Assassin's Creed: Odyssey in der Vorschau - unser letzter großer Check vor dem Test
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Wir hatten die Ehre, Ubisofts kommendes Meuchelmörder-Abenteuer ganze acht Stunden bei einem Event in Paris zu spielen. In unserer ausführlichen Vorschau sagen wir euch, wie gut uns der Anfang der Griechenland-Odyssey auf der PS4 Pro gefallen hat, wo es noch so kurz vor dem Release Probleme gibt und ob wir AC: Odyssey schon jetzt ohne Bedenken weiterempfehlen können.
Wie schon der griechische Philosoph Sokrates vor knapp 2.500 Jahren feststellte, ist die Stagnation der Anfang vom Ende. Das ist offensichtlich auch den Entwicklern von Ubisoft aufgefallen, als die etlichen Ableger ihrer Meuchelmörderreihe abseits eines frischen Settings immer weniger Neues zu bieten hatten und die Serie auf der Beliebtheitsskala immer weiter in die Regionen der Bedeutungslosigkeit sank. Mit Assassin's Creed: Origins konnte der französische Publisher im vergangenen Jahr aber wieder punkten, da man sich zum einen mehr Zeit für die Entwicklung gelassen hat und zum anderen die Open-World-Action-Reihe mit passenden Rollenspielelementen garnierte sowie das Kampfsystem Richtung Dark Souls trimmte.
In diesem Artikel
Daher waren wir im Vorfeld der E3 ein wenig skeptisch, als Ubisoft einen neuen Teil der Assassin's Creed-Reihe ankündigte, der schon im Oktober dieses Jahres erscheinen sollte. Vor allem die Frage, ob das im antiken Griechenland angesiedelte Odyssey genügend frische Spielelemente mit an Bord hat und ob die Entwickler in einem so kurzen Zeitraum ein vollwertiges und zugleich erfrischend anderes Meuchelmörder-Abenteuer abliefern können, stimmte uns ein wenig misstrauisch. Doch nach mehreren Anspiel-Events auf unterschiedlichen Spielemessen waren wir uns einig: Assassin's Creed Odyssey hat dank der Massengefechte und wiedereingeführten Seeschlachten eindeutig das Potenzial, ein würdiger Nachfolger von AC: Origins zu werden (nachzulesen zum Beispiel in unserer AC: Odyssey-Vorschau von der gamescom 2018)
Assassin's Creed Odyssey Vorschau: Viel Zeit
Nun hatten wir in Paris nochmals die Gelegenheit, das Griechenland-Abenteuer auszuprobieren. Ausprobieren ist hier aber tatsächlich ein wenig untertrieben, denn wir durften ganze acht Stunden lang Odyssey von Anfang an spielen und konnten uns so ein gutes Bild dessen machen, was auf uns zum Release am 5. Oktober zukommt. An dieser Stelle wollen wir euch noch kurz warnen: In unserer Vorschau werden wir auf einige Aufträge und auch deren Ausgang eingehen. Wir versuchen zwar möglichst, keine wichtigen Story-Wendungen oder überraschende Charakterentwicklungen zu verraten, aber wer sich im Oktober ganz ohne Spoiler in das Abenteuer stürzen möchte, sollte an dieser Stelle nochmals überlegen, ob er wirklich weiterlesen möchte.
Quelle: PC Games
In den Schlachten müssen wir auch gegen feindliche Helden antreten. Die Kämpfe gegen die Hünen können mitunter sehr schwer ausfallen.
Bevor wir uns aber auf die Odyssee begeben dürfen und uns für die Heldin Kassandra oder den Helden Alexios entscheiden müssen, erleben wir in Assassin's Creed: Odyssey (jetzt kaufen / 53,99 € ) sogleich eines der neuen Spielelemente: eine Massenschlacht. König Leonidas kämpft mit seinen Spartiaten gegen die Perser bei den Thermopylen und wir mischen hier kräftig mit. Unsere Aufgabe ist es - wie auch in den späteren Gefechten im Spiel - Anführer und Helden auszuschalten und so dafür zu sorgen, dass unsere Truppen die Vormacht im Geplänkel halten. Das geht in dem Tutorial noch sehr einfach von der Hand, da wir in die Rolle eines hochstufigen Charakters schlüpfen und mit unseren kräftigen Spezialattacken die Feinde mit wenigen Treffern erledigen. In den späteren Massenschlachten - die Entwickler sprechen hierbei von ungefähr 150 kämpfenden Soldaten - ist der Ausgang aber eher ungewiss, da wir oft weniger Truppen ins Feld führen und uns so deutlich weniger Zeit verbleibt, die feindlichen Anführer überhaupt zu entdecken und sie anschließend umzuhauen.
