15 Jahre Assassin's Creed: Die Evolution der Schleichspiel-Saga

Special Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
15 Jahre Assassin's Creed: Die Evolution der Schleichspiel-Saga
Quelle: Ubisoft

Wir blicken zurück auf Ubisofts Assassin's Creed. Lest in unserem Report, wie die Serie Open-World-Spiele prägte - und was wir noch von ihr erwarten können.

Als pures Assassinen-Spiel wäre Black Flag höchstens Durchschnitt, doch das Open-World-Design machte den Unterschied: Rätsel, Schatzsuchen, Fischfang und Jagd, Seeschlachten und viele weitere Möglichkeiten heben das Spiel von bisherigen Serientiteln ab. Das Schippern über die Ozeane und das Aufrüsten des Schiffs weckten bei vielen Spielern in Verbindung mit der äußerst gelungenen Inszenierung den Freibeuter. Zwei kleinere Ableger dürfen wir im Rahmen der Kenway-Saga nicht vergessen: Liberation (2012), das ursprünglich als Handheld-Spiel für die Playstation Vita erschien, und Schrei nach Freiheit (2014), das zunächst als DLC-Erweiterung gedacht war und sich später zum Standalone-Titel mauserte.

Das ebenfalls 2014 erschienene Assassin's Creed Rogue (2014) ist nicht nur der finale Serienteil auf Playstation 3 und Xbox 360, sondern schließt auch die Kenway-Saga ab. Erstmals wechseln wir die Seiten und treten als frisch zu den Templern konvertierter Assassine Shay Patrick Cormac an. Rogue präsentiert sich als Best-of vergangener Serienteile: Seefahrt wie in Black Flag? Check! Städtebau wie in Brotherhood? Check!

Dazu der übliche Mix aus Stealth und Action, eine Handvoll neuer Waffen und die für Assassin's Creed typischen Quests? Check! Rogue war erstaunlich konservativ und machte obendrein zu wenig aus dem Seitenwechsel. Es war ein souveränes Assassin's Creed, das Fans zufriedenstellte, aber vielerorts gemischt aufgenommen wurde.

Assassin’s Creed Rogue schloss die Kenway-Saga ab und erwies sich als solider Serienteil, zeigte aber zu wenig Mut zu Innovationen. Auch daraus, dass man erstmals einen Templer steuerte, wurde zu wenig gemacht.  Quelle: Moby Games Assassin’s Creed Rogue schloss die Kenway-Saga ab und erwies sich als solider Serienteil, zeigte aber zu wenig Mut zu Innovationen. Auch daraus, dass man erstmals einen Templer steuerte, wurde zu wenig gemacht. 

Der Unity-Absturz

Nachdem Assassin's Creed Rogue bereits einen schweren Stand hatte, folgte mit dem 2014 veröffentlichten Assassin's Creed Unity der vorläufige Tiefpunkt der Reihe. Dabei klang das Spiel auf dem Papier mehr als reizvoll: Als Szenario diente diesmal Paris zu Zeiten der Französischen Revolution. Als Protagonist diente der junge Adelige Arno Victor Dorian, dessen Vater selbst Assassine war und der einem mysteriösen Attentat zum Opfer fiel.

In der Folge wurde Arno vom Templer-Boss Francois de la Serre großgezogen, ehe er später jedoch ebenfalls in ein Mordkomplott verwickelt wird und schließlich seine eigene Vergangenheit herausfindet. Aus heutiger Sicht ist Assassin's Creed Unity kein schlechter Serienteil, auch wenn es spielerisch arg auf der Stelle trat.

Größtes Problem war allerdings die Technik: Assassin's Creed Unity stolperte - ähnlich wie die Last-Generation-Version von Cyberpunk 2077 - vor allem auf dem PC über eine Fülle von Programmfehlern, die schnell als Memes im Netz die Runde machten. Ruckler, Abstürze und andere Probleme plagten vor allem PC-Spieler.

Schrei nach Freiheit war die zweite Erweiterung zu Assassin’s Creed 4: Black Flag. Hier steuert ihr Adéwalé, der sich von Edward Kenways Quartiermeister zum Assassinen hochgearbeitet hat und jetzt gegen die Sklaverei kämpft.  Quelle: Medienagentur plassma Schrei nach Freiheit war die zweite Erweiterung zu Assassin’s Creed 4: Black Flag. Hier steuert ihr Adéwalé, der sich von Edward Kenways Quartiermeister zum Assassinen hochgearbeitet hat und jetzt gegen die Sklaverei kämpft. 

Als Entschädigung erhielten alle Käufer die Anfang 2015 veröffentlichte Erweiterung Dead Kings kostenlos. Nach unzähligen Patches war Assassin's Creed Unity schließlich auch prima spielbar. Der Ruf der Serie litt aber nachhaltig unter diesem Ausrutscher.

Denn nicht nur die Bugs allein brachten Kritiker und Spieler auf die Barrikaden: Unity zeigte eindringlich, dass die Serie stagnierte und die bewährte Rezeptur Jahr für Jahr neu aufwärmte. Ubisoft zog daraus Konsequenzen und kündigte an, dass man nach dem 2015 erschienenen Assassin's Creed Syndicate vom jährlichen Erscheinungsrhythmus abrücken würde.

Wieso nicht schneller? Zum Zeitpunkt des Unity-Fiaskos befand sich Syndicate bereits in der Entwicklung; ein Abbruch des Projekts wäre zu kostspielig gewesen.

Inmitten dieser Kontroverse erschien mit Assassin's Creed Chronicles eine mehrteilige 2D-Adaption, die zwar nie den Mainstream-Erfolg der großen Serie erreichte, aber clever die Stealth- und Freerunning-Essenz der Spiele in ein Plattformer-Setting brachte.

Der notwendige Neustart

Nach dem soliden, aber innovationsarmen Assassin's Creed Syndicate wurde es erst einmal ruhig um die Serie. Dass Ubisoft Assassin's Creed fortsetzen würde, war bekannt, jedoch ließ man sich mit der finalen Ankündigung des Nachfolgetitels Assassin's Creed Origins Zeit.

Das Spiel befand sich bereits seit 2014 in der Produktion, Hauptentwickler war Ubisoft Montreal. Anfang 2016 machte erste Gerüchte die Runde, dass der nächste Teil der Saga in Ägypten spielen würde. Im Mai 2017 bestätigte ein geleakter Screenshot diese Information.

Assassin’s Creed 4: Black Flag hatte zweifellos seine Schwächen. Allerdings überzeugte das starke Open-World-Design in Verbindung mit der Möglichkeit, die Karibik am Ruder der Jackdaw zu erforschen.  Quelle: Moby Games Assassin’s Creed 4: Black Flag hatte zweifellos seine Schwächen. Allerdings überzeugte das starke Open-World-Design in Verbindung mit der Möglichkeit, die Karibik am Ruder der Jackdaw zu erforschen. 

Assassin's Creed Origins (2017) stellte für die Reihe einen richtungsweisenden Neustart dar. Aus dem Stealth-Action-Mix wurde ein ausgewachsenes Action-Rollenspiel, dessen Gameplay einherging mit einem umfangreichen Loot- und Crafting-System, stärkerem Fokus auf storybasierte Nebenmissionen und Veränderungen an den Kämpfen und der Steuerung.

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