Fehlstart und Zukunftshoffnung zugleich: Bei Assetto Corsa Evo stockt der Motor

Special Michael Grünwald
Fehlstart und Zukunftshoffnung zugleich: Bei Assetto Corsa Evo stockt der Motor
Quelle: Kunos Simulazioni

Assetto Corsa Evo besitzt das Potenzial, das Rennspiel-Genre zu revolutionieren. Im Early Access gibt's aber noch Probleme.

Wer die Welt richtig brennen sehen möchte, stellt die maximale Anzahl an 29 KI-Fahrern und dazu noch die enge Berg-und-Tal-Strecke in Bathurst ein. Oft halten Fahrzeuge sogar irgendwo auf der Piste an und blockieren den Weg. Aber auch das wird Kunos wahrscheinlich hinbekommen, denn mit den NPC-Piloten in Assetto Corsa Competizione kann man schließlich richtig gut um Positionen kämpfen.

Was mich direkt zum Schadensmodell bringt, denn auch dabei muss ich auf die Zukunft verweisen. Die Kollisionsabfrage funktioniert bereits sehr gut, und auch ein Autosymbol mit Schadensanzeige wird bei Unfällen eingeblendet. Auswirkungen gibt's bislang aber noch nicht. Im Vorgänger kann sich das Schadensmodell aber sehen lassen, deswegen bin ich auch für AC Evo zuversichtlich.

Fahrzeuge von Alpine stehen an der Box Quelle: Kunos Simulazioni

Bis zum Morgengrauen und noch viel weiter

Grafisch macht das Spiel bereits einen soliden Eindruck, wenngleich zwischendurch einige Clipping-Fehler und Texturprobleme auffallen. Die Qualität kommt nicht ganz an Gran Turismo 7 und Forza Motorsport heran, doch die Racing-Simulation setzt eben andere Prioritäten.

Technisch punktet Evo vor allem nachts sowie in den Morgen- und Abendstunden. Gerade die beliebten Langstreckenrennen erhalten dadurch einen Atmosphäre-Boost. Übrigens: Wenn einem das Sitzfleisch für die langen Rennen fehlt, man aber dennoch unterschiedliche Tageszeiten erleben möchte, kann man den Wechsel zwischen den Tageszeiten auch problemlos beschleunigen.

Sound-technisch macht der Titel ebenfalls einiges her. Die unterschiedlichen Fahrzeuge klingen wie ihre realen Vorbilder, wie man es von einem guten Rennspiel erwarten kann. Nur das Quietschen der Reifen hört sich beim Anbremsen hin und wieder ein wenig seltsam an.

Die Revolution steht bevor

Ein Rennen aus der Motorhaubenansicht Quelle: Kunos Simulazioni Ihr merkt also: Bislang ist AC Evo eine gute Sim, ohne aber komplett zu überzeugen. Ich bin mir allerdings sehr sicher, dass die Entwickler die Probleme schnell in den Griff bekommen werden. Das Fahrverhalten - also der wichtigste Punkt - ist außerdem schon verdammt stark.

Doch ich erwarte in der Zukunft nicht nur ein gutes Rennspiel, sondern einen Sprung an die Genrespitze. Die optionale, offene Spielwelt rund um die Nürburgring Nordschleife wird im Sommer ihren Weg ins Spiel finden, und gut umgesetzt könnte das Feature eine kleine Revolution darstellen.

Das komplette Gebiet soll inklusive integrierter Werkstätten, Tankstellen und Aufträge frei befahrbar sein. Eine Laser-gescannte Open World, die in Deutschland angesiedelt ist, gab es bisher noch nicht, und gerade die Eifel-Region rund um die legendäre Rennstrecke ist ein Traum, der dann für viele Fans in Erfüllung gehen wird.

Bis zum finalen Release des Spiels im Herbst sollen außerdem noch der Fuhrpark und die Streckenliste erweitert werden. 100 Fahrzeuge und 15 Kurse sind das vorläufige Ziel von Kunos. Wie in den Vorgängern wird diese Liste auch noch nach dem Launch nach und nach erweitert.

Da auch der ebenfalls integrierte VR-Modus im Early Access noch Probleme macht, haben die Entwickler in den nächsten Wochen allerdings noch etliche Baustellen vor sich. Das Grundgerüst steht, jetzt fehlt das Feintuning, um voll durchzustarten.

Fazit

Ich kann kaum erwarten, bis AC Evo weitere Updates bekommt. Das Fahrverhalten ist schon jetzt eins der besten überhaupt!

Assetto Corsa Evo gibt's seit dem 16. Januar 2025 auf Steam im Early Access. Auf den Normalpreis von 39,99 Euro erhalten Interessenten derzeit einen Rabatt von 20 Prozent. Bis zum Erscheinen der 1.0-Version sind alle weiteren Updates kostenlos. Transparenzhinweis: Der Publisher stellte uns eine Vorschau-Version zur Verfügung.

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