Aliens: Dark Descent im Test: Echtzeit-Taktik trifft Horror - so spannend wie im Film?

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Aliens: Dark Descent im Test: Echtzeit-Taktik trifft Horror - so spannend wie im Film?
Quelle: Focus Entertainment

Monster gibt es gar nicht? Von wegen! In Aliens: Dark Descent wimmelt es nur so vor bissigen Viechern, die es auf unsere Marines abgesehen haben. Freut euch auf ein spannendes Echtzeit-Taktikspiel voller Action, Survival und Horror. Aber trifft es auch den Geist von James Camerons genialer Filmvorlage? Wir haben es durchgespielt und klären alle Fragen im Test.

Der Anspruch erhöht sich sogar noch mit der Zeit. Denn je öfter ihr von Aliens entdeckt werdet, desto mehr erhöht sich auch Aggressivitätslevel während der Mission. Dadurch werdet ihr häufiger angegriffen und es spawnen zusätzliche Gegner, vor allem, wenn sich ein großer Ansturm auf die Jagd begibt. Und das kann richtig böse enden, vor allem wenn euer Team schon etwas ramponiert ist und die Munition zur Neige geht. In solchen Fällen ist es dann besser, zum Panzerwagen zurückzukehren, die Truppe auszufliegen und den Einsatz abzubrechen. (Oft leichter gesagt als getan!) Cool: Später könnt ihr einfach in die Mission zurückkehren und exakt dort weitermachen, wo ihr aufgehört habt, alle eure Veränderungen und Fortschritte bleiben gespeichert. Nur die Aggressivität der Aliens wird netterweise wieder zurückgesetzt, der Schwierigkeitsgrad sinkt also wieder.

Irgendjemand muss Hicks wecken

In eurer Basis müsst euch um die Marines und ihre Weiterentwicklung kümmern. Ähnlich wie in XCOM leveln eure Kämpfer mit der Zeit auf und können sich dann zwischen zwei Klassen entscheiden. Außerdem erhalten sie passive Eigenschaften und man kann ihnen zusätzlich noch ein bisschen Ausrüstung einkaufen, was ihnen weitere Boni beschert. So werden eure Männer und Frauen mit der Zeit immer schlagkräftiger und nützlicher. Allerdings solltet ihr auch darauf achten, nicht nur mit hochstufigen Leuten loszuziehen, sondern auch untrainierte Einheiten mitzunehmen. Nach jedem Einsatz müssen sich eure Marines nämlich erst mal erholen, teilweise fallen sie sogar tagelang auf der Krankenstation aus. Manche Einheiten entwickeln auch stressbedingte Traumata, die sich nur durch eine psychologische Behandlung beseitigen lassen. Darum ist es so wichtig, ein brauchbares B-Team auf die Beine zu stellen, damit ihr zwischen den Einsätzen nicht zu viel Zeit vertrödelt.

Gestresste Marines entwickeln mit der Zeit Traumata, die sie in Therapiesitzungen wieder abbauen können. Quelle: PC Games Gestresste Marines entwickeln mit der Zeit Traumata, die sie in Therapiesitzungen wieder abbauen können.

Mit jedem verstrichenen Spieltag erhöht sich nämlich der Planetenbefall, was für zusätzliche Aliens in den Missionen sorgt und so den Schwierigkeitsgrad weiter nach oben schraubt. Diesen Wert könnt ihr gegen Spielende zwar wieder senken, aber davon habt ihr dann schon nicht mehr viel. Und weil euch die Entwickler ganz besonders lieb haben, wird zur Spielmitte auch noch eine Art Weltuntergangsuhr eingeschaltet. Ab dann habt ihr nur noch eine festgelegte Anzahl an Spieltagen, bis euch der ganze Laden um die Ohren fliegt. Sobald der Timer startet, solltet ihr also nicht zu viele Tage mit Zufallsereignissen, Training oder Ruhepausen verbringen, damit ihr gegen Spielende nicht ins Schwitzen kommt.

Ansonsten lässt sich in der Basis leider nur sehr wenig anstellen. Optionale Dialoge gibt es nicht und auch die Handwerkssysteme fallen sehr oberflächlich aus. Man kann im Grunde nur ein paar neue Waffen freischalten und dazu noch etwas Alien-Forschung betreiben, was aber keinerlei Entscheidungsmöglichkeiten bietet - ihr dürft weder Waffen noch Ausrüstung modifizieren, es gibt keine neuen Räume zu bauen und Forschung besteht nur darin, ein paar Buffs zu aktivieren. Simple Forschungsbäume wie in den Starcraft-2-Kampagnen (die vielleicht etwas Wiederspielwert gebracht hätten) gibt es leider nicht. Und auch bei der Inszenierung wird hier kräftig gespart, die meisten Aktionen laufen hier einfach als Menü ab - das selbst mit geringem Budget hübscher gegangen.

