Zurück zu den Wurzeln der Assassinen - So gelungen ist das Schleich-System in Assassin's Creed Shadows

Special Vivien Ziermann
Zurück zu den Wurzeln der Assassinen - So gelungen ist das Schleich-System in Assassin's Creed Shadows
Quelle: Ubisoft

Seit Assassin's Creed Origins haben sich die großen Open Worlds immer weiter von den Wurzeln der Assassinen entfernt. Mirage war ein erster Schritt zurück zu alten Stärken. Doch welchen Weg geht Assassin's Creed Shadows?

Assassin's Creed beeindruckte die Spieler von Anfang an so stark, wie es kaum ein anderes Spiel aus dem Hause Ubisoft geschafft hat. Kein Wunder also, dass die Hauptreihe mit Assassin's Creed Shadows bald ihren dreizehnten Release feiert. Als Mitglied eines geheimen Ordens gegen die Tempelritter in den Krieg ziehen, aus dem Schatten heraus agieren, schleichen, klettern und mit versteckter Klinge Feinde ausschalten. All das gehört zu dem einzigartigen Charme, der Assassin's Creed schon immer ausgemacht und so viele Spieler in seinen Bann gezogen hat.

Seitdem die Reihe 2017 mit Assassin's Creed Origins eine aufwendige Neuausrichtung erhalten hat, haben sich die neuen Teile immer mehr von der ursprünglichen Idee der Assassinen entfernt und sich mit immer größeren Welten, immer mehr Loot und immer umfangreicheren Fähigkeitsbäumen dem Genre der Action-RPGs angenähert - zum großen Unmut vieler Fans. Die Klagen darüber, dass die neuen Titel gar nichts mehr mit Assassin's Creed zu tun hätten, wurden immer lauter.

Mit dem Release von Assassin's Creed Mirage reagierte Ubisoft auf das Feedback der Spieler und orientierte sich im Gamedesign wieder mehr an den Wurzeln der Reihe, nachdem sich das Wikinger-Setting von Assassin's Creed Valhalla so weit von den Assassinen entfernt hat, wie es nur ging. Auch das jetzt erschienene Assassin's Creed Shadows (jetzt kaufen 49,85 € ) setzt erneut auf eine große Open World, viel Erkundung und verschiedene Rollenspielelemente. Doch haben die Entwickler aus dem Feedback der Spieler lernen können und die Kernelemente der neueren Serienteile mit den Stärken der ersten Assassin's-Creed-Titel verbunden?

Die Qual der Wahl

Als jemand, der erst spät in die Reihe eingestiegen ist, kann ich nur erahnen, wie enttäuschend es für die Fans gewesen sein muss, als sich die Spiele immer weiter vom eigentlichen Konzept entfernt haben. Dennoch konnten auch die neuen Teile zahlreiche Spieler überzeugen, wie unsere Leserfrage gezeigt hat - zusätzlich zu den Wertungen und Verkaufszahlen der Spiele. Und auch ich hatte mit jedem Ableger der Assassin's-Creed-Reihe viel Spaß. Doch da ich als Spieler auch lieber aus dem Geheimen agiere, statt mich in offensive Kämpfe zu stürzen, konnte ich gut verstehen, warum insbesondere Valhalla genau deswegen in der Kritik stand.

Trotz der vielen Kritik ist Valhalla bis heute der am häufigsten verkaufte Teil der Assassin's-Creed-Reihe. Kein Wunder also, dass Ubisoft an diesem Konzept festhalten möchte - ein Zwiespalt, wie er im Buche steht. Wofür sollte man sich also als Entwickler entscheiden? Lieber auf die Verkaufszahlen hören und diesen Weg weiter gehen oder die Kritik der Spieler berücksichtigen und zu den Wurzeln zurückkehren? In Shadows hat sich Ubisoft für dieses Dilemma einen interessanten Kniff einfallen lassen und es meiner Ansicht nach richtig gut gelöst.

Bildergalerie

Denn anstatt diese Wahl zu treffen, bei der die Entwickler so gesehen nur falschliegen können, lassen sie die Spieler entscheiden. Mit den beiden Protagonisten in Assassin's Creed Shadows werden sowohl eine offensive Spielweise als auch das beliebte Schleich-Gameplay abgedeckt. Nachdem ich im Prolog mit jedem Charakter einige Zeit gespielt habe, um ein Gefühl für die jeweilige Spielweise zu bekommen, kann ich mich jederzeit frei zwischen den beiden entscheiden, ganz nach meinen Vorlieben oder danach, welche Herangehensweise mir in den verschiedenen Situationen in der Geschichte günstiger erscheint.

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