Assassin's Creed Nexus: Das beste Assassin's Creed des Jahres ist nicht Mirage!

Special Lukas Schmid
Assassin's Creed Nexus: Das beste Assassin's Creed des Jahres ist nicht Mirage!
Quelle: Ubisoft

Heimlich, still und leise erscheint 2023 neben Assassin's Creed Mirage mit Assassin's Creed Nexus VR noch ein weiteres Meuchelmörderspiel - und kann sich sehen lassen!

Womit ich ab und an übrigens doch etwas zu kämpfen hatte, war die Klettersteuerung. An und für sich macht sie das, was sie soll, in seltenen Momenten greift man aber unverschuldet ins Leere beziehungsweise durch die Levelarchitektur hindurch und stürzt hinab. Und wirklich nicht gut funktioniert das Hüpfen von einem Haltepunkt zum nächsten, da habe ich bis zum Spielende keine Taktik gefunden, die durchgehend und zuverlässig funktionierte. Mag an mir liegen, ich behaupte aber, dass das Spiel schuld ist, denn im vorhin erwähnten Horizon: Call of the Mountain und vor allem in den ebenfalls Meta-Quest-exklusiven Kletterspielen The Climb 1 und 2 hatte ich keinerlei Probleme, trotz einer ansonsten nahezu identischen Klettersteuerung.

Nun aber mal runter vom Dach und ab in den Kampf, und auch da erfindet Nexus das VR-Rad nicht neu. Mit der eigenen Klinge blockt man je nachdem, von wo der*die Feind*in zuschlägt und attackiert dann selbst, die versteckte Klinge dient hier quasi als Zweitwaffe, nach und nach kommen Helferlein wie Pfeil und Bogen, Wurfmesser und Nebelgranaten hinzu.

Sind alle Römer weg?

Das funktioniert, das taugt, allerdings kann man viele Gefechte auch cheesen, indem man die übermäßig starke Rush-Attacke benutzt. Das führte bei mir auf dem normalen Schwierigkeitsgrad dazu, dass ich oftmals die Geduld verlor, mich zu verstecken und schleichend vorzugehen und mich stattdessen in Gefechte gegen fünf oder mehr Gegner*innen warf. Die sind übrigens natürlich stets so freundlich, nur nacheinander anzugreifen. Generell ist schleichen quasi immer völlig optional.

Wurf mit Tomahawk Quelle: Ubisoft Und das ist schon fast schade, denn wie eingangs erwähnt zeichnet sich Nexus VR vor allem durch den toll umgesetzten Stealth aus. Im Stroh hocken, Feind*innen heranpfeifen, Gegenstände zur Ablenkung in entfernte Ecken pfeffern - nice!

Schleich dich!

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir hierbei eine Szene im frei erforschbaren Boston. Da war ich durchs Wasser an eine Gruppe Feinde herangeschwommen und hing am Pier unter ihren Füßen. Zuerst warf ich einen Gegenstand, um einen der Bösewichte wegzulocken. Dann zog ich den Kerl direkt vor mir ins Wasser. Anschließend feuerte ich, noch immer hängend, ein Wurfmesser auf einen etwas in der Ferne stehenden Soldaten. Und danach kletterte ich an Land, schlich mich an den von mir abgelenkten Gegner heran und gab ihm von hinten mit der versteckten Klinge den Rest.

Hört sich in der Beschreibung vielleicht nicht sonderlich beeindruckend an, aber der Stealth hat einen dermaßen guten Flow und wäre in dieser Intensität und Machart in einem "normalen" Assassin's Creed nicht möglich.

Mag sein, dass es andere VR-Stealth-Spiele gibt, die ich nicht kenne und die hier einen ähnlich guten oder besseren Job machen, aber mich hat Assassin's Creed Nexus VR in diesen Momenten weggeblasen, während es ansonsten "nur" ein sehr anständiges VR-Abenteuer ist.

Dominika Wilk Quelle: Ubisoft Und abseits der nicht ewig langen, aber je nach Spielart für VR-Verhältnisse doch anständig langen Story? Nun, da gibt es auch noch einige Dinge zu tun, wenngleich spätestens hier der Vergleich mit den "echten" Assassin's Creeds schwer wird, was Umfang und Abwechslung angeht. Da warten dann Sammelgegenstände auf euch, die bekannten historischen Hintergrundinfos zu den Orten und Epochen, in denen ihr unterwegs seid und ein paar Challenges, in denen man etwa auf Ziele schießen oder im Rahmen eines Zeitlimits durch Tore laufen muss.

So macht Meuchelmorden Spaß!

Nichts Weltbewegendes, für ein wenig zusätzliche Langzeitmotivation sowie für Komplettist*innen taugt's aber. Und lustigerweise fühlen sich diese Aufgaben recht stark nach stumpfem Abklappern der Maps an - ist also doch Assassin's Creed!

Okay, das war böse und am Ende des Tages hat mich Assassin's Creed Nexus VR schon wirklich gut unterhalten. Es hat klare Schwächen, ist abseits des Stealths keine Innovationsgranate und die Tatsache, dass es nur für Meta Quest zu haben ist, dürfte vielen VR-Fans sauer aufstoßen.

Aber es ist offensichtlich, dass hier ein Team am Werk war, dass Ahnung davon hat, was VR auszeichnet und das verstanden hat, wie man Assassin's Creed so ins VR-Gewand einpacken kann, dass es sich nach wie vor nach Assassin's Creed anfühlt und in mancher Hinsicht sogar besser ist als das "Original".

In vielerlei Hinsicht hat es mich mehr abgeholt als Assassin's Creed Mirage, das ich kurz vor Nexus VR gespielt habe und das sicher auch kompetent gestaltet, am Ende aber eben doch nur "more of the same" ist.

Und hey, ich habe in Assassin's Creed Nexus VR nach all den Jahren endlich wieder in die Haut von Ezio Auditore da Firenze schlüpfen können, dem nach wie vor coolsten Assassinen diesseits des Tiber. Alleine darum komme ich um eine klare Kaufempfehlung nicht herum.

Assassin's Creed Nexus VR ist seit dem 16. November 2023 erhältlich, wie erwähnt exklusiv für Meta Quest 2, Meta Quest Pro und Meta Quest 3 und kostet zum Release knapp 40 Euro. Ich testete auf der Meta Quest 3. Transparenzhinweis: Die Version des Spiels wurde vom Publisher zur Verfügung gestellt.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk