Ein Spiel für alle oder nur für echte Fans - kann Assassin's Creed Shadows auch ohne Japan-Interesse überzeugen?

Kolumne Vivien Ziermann
Ein Spiel für alle oder nur für echte Fans - kann Assassin's Creed Shadows auch ohne Japan-Interesse überzeugen?
Quelle: Ubisoft

Als Nicht-Fan des Japan-Settings hat sich Vivi im neuen Teil der Assassin's-Creed-Reihe ausgetobt, um zu testen, ob Shadows auch Spieler ohne Japan-Interesse überzeugen kann.

Lange haben es sich die Fans ausdrücklich gewünscht, jetzt ist es endlich so weit und der nächste Teil der beliebten Assassin's-Creed-Reihe führt die Spieler ins feudale Japan mit allem, was dazu gehört. Als mächtiger Samurai oder als gefürchtete Shinobi wird in Assassin's Creed Shadows wieder gekämpft, gemeuchelt und geklettert, was das Zeug hält, um ein kostbares Artefakt zu erobern. Außerdem wartet erneut eine riesige, wunderschöne offene Welt darauf, von den Spielern erkundet zu werden. Doch funktioniert der inzwischen dreizehnte Teil der Hauptreihe auch für diejenigen, die dem Setting nicht so viel abgewinnen können?

Was mich angeht, spricht mich das Setting im feudalen Japan leider nicht an. Und um das gleich zu Beginn klarzustellen: Nein, es ist keine Abneigung gegen das Land, dessen Bewohner, Kultur oder dessen Bräuche. Mir geht es hierbei schlichtweg um eine Frage kreativer Vorlieben für Settings in Videospielen. Dennoch gab es bereits einige Titel, die mich trotz des für mich weniger interessanten Settings komplett begeistert haben. Mein Paradebeispiel dafür ist, wie könnte es auch anders sein, Ghost of Tsushima, das bis heute zu den besten Spielen gehört, die ich bisher erleben durfte.

Also warum sollte ich Assassin's Creed Shadows (jetzt kaufen 49,85 € ) nicht die gleiche Chance geben? Immerhin konnte ich seit der Neuausrichtung der Reihe jedem Teil etwas abgewinnen, ganz unabhängig davon, in welcher Zeit und welcher Region er gespielt hat. Nachdem ich nun rund 20 Stunden im feudalen Japan verbracht habe, konnte ich mich mit den Stärken und Schwächen des neuen Ubisoft-Titels vertraut machen und muss leider sagen: Ich bin enttäuscht.

Wunderschöne Welt mit weniger Freiheiten als gewohnt

Worauf ich mich bei Assassin's-Creed-Spielen immer verlassen kann, ist die eine grafisch beeindruckende, wunderschön gestaltete Welt. Von den atemberaubenden Dünen der Wüste in Origins über die Küsten Griechenlands in Odyssey, die direkt Lust auf Urlaub machen, bis hin zu den Fjorden Norwegens und den saftigen grünen Wiesen Englands in Valhalla hat es jede Welt geschafft, dass ich mehrmals kurz innegehalten habe, um die Landschaft zu genießen. Auch Shadows reiht sich mühelos in diese Serie ein. Beim Erkunden des feudalen Japans konnte ich immer wieder wunderschöne Orte entdecken, die mich ins Staunen versetzten.

Allerdings bin ich bereits beim Erkunden auf Aspekte gestoßen, die mich bei längerer Spielzeit gestört haben. Zum einen ist das Reisen querfeldein so umständlich, dass ich mich nach vielen Versuchen doch immer wieder für die angelegten Wege entschieden habe. Natürlich ist es prinzipiell möglich, alles frei zu erkunden, doch lassen sich anders als in den Vorgängern nicht mehr alle Felsen erklettern. Beim Laufen durch dicht bewachsene Gebiete komme ich schlecht oder gar nicht voran und sehe nichts außer einem grünen Bildschirm. Mit meinem Pferd durch dichte Wälder zu reiten, brauche ich gar nicht versuchen. Dadurch fühle ich mich in der Erkundung sehr eingeschränkt, da es auch ab und zu ratsam ist, sich abseits der Wege zu halten.

Ganz besonders, wenn der innere Monk erst dann zufrieden ist, wenn das komplette Gebiet aufgedeckt ist. Denn anders als in den Vorgängern wird die Karte in Shadows nicht durch das Synchronisieren der Schnellreisepunkte aufgedeckt, sondern nur durch die manuelle Erkundung. Will ich also keine weißen Flecken mehr auf meiner Karte haben, muss ich jeden Zentimeter selbst ablaufen oder -reiten. Was beispielsweise bei einigen Gebirgen schlichtweg nicht möglich ist.

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