Doch vor allem die Kämpfe gegen andere Helden fallen in den späteren Gefechten deutlich schwerer als noch im Tutorial aus. Wir durften bei unserem Anspiel-Event eine weitere Schlacht spielen und mussten das beinharte Duell gegen einen riesigen Athener ganze drei Mal wiederholen, bis wir siegreich vom Felde gingen - Dark Souls lässt hier also nett grüßen. Man kann sich hierbei ein wenig weiterhelfen, indem man vor einer großen Schlacht gewisse Nebenaufgaben wie etwa ein Attentat auf den gegnerischen Anführer absolviert und so die Vorherrschaft der Feinde im Gebiet verringert.
Assassin's Creed Odyssey Vorschau: Auf den Spuren der Assassinen
Warum wir ausgerechnet die berühmt-berüchtigte Schlacht bei den Thermopylen zu Anfang von Assassin's Creed: Odyssey präsentiert bekommen, bleibt erst einmal ein wenig schleierhaft. Nach dem kurzen, aber grandios inszenierten Einführungsgefecht tauchen wir jedoch mit Hilfe des sogenannten Animus ins Jahr 431 vor unserer Zeitrechnung ab. Dort sollten wir entweder als Alexios oder Kassandra Ausschau nach dem Speer von Leonidas halten und auf diese Weise wohl dem Ursprung des Assassinen-Ordens noch vor den fiesen Widersachern von Abstergo auf die Schliche kommen. Sowohl Alexios als auch Kassandra sind Nachfahren des Spartaner-Königs und verdingen sich als eher arme Söldner auf der Insel Kefalonia, dem größten Eiland im Ionischen Meer. Vom Charakter sind sich beide sehr ähnlich - kämpferisch, humorvoll, direkt und natürlich überaus mutig - und wie es sich im späteren Spielverlauf für uns herausstellte, teilen sie sich auch dieselben Eltern; im Grunde genommen ist unser spielbarer Charakter abgesehen von seinem Geschlecht eigentlich dieselbe Person. Doch ob sie tatsächlich während des Abenteuers irgendwann aufeinander treffen, wollen wir an dieser Stelle natürlich nicht verraten.
Quelle: PC Games
Der Zyklop ist der heimliche Herrscher der ersten Insel Kefalonia.
Bevor wir überhaupt auf die Idee kommen können, das malerisch schöne Inselreich von Kefalonia zu erkunden, greifen uns aber zwei Schergen eines gewissen Zyklopen an. Ganz unschuldig daran sind wir nicht, denn Alexios (wir haben uns zur Abwechslung für den Helden statt der Heldin entschieden) ist eher - sagen wir mal - direkt in seiner Wortwahl und provoziert so die Söldner des zwielichtigen Magnats. Nachdem wir dem Duo eine kräftige Abreibung verpasst haben, dürfen wir selbst wählen, ob wir die Schergen noch am Leben lassen oder nicht. Das ist auch eine der Neuerungen von Assassin's Creed: Odyssey: Durch solche und ähnliche Entscheidungen beeinflussen wir die gesamte Story des Spiels und werden laut den Entwicklern auch unterschiedliche Enden erleben. Die Wahl an dieser Stelle hat aber schlussendlich nur geringe Auswirkungen: Wenn wir die Schergen getötet hätten, hätten wir sie in einer späteren Nebenmission nicht wiedergesehen. Insgesamt hatten wir in unseren acht Spielstunden auch keine so wirklich gravierende Entscheidung in den Dialogen getroffen. In einem Gespräch mit einer Söldnerin namens Odessa konnten wir immerhin einen bleibenden Eindruck bei der hübschen Frau hinterlassen, woraus im späteren Verlauf allem Anschein nach gar eine kleine Romanze entstehen kann. Laut den Entwicklern können sich auch ganze Quest-Reihen durch unsere Entscheidungen ergeben. Wie lang und wie aufwendig inszeniert sie ausfallen, können wir an dieser Stelle nur mutmaßen.
