Anthem in der Vorschau, Seite 2 - Loot und Crafting, Koop-Gameplay, Schwachstellen und mehr

Special Lukas Schmid
Anthem in der Vorschau, Seite 2 - Loot und Crafting, Koop-Gameplay, Schwachstellen und mehr
Quelle: Electronic Arts

Anthem in der Hands-on-Vorschau: Singen wir Lobeshymnen oder beklagen wir, dass sich Bioware im Ton vergriffen hat? Wir konnten Anthem mehrere Stunden lang ausführlich anspielen und gehen in unserer großen Vorschau der Frage auf den Grund, ob die Macher von Mass Effect, Dragon Age und Co. auch mit ihrem kooperativen Action-Abenteuer wieder zu überzeugen wissen. Inklusive Preview-Video!

Das fängt schon damit an, dass der Ranger über einen sich regenerierenden Schild verfügt, der ihn vor Schaden schützt, solange er nicht völlig entfernt wird. Der Colossus hingegen muss mit einer einfachen Lebensleiste vorliebnehmen, kann dafür aber manuell einen physischen Schild aktivieren. In den Gefechten agiert man dadurch völlig anders und im Falle des Colossus zum Beispiel deutlich strategischer. Schön ist, dass alle Javelins ihr Bewegungsset auch in den Schlachten nutzen können. Es fühlt sich zum Beispiel ziemlich cool an, über Feinden zu schweben und ihnen aus der Luft heraus einzuschenken.

DIe Story des Spiels kann theoretisch auch alleine abgeschlossen werden, ist aber klar auf Koop ausgelegt. Quelle: PC Games DIe Story des Spiels kann theoretisch auch alleine abgeschlossen werden, ist aber klar auf Koop ausgelegt. Aber auch das prinzipielle Gunplay ist befriedigend. Jede Klasse ist gut beraten, auf bestimmte Typen zurückzugreifen - ein Colossus mit Snipergewehr ergibt etwa nur wenig Sinn -, die Entscheidung liegt aber bei uns. Aber egal, ob Snipergewehr, Machinenpistole oder Schrotflinte, das Waffenfeedback ist gut und die Steuerung präzise. Zusätzliche Helferlein wie Granaten, Laser und Spezialangriffe, die wir auslösen können, wenn sich eine bestimmte Leiste gefüllt hat, sorgen zusätzlich für Abwechslung. Obacht: Wir spielten auf Anraten der Entwickler mit einem Gamepad und das ist laut ihnen auch die beste Art und Weise, um Anthem zu erleben. Wir testeten die Maus-und-Tastatur-Kombo diesmal nicht selbst. Angesichts von Berichten aus der geschlossenen Alpha, dass es sich bei dieser nur eine emulierte Version der Gamepad-Steuerung gehandelt habe, hoffen wir, dass dies in der Release-Fassung nicht mehr der Fall sein wird.

Anzügliche Anpassungen

Wer will, bleibt in der Luft, solange es die Überhitzungsanzeige zulässt und heizt den Feinden von dort aus ein. Quelle: PC Games Wer will, bleibt in der Luft, solange es die Überhitzungsanzeige zulässt und heizt den Feinden von dort aus ein. Wenn wir nicht mit dem Javelin unterwegs sind, werkeln wir fleißig an ihm rum. Für alle Aufgaben in der Welt gibt es Loot, zusätzlich können wir in der offenen Welt Material für Crafting finden, etwa von Pflanzen oder Mineralienadern. Keine Frage, am Loote hängt, zum Loote drängt doch alles - die treibende Motivation im Spiel ist die Suche nach immer neuen Verbesserungen für unseren schicken Robo-Maßanzug. Einerseits können wir die Optik unseres Javelin anpassen und etwa eine Quasi-1:1-Kopie von Iron Man schaffen, andererseits - noch viel wichtiger - seine Leistung beeinflussen. So können wir die einzelnen Teile der Javelins separat verbessern und unseren Angriff, unsere Verteidigung und mehr in die Höhe treiben. Wie gesagt, neben dem Abschließen von Aufgaben ist es dafür auch immer wichtig, beim Erforschen der Welt die Augen nach neuem Material offen zu halten.

