Assassin's Creed: Origins - Test und Video-Review zum Release: Open-World-Epos aus Ägypten für PC, PS4 und Xbox One
Test 53,99 €
Assassin's Creed Origins ist das beste AC seit Teil 2! Im Test mit Video-Review untersucht PC Games den mutigen Neuanfang durch Entwickler Ubisoft Montreal ganz genau. Legt Origins wirklich alle Altlasten der Serie ab? Vom Ägypten-Setting über das neue Kampfsystem bis hin zu den Rollenspiel-Einflüssen: Die Wertung gibt Aufschluss über die Qualität des Open-World-Epos!
Was für einen Unterschied so ein kleiner Balken macht! Im Assassin's Creed Origins-Test ertappten wir uns immer wieder dabei, stolz auf die schmale XP-Anzeige oben rechts zu schielen, die mit jeder erfüllten Quest, jedem besiegten Gegner und jedem erforschten Ort anwächst: Wieder hat unser Held einen Schritt auf dem Weg zum nächsten Level gemacht, es winken der Stufenaufstieg und ein neuer Skillpunkt für den Talentbaum.
In der Vergangenheit haben zwar bereits andere Assassin's Creed-Serienteile wie Unity mit derlei Aufstiegsmechaniken experimentiert. Aber nie war waren diese RPG-Mechaniken so zentral im Spielkonzept verortet wie bei ACO im Jahr 2017. Der Release von Assassin's Creed Origins stellt einen Wendepunkt in der Geschichte der wichtigsten Ubisoft-Reihe dar: Nach Assassin's Creed 4: Black Flag ist Origins die zweite umwälzende Revolution innerhalb der Serie - und das beste AC seit Assassin's Creed 2.
Das liegt unter anderem an der Konsequenz, mit der Entwickler Ubisoft Montreal das einstige Action-Adventure-Gameplay in Richtung Rollenspiel umgebürstet hat. Assassin's Creed Origins ist, so zeigt unser Review, eines der besten Open-World-Abenteuer 2017 - und das ist im Jahr von Horizon: Zero Dawn und The Legend of Zelda: Breath of the Wild eine beachtliche Leistung!
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Assassin's Creed Origins-Test mit Video-Review: Gelungenes Kampfsystem
Drei große spielmechanische Neuerungen bringt Origins mit in die AC-Serienhistorie. Da wäre zum einen das Kampfsystem. Vorbei sind die Zeiten der übermächtigen Kontermechanik und dem automatischen "Ranbeamen" an entfernte Gegner nach Betätigung der Angriffstaste. Die Hitboxen sind ausgefeilter als in den Vorgängern, Hiebe gehen bei falscher Positionierung auch schon mal ins Leere und eine optionale Fokusmechanik hält den Feind im Zentrum des Bildschirms, während Held Bayek ihn auf eure Tasteneingaben hin umkreist. Neben vier unterschiedlichen Varianten von Pfeil und Bogen für den Fernkampf stehen euch auf kurze Distanz Äxte, Schwerter (auch zwei gleichzeitig), Speere, Stäbe und Keulen zur Verfügung - alle mit eigenen Animationen, Geschwindigkeiten und einem sehr guten Treffer-Feedback.
Quelle: PC Games
Die Gegner setzen unterschiedliche Taktiken ein, so müssen wir etwa die Schildabwehr durchbrechen oder Nebelbomben ausweichen.
Das Kampfsystem kennt leichte und schwere Schläge, die sich beliebig kombinieren lassen. Schwere Angriffe durchbrechen die meisten Schilde; euer Protagonist führt selbst stets einen Schild mit sich. Im Gefecht kommt es darauf an, im richtigen Moment die Tasten für Blocken und Ausweichen zu drücken, ohne dass dies wie in Batman: Arkham Knight oder Mittelerde: Schatten des Krieges durch riesengroße Einblendungen deutlich gemacht wird - erst recht wenn ihr die Interface-Anzeigen teilweise oder komplett abschaltet.
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Trotz Verzichts auf ein Ausdauer-System konnten wir im Test aber nicht unendlich oft ausweichen: Nach drei Hechtsprüngen muss Bayek kurz verschnaufen. Die dabei zum Einsatz kommende Animation wirkt im ersten Moment sehr hektisch, der Protagonist gleitet scheinbar wie auf Schlittschuhen über den Boden. Aber nach kurzer Zeit hat man sich an diese Merkwürdigkeit gewöhnt und genießt die Dynamik und Spannung der Kämpfe. Viel Abwechslung in Sachen Gegnerdesign und Bewaffnung halten die Auseinandersetzungen langfristig frisch. Einige Widersacher weichen selbst flink Bayeks Angriffen aus oder nutzen hohe Turmschilde, die nicht so einfach zu überwinden sind. Spezialangriffe helfen.
Quelle: PC Games
Spektakulär: Sandstürme können jederzeit entstehen und nehmen euch für einige Minuten die Sicht.
Mit jeder Aktion im Kampf lädt sich eine Adrenalinleiste auf. Ist sie voll, aktiviert ihr einen von zwei Special Moves, abhängig von der verwendeten Waffe. Entweder lasst ihr im Zeitlupenmodus einen Schlaghagel auf eure Feinde niedergehen oder aber Bayek setzt zu einem Sturmangriff an, der fast immer tödlich endet. Eure eigene Gesundheit regeneriert sich im Kampfverlauf, die Geschwindigkeit hängt vom Schwierigkeitsgrad ab.
