Assassin's Creed Shadows wird deutlich besser - aber warum erst jetzt?
Kolumne
Das erste große Title-Update für Assassin's Creed Shadows bringt neue Komfortfunktionen. Matthias findet, solche Features gehören ins Releaseprodukt.
Spieler von Assassin's Creed Shadows können heute das erste große Post-Launch-Update zum Japan-Abenteuer herunterladen. Mit Title-Update 1.0.2 gehen die Entwickler von Ubisoft eine ganze Reihe von Problemen an. So wurden zahlreiche Bugs bei Quests, im Stealth, beim Balancing, der Ausrüstung und vielen anderen Bereichen behoben. Wer auf der PS5 Pro spielt, kann sich zudem noch über verbesserte Leistung durch Unterstützung von PSSR freuen.
Das ist alles schön und sollte auch so sein. Was mich allerdings zu diesem Artikel bewogen hat, sind die ebenfalls im Update enthaltenen Neuerungen im Bereich der Komfortfunktionen. Dazu gehört unter anderem die absolut geniale Funktion, das Pferd automatisch die Straße folgen zu lassen, wenn die Wegfindungsunterstützung aktiviert ist. Auch die Möglichkeit, im Inventar Gegenstände zu markieren und diese dann auf einen Schlag zu verkaufen oder zerlegen zu lassen, macht das Abenteurerleben sehr viel leichter.
Warum ist Komfort so zweitrangig?
Die Frage, die sich mir immer wieder stellt, wenn ich so etwas in Patch Notes nach dem Release eines Spiels lese: Warum war das eigentlich nicht gleich von Anfang an enthalten? Warum sind Komfortfunktionen bei Entwicklern offenbar immer erst ein nachgeordneter Gedanke, den man nach Release irgendwie angeht? Dabei ist Assassin's Creed Shadows (jetzt kaufen 49,85 € ) bei weitem kein Einzelfall. Es dient mir hier mal wieder nur als Auslöser für meine Gedanken zu dem Thema.
Gerade solche Funktion, wie das Markieren von Gegenständen im Inventar, um nicht jedes Item einzeln verkaufen zu müssen, ist ein absoluter No-Brainer. Solche Funktionalitäten gibt es schon seit Ewigkeiten in Spielen mit Itemverwaltung. Dass an so etwas nicht schon während der Entwicklung gedacht wird, ist mir unerklärlich. Während der Entwicklung werden die Spiele doch auch gespielt, da muss so etwas doch auffallen.
Komfort sollte von Anfang an mitgedacht werden
Nun kommt von Entwicklern vermutlich das Argument, dass vor Release erst einmal wichtig ist, das Spiel fertig und fehlerfrei zu bekommen. Aber diese Ausrede kann ich nicht wirklich gelten lassen. Schließlich war es ja jetzt relativ schnell möglich, neue Features hinzuzufügen. Allzu viel Aufwand scheint es ja dann nicht gewesen zu sein. Viel wichtiger ist jedoch in meinen Augen, dass eine komfortable Bedienung von Anfang an Teil des Game-Designs sein sollte.
Nun liegt es schon in der Natur des Redakteurs-Daseins, dass ich in der Regel Early Adopter bei Spielen bin. Die meisten neuen Titel im Jahr gehe ich vor dem Release oder spätestens zum Launch an. Wenn diese nachträglichen Verbesserungen des Komforts hinzugefügt werden, ist das Thema für mich größtenteils schon durch. Das gilt natürlich auch für viele Kunden, die Vertrauen in das Produkt haben und es direkt zum Release kaufen.
Jedoch sollten diese Kunden nicht benachteiligt werden, sondern von Anfang ebenfalls ein komfortabel zu bedienendes Erlebnis präsentiert bekommen. Daher tun sich Entwickler meines Erachtens keinen Gefallen, wenn sie die sogenannten "Quality of Life"-Features erst nach dem Release in Angriff nehmen. Schließlich wird der erste Eindruck geformt, wenn das Spiel auf den Markt kommt. Spieler, die dann vielleicht früh aufgrund von mangelndem Komfort abspringen, gewinnt man in der Regel auch mit späteren Patches nicht zurück.
Stattdessen fördern die Entwickler mit dieser Strategie nur immer mehr die Einsicht bei den potenziellen Kunden, dass es sich nicht lohnt, ein Spiel zu Release zum vollen Preis zu kaufen. Schließlich bekommt man Wochen oder gar Monate später möglicherweise das wesentlich bessere Produkt. Aber wenn immer mehr Leute erst zugreifen, wenn der Preis gesunken ist oder das Spiel im Sale angeboten wird, ist den Machern sicherlich auch nicht geholfen.