Ist unsere Spezialanzeige gefüllt, können wir einen zuvor ausgerüsteten, besonders verheerenden Angriff auslösen. Quelle: PC Games Ist unsere Spezialanzeige gefüllt, können wir einen zuvor ausgerüsteten, besonders verheerenden Angriff auslösen. Vielleicht noch wichtiger: An allen möglichen und unmöglichen Orten klauben wir Waffen auf - je schwerer die Herausforderung, desto höher die Chance auf eine durchschlagskräftige Wumme. Auch diese können wir anschließend offenbar weiter individualisieren - in der von uns gespielten Fassung waren noch nicht alle Slots verfügbar respektive war unser Spielfortschritt noch nicht weit genug, als dass wir hier schon auf die Feinheiten des Systems eingehen könnten oder auf die genauen Hintergründe des Craftings. Auch das Level-up-System beziehungsweise die verschiedenen Level-Systeme war in dieser Version noch nicht final, sodass wir über ihren Nutzen noch keine endgültige Aussage treffen können. Es ist davon auszugehen, dass genreytypisch die Hochkaräter unter den Waffen auch ein entsprechendes Erfahrungslevel voraussetzen. Alle Infos dazu und zu anderen offenen Fragen sowie den etwas komplexeren Spielelementen gibt es vermutlich im kommenden Monat, wenn Anthem in unser Testlabor wandert.

Mehr Spaß im Team

Was wir schon jetzt mit Sicherheit sagen können, ist, dass Anthem definitiv im Mehrspielermodus mehr Spaß macht. Theoretisch kann man die gesamte Story des Abenteuers auch alleine erleben, weswegen Kritik an der leidigen Always-online-Pflicht des Titels berechtigt ist. Nur in speziellen Herausforderungsmissionen, den sogenannten Strongholds, sind wir zu viert unterwegs. Aber auch sonst geht der Spielspaß des Abenteuers im Team deutlich besser auf, gerade mit Leuten, die man kennt. Ein gut zusammenarbeitendes Team, in dem jeder Spieler eine bestimmte Rolle einnimmt und man effektiv miteinander kommuniziert, sorgt für deutlich abwechslungsreichere Gefechte und ein größeres Befriedigungsgefühl, wenn man eine Mission erfolgreich abgeschlossen hat.

In Fort Tarsis treiben wir die Story voran und interagieren mit NPCs, nicht aber mit anderen Spielern. Quelle: PC Games In Fort Tarsis treiben wir die Story voran und interagieren mit NPCs, nicht aber mit anderen Spielern. Alleine hingegen besteht die Gefahr, dass Anthem dem bisherigen Anschein nach trotz der schönen Welt und der kompetent gemachten Action schnell monoton werden könnte. Umso unverständlicher, dass man zwischen Missionen aus der Gruppe gerissen wird und in Fort Tarsis alleine unterwegs ist. Wir hoffen ergo, dass der Social Hub direkt in das Fort integriert und kein separater Ort sein wird, denn eine Zweiteilung würde diese seltsame künstliche Trennung zwischen den Spielerlebnissen noch verstärken. So ist es aktuell noch reichlich umständlich, erst im Menü einen Gruppenführer festzulegen, dann physisch den Javelin in Fort Tarsis zu betreten, die gewünschte Mission auszuwählen und das Matchmaking zu starten. Das muss einfacher und eleganter gehen!

Wer keine Lust auf Voice Chat hat, kann auch auf eine Auswahl verschiedener Gesten zurückgreifen. Quelle: PC Games Wer keine Lust auf Voice Chat hat, kann auch auf eine Auswahl verschiedener Gesten zurückgreifen. An der prinzipiellen Struktur des Spiels haben wir hingegen nichts auszusetzen und kennen das so ähnlich bereits aus Titeln wie den beiden Destiny-Teilen. Entweder können wir alleine oder im Team die freie Welt erforschen und auf Zufallsereignisse treffen oder aber vorher Story- und Nebenmissionen auswählen, die zwar auch in der Welt angesiedelt, aber deutlich linearer aufgebaut und auch cineastischer präsentiert sind. Spezielle, zeitlich begrenzte Events sollen dafür sorgen, dass man nach dem Release immer wieder in die Welt von Anthem zurückkehrt und besonders knackige Herausforderungen wie die erwähnten Strongholds sollen auch diejenigen bei Laune halten, die schon fast alles im Spiel geschafft haben. Etwas verwunderlich finden wir es, dass Anthem zumindest zum Release und in absehbarer Zeit keinen kompetitiven Mehrspielermodus erhalten soll. in der Science-Fiction-Zukunft des Spiels wird also nur zusammengearbeitet!