Ja, richtig gelesen, es gibt drei Schwierigkeitsgrade, ein Novum für die Serie. Im Optionsmenü lässt sich jederzeit zwischen Leicht, Normal und Schwer wählen; während der Review-Phase fühlten wir uns auf der mittleren Stufe gut unterhalten und gefordert.
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Richtig knifflig werden die Kämpfe jedoch, wenn ihr gegen Gegner antretet, deren Level deutlich über Bayeks eigener Charakterstufe liegt. Denn das ist die zweite Neuerung von Assassin's Creed Origins: Wie in einem typischen Rollenspiel bestimmten hinter den Kulissen Zahlenwerte über Sieg oder Niederlage.
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Quelle: PC Games
Das Inventar bietet eine Vergleichsfunktion für Ausrüstungsgegenstände wie Schilde, Bögen oder Schwerter.
Der kleine XP-Balken in Assassin's Creed Origins (siehe Anfang des Tests) steht stellvertretend für die tiefgehenden Veränderungen im Vergleich zum Vorgänger AC: Syndicate. RPG-Mechaniken wie Loot und Skill-Ausbau wurden konsequent fortgeführt: In Schatztruhen und bei besiegten Gegnern findet ihr nun haufenweise Ausrüstungsgegenstände mit Schadens- und Verteidigungswerten. Je seltener ein Item ist (symbolisiert durch verschiedene Farben von Blau über Lila bis Gelb), desto höher die Chance für Spezialboni wie Giftschaden. Ein einzigartiger Schild bewirkte sogar, dass Gegner bei einem perfekten Block schlafen geschickt wurden!
Die Loot-Spirale dreht sich in Assassin's Creed Origins fleißig; im Test kehrten wir immer wieder gerne ins Inventar zurück, um Gegenstände auszutauschen.
Toll: Wenn eure Lieblingswaffe nicht mehr eurem Charakterlevel entspricht und somit eigentlich nutzlos geworden ist, könnt ihr sie beim Schmied an Bayeks Stufe anpassen - das kostet Gold, verbessert die Schadenswerte und erhöht somit die Lebensdauer der Items. Reparieren müsst ihr übrigens nichts, Schilde & Co. bleiben stets in perfekter Verfassung.
Auch Outfits und Reittiere lassen sich jederzeit wechseln, allerdings beschränken sich die Auswirkungen einer solchen Veränderung lediglich auf die Optik. Um die Lebenspunkte oder den Fernkampfschaden zu erhöhen, könnt ihr in Assassin's Creed Origins zusätzlich Gebrauch vom Crafting machen. Das Handwerkssystem ist simpel und drängt sich nicht auf. Während ihr in der Far Cry-Serie selbst noch euer Portemonnaie mit Tierfellen ausbauen musstet, gibt's in ACO lediglich sechs Gegenstände, die ihr mit Leder, Erzen und Holz verbessert. Dazu begebt ihr euch auf die Jagd - in der Spielwelt tollen überall Krokodile, Hyänen und andere Tiere herum.
Quelle: PC Games
Alle Gegner in AC: Origins besitzen ein Level. Auch die Tiere, die ihr zwecks Crafting jagt!
Deren Ableben bringt euch nicht nur die benötigten Materialien, durch den Tod von Tieren wie menschlichen Widersachern gelangt ihr auch an die Ressource XP. Die verdient ihr allerdings hauptsächlich durch Missionen und das Abklapppern von weißen Fragezeichen auf der Weltkarte; purem Grinding wird so ein Riegel vorgeschoben. Assassin's Creed Origins kennt keine Charakterklassen, die Maximalstufe eures Helden beträgt Level 40. Allerdings könnt ihr nach dem Story-Ende einfach weiterspielen und unendlich Erfahrungspunkte sammeln: Eure Stufe verändert sich dann nicht mehr, ihr bekommt aber weiterhin Skillpunkte und könnt so den kompletten Talentbaum ausfüllen.
AC: Origins kennt viele nützliche Fähigkeiten, die wir mit Freude freigeschaltet haben, etwa ein Doppelattentat, den sehr nützlichen Rammangriff oder im Flug steuerbare Pfeile. Allerdings sind manch andere Skills dagegen nutzlos.
Apropos nutzlos: Aufgrund der Level-Mechanik und der empfohlenen Mindeststufen für Quests und den Besuch bestimmter Regionen kommt es schon mal vor, dass ihr vor einem Gegner steht, den ihr einfach nicht besiegen könnt - nicht einmal mit der in den Vorgängern immer tödlichen versteckten Klinge. In solch einem Fall heißt es aufleveln und später zurückkommen, denn die Widersacher leveln nicht automatisch mit, sondern bewegen sich stets in einem bestimmten, für die Region spezifischen Stufensegment.
Das motiviert auf der einen Seite, die Stufenleiter immer weiter zu erklimmen, schränkt euch aber zu Beginn natürlich beim Erkunden der Welt ein. Tipp: Es lohnt sich, ohne viele Umwege der Hauptstory zu folgen, denn die führt euch nach und nach durchs virtuelle Ägypten. Und nebenbei ist sie auch noch richtig unterhaltsam!