Habt ihr genügend Bewegungsmelder aufgestellt, seht ihr auf der Übersichtskarte sämtliche Feindbewegungen. Quelle: PC Games Habt ihr genügend Bewegungsmelder aufgestellt, seht ihr auf der Übersichtskarte sämtliche Feindbewegungen.

Das Spiel ist aus, Freunde, das Spiel ist aus!

Hat man die Grundmechaniken erst mal durchschaut, neigt das Spiel leider dazu, ein bisschen eintönig zu werden. Schnell merkt man zum Beispiel, dass es sich wahnsinnig lohnt, die Karte mit Minen zuzupflastern, einfach weil sie zuverlässig alle Gegner wegsprengen, die hinter uns spawnen könnten (und das tun sie!). Das kostet zwar unheimlich viel Zeit, in der man darauf wartet, dass sich die Befehlspunkte langsam wieder nachladen - allerdings macht es die meisten Einsätze auch deutlich erträglicher, gerade weil man mit nicht frei speichern kann - wer will schon riskieren, viel Spielfortschritt zu verlieren?

Hinzu kommen noch ein paar technische Schnitzer, die uns im Test aufgefallen sind. Einige davon waren harmlos, andere dagegen nicht. Einmal funktionierte beispielsweise ein Fahrstuhl nicht wie er sollte und wir mussten auf den letzten Checkpoint zurückgreifen. Und in einer anderen Mission wurde der Schutzraum nicht aktiviert, nachdem wir die Tür zugeschweißt hatten, speichern war dadurch nicht möglich und natürlich hatten wir auch gerade unser letztes Werkzeug verbraucht - richtig ärgerlich. Mittlerweile haben die Entwickler auch einen ersten großen Patch veröffentlicht, der viele Bugs und Blocker beseitigen soll. Die kompletten Patch-Notes findet ihr hier auf Steam.

Schon allein wegen seinem gepfefferten Schwierigkeitsgrad und dem eingeschränkten Speichersystem ist Dark Descent also kein Spiel, das wir ohne Einschränkung empfehlen würden. Trotzdem hatten wir im Test überraschend viel Spaß - und das nicht nur, weil es auch sonst kaum gute Aliens-Spiele gibt. Wenn wir uns langsam aus einem aktiven Xenomorph-Nest rauskämpfen, während ein Soldat bereits einen verletzten Kameraden schleppen muss, Munition und Vorräte knapp, während immer mehr Warnsymbole auf dem Motion Tracker aufpoppen, und wir es am Ende doch noch irgendwie lebendig zum Ausgang schaffen - dann ist das ein richtig spannendes Erlebnis, das den Geist der Filmvorlage erstaunlich gut einfängt.

Wertung zu Aliens: Dark Descent (PC)

Wertung:

7.0 /10
Fazit

Düsteres, kniffliges Echtzeit-Taktikspiel, das den Geist der Filmvorlage überraschend gut einfängt. Beim Basispart wird Potenzial verschenkt, das Speichersystem verschreckt Einsteiger und die Story hat ihre Schwächen - doch unterm Strich ist das trotzdem eines der besten Spiele mit Aliens-Lizenz.

Aliens: Dark Descent holt vielleicht nicht alles aus der Marke raus und bleibt spielerisch immer wieder mal unter seinen Möglichkeiten. Doch in der Summe ist das trotzdem ein ordentliches Echtzeit-Taktikspiel mit dichter Grusel-Atmosphäre und ein paar richtig guten Ideen. Im Test mussten wir oft an Spiele wie Starship Troopers: Terran Command oder Terminator: Resistance denken. Auch das waren eher AA-Spiele aus der zweiten Reihe, mit vergleichsweise geringen Budgets, die aber so viel aus ihrer Lizenz rausgeholt haben, dass man über einige Schwächen locker hinwegsehen konnte. Das alles macht Dark Descent immer noch nicht zum Pflichtkauf - aber wer mit einigen Kritikpunkten leben kann, bekommt hier mit weitem Abstand eines der besten Videospiele überhaupt, die bislang mit der Aliens-Lizenz entstanden sind. Und das ist etwas, worauf die Entwickler stolz sein können.

Aliens: Dark Descent kostet ca. 40 Euro und ist für PC, PS4, PS5, Xbox One und Xbox Series S/X erhältlich. Die Sprachausgabe ist auf Englisch, alle Texte wurden ins Deutsche übersetzt. Auf Steam hat das Spiel positive User-Wertungen erhalten, auch auf Metacritic zeichnet sich ein psoitiver Schnitt ab.

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