Löblich: Wie schon vor einiger Zeit angekündigt, wird es in Anthem keine Lootboxen geben - offenbar hat Electronic Arts aus den selbst verschuldeten Debakeln in Titeln wie Star Wars: Battlefront 2 und Need for Speed: Payback doch etwas gelernt. Mikrotransaktionen wird es hingegen geben, offensichtlich aber nicht für die Leistung betreffende Objekte oder Waffen, sondern lediglich für kosmetische Items.

Konkurrenz am Futternapf

Sekundärwaffen wie Granaten oder dieser Laser benötigen nach Einsatz eine gewisse Zeit, um erneut benutzt werden zu können. Quelle: PC Games Sekundärwaffen wie Granaten oder dieser Laser benötigen nach Einsatz eine gewisse Zeit, um erneut benutzt werden zu können. So weit, so gut. Anthem kommt zwar nicht sonderlich kreativ daher, aber es ist es kompetent genug gestaltet, dass es durchaus fähig sein könnte, Destiny 2 und Co. etwas Wasser abzugraben. Vor allem der (etwas) stärkere Fokus auf eine interessante Handlung sagt uns zu und dass Bioware Mehrspieler können, hat man mit Star Wars: The Old Republic sowie den oft übersehenen, aber wirklich unterhaltsamen Multiplayermodi von Mass Effect und Dragon Age schon gesehen. Abzuwarten bleibt, ob das für die Bioware-Fanbase genug ist, um sich auf ein spielerisch und strukturell im Vergleich zu den anderen Titeln des Studios schon sehr andersartiges Spiel einzulassen.

Diese sollte durch die kürzlich erfolgte Ankündigung eines neuen Dragon Age aber zumindest ein wenig besänftigt sein. Ansonsten bleiben wie immer bei Spielen dieser Art ähnliche offene Fragen; ob etwa die Lootsuche auf Dauer genug motiviert, wie fleißig die Entwickler mit dem Nachreichen von neuem Content sind und ob das Matchmaking auch taugt, wenn man gemeinsam mit fremden Spielern in die Schlacht ziehen will etwa. Die Antworten auf diese Fragen gibt es ab dem 22. Februar respektive ab dem 15. Februar für Abonnenten von EA Access.

PC Games on Tour: Zu Besuch bei Bioware in Austin

Wenn einer eine Reise tut, dann hat er was zu erzählen. Die PC Games zog es nach Austin in Texas, wo wir die heiligen Hallen von Bioware besuchten.

Hier das obligatorische Beweisbild, um zu zeigen „Wir waren da!“. Bildschirme mit etwaigen geheimen Infos durften wir leider nicht fotografieren. Quelle: PC Games Der Eingangsbereich von Biowares Büro wird geprägt von beleuchteten Artworks aus allerlei Spielen des Kultstudios. Quelle: PC Games In einem großzügigen Relax-Bereich können die Angestellten essen, flippern, ausspannen und mehr. Quelle: PC Games

Etwas über 30 Kilometer entfernt vom Stadtkern von Austin befindet sich das Büro von Biowares texanischem Studio. Inmitten einer Art Tech-Campus, auf dem auch einige andere Unternehmen beheimatet sind, nehmen die Räumlichkeiten des Studios den kompletten zweiten Stock eines gigantischen Gebäudes ein. Wer sich hier nicht auskennt, verirrt sich schnell! Neben mehreren Großraumbüros erwartet Besucher ein Pausenraum mit Flipper und anderen Beschäftigungsmöglichkeiten, zahlreiche
Meetingräume und mehr, alles dank großer Fenster hell beleuchtet. Unglaublich: Biowares Hauptbüro in San Francisco ist sogar noch einmal deutlich größer!

Meinung

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Bildergalerie

  1. Seite 1 Anthem in der Vorschau, Seite 1 - Weltdesign, Technik, Javelins und mehr
  2. Seite 2 Anthem in der Vorschau, Seite 2 - Loot und Crafting, Koop-Gameplay, Schwachstellen und mehr
  3. Seite 3 Lead Producers Ben Irving und Thomas Singleton im PC-Games-Interview
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