Anno 117 verabschiedet sich vom alten Raster - und das bringt nicht nur Vorteile mit sich

News Felix Schütz
Anno 117 verabschiedet sich vom alten Raster - und das bringt nicht nur Vorteile mit sich
Quelle: Ubisoft, Collage: PC Games

In Anno 117 dürft ihr Straßen erstmals auch diagonal anlegen, dadurch ändert sich das vertraute Gameplay ein wenig. Alte Fans sollen aber trotzdem voll auf ihre Kosten kommen.

Anno, das hat Tradition! Vom bescheidenen Kontor über die ersten Wohngebäude, danach einige Fischer, Holzfäller und Jäger, bald darauf ein Marktplatz und noch so vieles, vieles mehr - die Fans kennen und lieben diese Formel, die seit Anno 1602 zum Einsatz kommt.

Eine wichtige Eigenschaft hat sich Anno bis heute bewahrt: das gute alte Raster (Grid), auf dem die Straßen und Gebäude platziert werden. Dazu wird die Map in rechteckige Kacheln unterteilt, die es erlauben, punktgenau und möglichst effizient zu bauen. Doch in Anno 117: Pax Romana (jetzt kaufen 50,13 € ) wird sich daran etwas Grundlegendes ändern, denn die Entwickler haben das Rastersystem zum ersten Mal in der Anno-Geschichte überarbeitet und erweitert. Und dank einem neuen Blog-Eintrag auf Anno Union wissen wir nun auch, wie sich das aufs Gameplay auswirken wird.

Zur Erinnerung: Das ändert sich am Anno-Raster

Es ist schon jetzt eine der wichtigsten Änderungen in Anno 117: In Ubisofts heiß erwartetem Aufbau-Spiel gibt es zwar weiterhin das klassische Raster, allerdings besteht es nicht mehr aus rechteckigen Kacheln wie in den Vorgängern. Stattdessen wird nun jede Gitterkachel nochmal in vier Unterkacheln unterteilt - dadurch lassen sich Straßen nicht nur in gewohnten 90-Grad-Winkeln anlegen, sondern auch diagonal, also in einem Winkel von 45-Grad. Für die Anno-Serie ein echtes Novum.

Eine Schaugrafik, die das neue Rastersystem von Anno 117 verdeutlicht. Quelle: Ubisoft In dieser Grafik seht ihr den Unterschied: Links das klassische Raster von Anno 1800, rechts das neue Raster von Anno 117 mit seinen vierteiligen Gitterkacheln. Diese Neuerung war nicht von Anfang an geplant. Auf Anno Union erklären die Entwickler, dass sie zu Beginn des Projekts noch mit verschiedenen Methoden experimentiert hatten. Man überlegte zeitweise sogar, das Raster komplett zu streichen! Doch damit wäre das typische "Anno-Tetris" weggefallen, bei dem man versucht, den knappen Bauplatz möglichst effizient auszunutzen.

Darum beschlossen die Entwickler, es mit vierteiligen Gitterkacheln und einer Bauweise mit 45-Grad-Winkeln zu versuchen - und das Ergebnis scheint zu gefallen. Dank der diagonalen Straßen sollt ihr nun wesentlich organischere Dörfer und Städte bauen können, ohne dabei zu sehr vom typischen Anno-Spielprinzip abzuweichen. Für "Schönbauer", die möglichst glaubwürdige Siedlungen erschaffen wollen, also gute Nachrichten!

Allerdings sollen sich die Komplexität und der Bedienaufwand dabei nicht unnötig erhöhen. Und das stellte die Entwickler vor einige Probleme.

Ausblick auf einen Sonnenuntergang in Anno 117. Im Hintergrund fährt ein Schiff aus einer Bucht, im Vordergrund sieht man Gebäude, Straßen, Felder und Wälder. Quelle: Ubisoft In Anno 1800 konnte eine Straße zwischen zwei Punkten im Grunde nur auf zwei Arten verlaufen, nämlich erst senkrecht und dann waagerecht - oder eben umgekehrt, also erst waagerecht und dann senkrecht. In Anno 117 ergeben sich durch die diagonale Bauweise jedoch viel mehr Möglichkeiten, was es schwierig macht, den Spielern eine Straße vorzuschlagen - denn woher soll das Spiel wissen, ob man gerade diagonal oder rechtwinklig wie in den Vorgängern bauen möchte?

Mittlerweile haben sich die Entwickler für eine simple Lösung entschieden: Beim Straßenbau beginnt ihr immer mit einem diagonalen Weg und im Anschluss folgt dann immer ein vertikales oder horizontales Straßensegment.

Bei der Gelegenheit bestätigen die Entwickler auch nochmal, was wir auf früheren Screenshots bereits gesehen haben: Auch Farmfelder wurden überarbeitet, sie richten sich nun ebenfalls an dem neuen Raster mit seinen vierteiligen Gitterkacheln aus. Dadurch sind sie in der Lage, verschiedenste Lücken zu füllen, wie hier auf diesem Screenshot zu sehen.

Verschiedene Straßen und Felder in Anno 117. Quelle: Ubisoft Durch das neue Rastersystem füllen Felder nun automatisch Lücken und passen sich so etwas organischer dem Straßenverlauf an.

Schön bauen hat einen Nachteil

Durch die diagonalen Straßen habt ihr zwar mehr Möglichkeiten, um organischere, schönere Siedlungen zu erschaffen als bisher, allerdings bestätigen die Entwickler, dass euch dabei ein klein wenig Bauplatz verloren geht.

Gebäude richten sich nämlich automatisch an den Straßen aus, das heißt, sie werden um 45 Grad gedreht - dadurch nehmen sie aber auch mehr etwas mehr Platz ein als im rechten Winkel, wie die untere Grafik von Anno Union sehr schön zeigt.

Eine Schaugrafik, auf der die neuen Größenanpassungen von Gebäuden dargestellt werden. Quelle: Ubisoft Damit das gedrehte Gebäude (gilt auch für Verzierungen) am Ende wieder in das neue Raster mit seinen vierteiligen Kacheln hineinpasst, muss sich die Fläche des Gebäude ein wenig angleichen. Je nach Gebäude kann es also sein, dass sein Bauplatz ein wenig wächst oder schrumpft, sobald es gedreht wird.

Das bedeutet aber nicht, dass das Gebäude selbst größer oder kleiner dargestellt wird! Lediglich der Raum, den es auf dem Raster blockiert, wird je nach Bedarf angepasst. Heißt also: Wer möglichst effizient Städte hochzimmern und jede Kachel perfekt nutzen will, sollte möglichst auf diagonale Straßen verzichten und lieber klassisch im rechten Winkel bauen, so wie schon in den Vorgängerspielen.

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