15 Jahre Assassin's Creed: Die Evolution der Schleichspiel-Saga

Special Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
15 Jahre Assassin's Creed: Die Evolution der Schleichspiel-Saga
Quelle: Ubisoft

Wir blicken zurück auf Ubisofts Assassin's Creed. Lest in unserem Report, wie die Serie Open-World-Spiele prägte - und was wir noch von ihr erwarten können.

Als Bayek von Siwa macht ihr das ptolemäische Ägypten unsicher und werdet so (ganz nebenbei) zum ersten Assassinen der Bruderschaft. Erzählerisch ist Bayek erwachsener und weniger eindimensional als frühere Helden. Motive wie Sex und Romanzen spielen hier ebenfalls eine Rolle. Assassin's Creed Origins prägte die nachfolgenden Titel immens und gilt für nicht wenige als der wichtigste Serienteil seit Assassin's Creed 2. Folgerichtig baute das seit 2015 in der Entwicklung befindliche Assassin's Creed Odyssey (2019) auf diesem Konzept auf und erweiterte es. Als Schauplatz diente diesmal das antike Griechenland.

Mit Kassandra und Alexios gab es gleich zwei spielbare Charaktere. Wie in einem Rollenspiel stellte euch Odyssey immer wieder vor Entscheidungen, die am Ende vom Tag allerdings viel zu selten einen wirklichen Unterschied machten. Ubisoft pumpte das Spiel zudem unnötig auf: Mit sich wiederholenden Massenschlachten, bei denen man entweder auf der Seite der Spartaner oder der Athener kämpfte, und auch mit prozedural generierten Zufalls-Quests.

Beide Neuerungen kamen nicht gut an und so überzeugte Assassin's Creed Odyssey vor allem aufgrund seiner guten Basis und des Settings, wurde aber vielerorts als problematischer Schritt in der Seriengeschichte gesehen.

Der Skandal, der Assassin’s Creed beinahe das Genick gebrochen hätte: Unity hatte zum Start massive Probleme – speziell in der PC-Version. In der Folge entschädigte Ubisoft die Nutzer und konzipierte die Serie um.  Quelle: Moby Games Der Skandal, der Assassin’s Creed beinahe das Genick gebrochen hätte: Unity hatte zum Start massive Probleme – speziell in der PC-Version. In der Folge entschädigte Ubisoft die Nutzer und konzipierte die Serie um. 

Vielleicht tat Ubisoft auch genau deshalb mit dem 2020 veröffentlichten Assassin's Creed Valhalla einen Schritt in die Vergangenheit der Serie. So brachte man unter anderem das aus frühen Teilen bekannte "Social Stealth" zurück. Hauptcharakter Eivor, diesmal wahlweise männlich oder weiblich, kann sich etwa in Menschenmassen tarnen oder Betrunkene provozieren, um eine Ablenkung herzustellen.

Auch brachten die Entwickler das Erobern von Lagern zurück, das längere Zeit keine größere Rolle gespielt hatte. Im Kern blieb Assassin's Creed Valhalla allerdings ein enorm umfangreiches Open-World-Rollenspiel, das sein nordisches Setting sehr gewinnbringend einsetzte. Mythologie und Geschichte gingen in der durchaus spannenden Geschichte Hand in Hand.

Zugleich raffte Ubisoft auch die noch im Vorgänger stark kritisierten Nebenmissionen. Assassin's Creed Valhalla bescherte dem Unternehmen Rekordeinnahmen und durchbrach bereits Anfang 2022 die Grenze von einer Milliarde US-Dollar.

Die Zukunft von Assassin's Creed

Nach 15 Jahren ist Assassin's Creed als Entertainment-Marke längst etabliert und auch über die Grenzen der Gaming-Welt hinaus bekannt. Bereits 2020 kündigte Ubisoft an, dass man mit dem Streaming-Anbieter Netflix kooperiert. Gemeinsam arbeitet man an einer Live-Action-Serie auf Basis Assassin's Creeds.

Mit Assassin’s Creed Origins entwickelte Ubisoft das erste echte Action-Rollenspiel der Serie – mit sehr viel Loot, einem umfangreicheren Erfahrungssystem und prozedural erstellten Nebenquests.  Quelle: Moby Games Mit Assassin’s Creed Origins entwickelte Ubisoft das erste echte Action-Rollenspiel der Serie – mit sehr viel Loot, einem umfangreicheren Erfahrungssystem und prozedural erstellten Nebenquests. 

Als Showrunner und Autor fungiert Jeb Stuart, der sich unter anderem durch die Netflix-Serie Vikings: Valhalla einen Namen gemacht hat. Die Zusammenarbeit mit dem Streaming-Dienst umfasst außerdem ein neues Mobile-Game unter dem Banner der populären Assassinen-Reihe.

Dazu bestätigte man auf der im September 2022 gestreamten Ubisoft Forward eine ganz Reihe frischer Spiele für die Hauptserie auf Konsole und PC. Besonders spannend: Ubisoft fährt in Zukunft zweigleisig und bietet nicht mehr nur Action-Rollenspiel-Klopper à la Valhalla oder Origins.

Das 2023 erscheinende Assassin's Creed Mirage (jetzt kaufen 62,73 € ) verzichtet daher etwa auf üppige Charakterelemente und setzt stattdessen verstärkt auf die Gameplay-Eckpfeiler früherer Teile. Hier seid ihr als Assassine Basim im Bagdad des neunten Jahrhunderts unterwegs.

Das wahrscheinlich 2024 erscheinende Assassin's Creed: Codename Red dagegen wird wieder ein ausgewachsenes Action-Rollenspiel und entführt euch ins feudale Japan. Mit Assassin's Creed: Codename Hexe wird dagegen wieder ein kleinerer Titel kommen, der im Europa des 16. Jahrhunderts spielen wird.

Die Eroberungsmissionen von Assassin’s Creed Odyssey sahen beeindruckend aus und machten Spaß. Deren Einfluss ist allerdings abseits des Freischaltens von Loot eher überschaubar.  Quelle: Moby Games Die Eroberungsmissionen von Assassin’s Creed Odyssey sahen beeindruckend aus und machten Spaß. Deren Einfluss ist allerdings abseits des Freischaltens von Loot eher überschaubar. 

Der Reveal-Trailer lässt bereits auf ein düsteres, okkult angehauchtes Szenario hoffen, und entsprechend schlug Assassin's Creed: Codename Hexe ein wie eine Bombe.

Als übergeordnete Plattform und Schnittstelle für Hexe und Red soll das bereits seit Jahren herumgeisternde Assassin's Creed Infinity dienen. Wie Infinity genau aussehen und welche Funktionen es mitbringen wird, ist aktuell noch nicht bekannt.

Fest steht allerdings, dass Assassin's Creed für Ubisoft auch nach 15 Jahren eines der wichtigsten Pferde im Franchise-Stall ist. Die Neuausrichtung springt geschickt zwischen Nostalgie und Moderne hin und her und hat somit das Potenzial, der Wegbereiter für weitere Ubisoft-Marken zu sein. Auf dieser Reise dürfte auch der Erfolg der Netflix-Serie eine entscheidende Rolle einnehmen.

The Witcher zeigte, welch großen Einfluss eine gelungene Adaption für eine Videospielserie haben und das Erschließen einer neuen Zielgruppe sein kann. Assassin's Creed jedenfalls begleitete die Gaming-Community in den vergangenen 15 Jahren und wagt nun den nächsten Angriff auf den Mainstream-Markt. So schnell werden wir Ubisofts Kutten-Killer also nicht los - und das ist auch gut so.

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