Laut, hohl und völlig irre: Ist Anger Foot der richtige Shooter für euch?
Test
Dröhnende Beats, schlechte Gags und irres Tempo: Anger Foot ist ein bemerkenswerter Shooter. Ob er auch Spaß macht, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Alles auf Anfang
Ungewöhnlich: Die meisten Gegner vertragen nur einen einzigen Treffer. Und damit sind sie nicht allein, denn auch eure Spielfigur kippt schon nach wenigen Kugeln aus den Sneakern. Wer da nicht höllisch aufpasst, stirbt von einem Moment auf den nächsten! Und dann heißt es: Zurück an den Anfang. Denn in Anger Foot gibt's keine Checkpoints, wer ins Gras beißt, landet immer wieder am Leveleingang. Ein bisschen Trial and Error schwingt da also mit, denn gerade in den kniffligeren Levels geht es auch darum, sich die Umgebungen und die Gegnerpositionen einzuprägen. Das kann gerade zu Beginn auch mal frustrieren. Hat man aber erst mal den Bogen raus, spielt sich Anger Foot wie im Action-Rausch - vor allem, wenn man halbwegs gute Reflexe mitbringt.
Einen wählbaren Schwierigkeitsgrad gibt es übrigens nicht, doch dafür könnt ihr euch in den Optionen verschiedene Hilfen zuschalten, zum Beispiel leichtere Gegner, Auto-Aiming oder Unverwundbarkeit. Damit kommen auch Einsteiger problemlos ans Ziel.
Quelle: Devolver Digital
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Wahnsinn trifft Abwechslung
Die Entwickler scheuchen euch durch vier Kapitel mit unterschiedlichen Settings. Ihr kickt und ballert euch anfangs durch Bars und Wohnungen, bis hinauf auf Hochhäuser, wo ihr Scharfschützen ausweichen und über Abgründe springen müsst. Danach geht's runter in schleimige Kanalisationen und U-Bahn-Stationen, später finden sich auch Labore, prunkvolle Büroräume und zwielichtige Nachtclubs auf eurer Route. Das Spielprinzip ändert sich dabei zwar nie, aber die Levelgestaltung bringt gerade genug Abwechslung, damit sich das Gameplay nicht zu schnell abnutzt.
Alle paar Levels kommen auch neue Waffen und Gegnertypen hinzu. Am Anfang kickt ihr beispielsweise nur lahme Schlägerkrokodile durch die Gegend, doch später bekommt ihr's auch mit ballernden Tentakeln, Trenchcoat-Schlangenbeschwörern, Killermäusen, Fetischmonstern und anderen merkwürdigen Gestalten zu tun. Die meisten von ihnen sehen zwar ziemlich mies aus, bringen aber immer wieder frischen Wind ins Gameplay.
Quelle: Devolver Digital
In allen Kapiteln stehen außerdem kleine Bosskämpfe an. Die sind zwar ganz okay gemacht, passen aber eigentlich nicht so richtig zum Tempo des restlichen Spiels. Da muss man zum Beispiel einen Helikopter vom Himmel treten, ein Schleimmonster mit brennenden Fässern beackern oder einen Katzen-CEO im Mech-Anzug plattmachen. Zum Glück fallen diese Gefechte aber nicht so knifflig aus, dass man hier zu lange hängen bleibt.
Edle Treter
Habt ihr einen Level beendet, erhaltet ihr dafür einen Stern. Es gibt allerdings noch freiwillige Bonusziele, für die ihr zwei weitere Sterne verdienen könnt. Dann darf man zum Beispiel keine Gegner besiegen oder man muss den Level in einer bestimmten Zeit abschließen. Verdammt knifflig! Für manche Bonusziele werdet ihr viele, viele Anläufe brauchen.
Quelle: Devolver Digital
Doch der Aufwand lohnt sich, denn mit euren verdienten Sternen schaltet ihr regelmäßig neues Schuhwerk frei. Jedes Paar Treter liefert euch einen anderen Bonus, der eure Spielweise komplett auf den Kopf stellen kann. Manche Schuhe lassen euch zum Beispiel über den Boden schlittern, krempeln die Schwerkraft um oder sorgen dafür, dass eingetretene Türen wie Handgranaten explodieren. Ein Paar Sandalen verschafft euch auch ein praktisches Extraleben, was perfekt für Einsteiger ist.
Ihr wählt einfach, was euch gefällt, da gibt es kein Richtig und kein Falsch! Wer aber bestimmte Bonusziele erreichen oder sich als Speedrunner versuchen will, sollte auf jeden Fall versuchen, so viele Treter wie möglich freizuschalten. Je größer die Auswahl, desto mehr Möglichkeiten habt ihr, einen Level perfekt zu meistern!
Anger Foot ist vieles: laut, schnell, kurzweilig, fordernd und streckenweise ganz schön bescheuert. Trifft das euren Nerv? Habt ihr Bock auf Speedruns, für die ihr euch einen Level perfekt einprägen müsst? Und ist euch das alles 25 Euro wert? Dann ist Anger Foot wahrscheinlich das richtige Actionspiel für euch.
Aber: Erwartet auf keinen Fall einen klassischen Shooter mit ordentlicher Story, guter Grafik, viel zu entdecken und ausgefeilten Mechaniken! Anger Foot ordnet praktisch alles seinem irren Tempo, seinen dröhnenden Beats und seinem Holzhammer-Humor unter. Damit brettert das Spiel zwar mit Vollgas am Massengeschmack vorbei, kann aber gerade deshalb auch überraschend viel Spaß machen, wenn man sich drauf einlässt. Eine "richtige" Wertung lässt sich da eigentlich nicht geben, dafür ist Anger Foot zu speziell. Manche werden es nervig finden, andere genial - und irgendwie haben ja beide Seiten recht.
Anger Foot ist seit dem 11. Juli 2024 für PC erhältlich. Der Preis liegt bei 25 Euro. Alle Texte wurden ins Deutsche übersetzt. Ihr könnt Anger Foot derzeit bei Steam oder bei GOG kaufen. Konsolenumsetzungen sind noch nicht angekündigt, dürften aber nur eine Frage der Zeit sein. Transparenzhinweis: Die Version des Spiels wurde uns vom Publisher zur Verfügung gestellt.
