles begann
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Die Computer- und Videospiele der 1970er-Jahre waren genauso schlicht wie prägend. Im ersten Teil unserer neuen Artikelreihe möchten wir den alten Klassikern Tribut zollen und gleichzeitig analysieren, wie sich das gesamte Medium innerhalb eines Jahrzehnts gewandelt hat.
Baers Odyssey war eine Konsole, die man an einen handelsüblichen Fernseher anschloss. Sie konnte nur zwei große und ein kleines Quadrat darstellen, die je nach eingesteckter Steckkarte unterschiedlichen Regeln ausgesetzt waren. Am beliebtesten war das Tennis-Spiel, demzufolge das kleine Quadrat als Ball und die großen als Schläger fungierten. Sowohl "Physik" als auch "Spielmechanik" waren äußerst simpel: Sobald der Ball am Schläger abprallte, wurde dieser geradewegs zurückgeschleudert. Der Spieler konnte jedoch mit einem kleinen Drehregler die Flugbahn des Balls beeinflussen und somit sein Gegenüber austricksen. Die Bewegungsrichtungen der Schläger kontrollierte man mit zwei weiteren Reglern oder genauer gesagt Paddles. Dies war alles andere als intuitiv, weil die Regler an der Seite eines unförmigen Kastens angebracht waren und man mit dem linken die horizontale, sowie mit dem rechten die vertikale Richtung des Schlägers bestimmte.
Des Weiteren war die Grafikdarstellung der Konsole derart schlicht, dass dem Gerät Folien beilagen. Diese klebte der Käufer über seinen Fernseher, woraufhin er beispielsweise ein Labyrinth, ein Spielbrett oder einen Ski-Parcours zu Gesicht bekam. Demzufolge gab es auch keine einprogrammierten Sieg- oder Niederlage-Bestimmungen, weshalb die Spieler selbst auf das vorgegebene Regelwerk achten mussten.
Dafür lagen dem Spiel zahlreiche Goodies wie Spielbretter oder Spielsteine bei, die an klassische Gesellschaftsspiele erinnerten. Zu guter Letzt konnte man sogar eine alte Light Gun erwerben, die einem realen Jagdgewehr ähnelte.
Quelle: Atari/Medienagentur plassm
Dank der 2022 erschienenen Spielesammlung Atari 50: The Anniversary Celebration kann man Pong in seiner Urform auf der Playstation 5 zocken.
Ataris Arcade-Automat Pong beschränkte sich hingegen auf die besagte Tennis-Variante, die dafür deutlich ausgereifter und dem Konkurrenten klar überlegen war. Das Spiel besaß eine viel flexiblere Kollisionsabfrage inklusive "Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel"-Prinzip und beinhaltete essenziell notwendige Elemente wie einen Punktezähler, der den aktuellen Spielstand festhielt. Während das Magnavox Odyssey mittelfristig ein obskures Nischenprodukt blieb, schlug Pong ein wie eine Bombe. Es sollte Vorbild für zahlreiche Fortsetzungen und Nachahmer sein, womit sich Atari schnell eine goldene Nase verdiente. Einziger Wermutstropfen: Magnavox konnte in einem Rechtsstreit nachweisen, dass Bushnell vor der Veröffentlichung von Pong eines ihrer Odyssey-Geräte auf einer Messe ausprobiert hatte. Folgerichtig musste er nachträglich 700.000 US-Dollar Lizenzgebühren abdrücken - angesichts des riesigen kommerziellen Erfolgs seines Geräts jedoch verschmerzbar.
Der Beginn der Vielfalt
Parallel zum elektronischen Tennis-Hype entstanden auf Großrechnern fleißig weitere Meilensteine der Gaming-Geschichte, die ein Genre nach dem anderen begründeten. Vor allem 1973 ging es spieletechnisch rund: So entwickelte sich Empire zum ersten Multiplayer-Arena-Shooter, in Lemonade Stand konnte man erstmals virtuelles Geld erwirtschaften und Maze War erfand die Ego-Perspektive. In Space Race musste man mit einer Rakete an pixelgroßen Meteoren vorbeifliegen, in Lunar Lander gegen die Gravitation kämpfen, um sicher auf einer ebenen Plattform zu landen, und Gotcha brachte im wahrsten Sinne des Wortes Farbe ins Spiel.
Ungefähr zur gleichen Zeit erschien die erste Version von Hunt the Wumpus für den PDP-10; sie markierte den Startschuss der Adventures. Die Katz-und-Maus-Jagd verzichtete vollkommen auf Grafiken und konzentrierte sich auf eine reine Textdarstellung, die sowohl kurze Raumbeschreibungen als auch Angaben über den möglichen Aufenthaltsort von Fledermäusen, Fallgruben sowie dem titelgebenden Wumpus ausspuckte.