Assassin's Creed Odyssey Vorschau: Nervige Kopfgeldjäger
Quelle: PC Games
Unser Ziehvater Markos hat sich nicht nur bei uns, sondern euch beim Zyklopen verschuldet.
Im Anschluss erfahren wir, dass Alexios Ziehvater Markos sich ausgerechnet bei dem Zyklopen verschuldet hat, weil er ein Weingut ersteigert hat - Markos ist wohlgemerkt eher das Gegenteil eines gewissenhaften Winzers. Der Gute ist eben ein wenig naiv und auch etwas dreist, denn obendrein schuldet er Alexios eigentlich noch eine gar nicht so kleine Summe Geld. Da es bei Markos nun mal nichts mehr zu holen gibt, lassen wir uns auf einen Deal ein. Ein anderer Händler schuldet unserem Ziehvater noch Geld und wir sollten unsere Muskeln spielen lassen, damit der Krämer uns die Drachmen überlässt. Immerhin dürfen wir uns ein Pferd von Markos nehmen und sind so ein wenig flotter als zu Fuß auf der Insel unterwegs. Das Geld bekommen wir von dem Händler relativ fix, als wir einige seiner Waren demolieren und ihm drohen, damit weiterzumachen. Doch da Markos bei dem Zyklopen so hoch verschuldet ist und die Konsequenzen womöglich am Ende auch auf uns fallen könnten, übergeben wir die Drachmen unserem Ziehvater.
Quelle: PC Games
Mit dem Bogen gehen wir lautlos vor und teilen großen Schaden aus, falls wir die Köpfe der Feinde treffen.
Markos hat aber noch einen weiteren Auftrag für uns: Wir sollen Bögnerin Drucilla zur Hand gehen und Holz für ihre Pfeilbogen besorgen. Dafür bekommen wir auch gleich einen einfachen Jagdbogen als Vorschuss geschenkt und können so unsere Gegner leicht aus der Distanz ausschalten. Doch gewisse Herausforderungen bringt die Mission mit sich: Das Holz ist ausgerechnet in Besitz des Zyklopen und wird von vielen seiner Schergen bewacht. Obendrein hat der Magnat einen Kopfgeldjäger auf uns angesetzt, der nun auf der gesamten Insel nach uns sucht. Das sogenannte Söldner-System ist auch eine weitere Neuerung in Assassin's Creed: Odyssey. Sobald wir uns auf einer Insel daneben benehmen und etwa Feinde töten oder Waren stehlen, setzen NPCs Kopfgelder auf uns aus - im schlimmsten Falle machen so bis zu fünf Söldner Jagd auf uns. Um die lästigen - und gefährlichen - Verfolger loszuwerden, stehen uns drei Optionen zur Verfügung. Wir können den Auftraggeber entweder bezahlen oder töten. Zudem steht es uns natürlich auch frei, den Kopfgeldjäger selbst aus dem Rennen zu nehmen. So profitieren wir noch von seiner speziellen Ausrüstung, die wir natürlich nach einem erfolgreichen Kampf einsacken dürfen. Allerdings sollte man auch beachten, dass die Kopfgeldjäger tödlich sein können, wenn sie ein paar Erfahrungsstufen mehr auf dem Buckel haben als wir. In unserem Fall waren die ersten Begegnungen mit Talos Steinfaust auch tödlich und zudem hatten wir in der von uns gespielten Version einen nervigen Bug, der den mächtigen Stufe-5-Kopfgeldjäger jedes Mal in unseren Missionsarealen wie aus dem Nichts erscheinen ließ und der Hüne partout das Gebiet nicht verlassen wollte. Leider war es bei diesem speziellen Söldner auch nicht möglich, seinen Auftraggeber zu bezahlen - schließlich war der Zyklop ein besonderer NPC, der für die Handlung von einer gewissen Bedeutung war. So mussten wir die ersten Aufträge als Schmidtchen Schleicher erledigen, sprich nicht einmal bei den Gegnern auffallen. Sonst hätte der Kopfgeldjäger uns mit wenigen Treffern schon ausgeschaltet.
