Aliens: Dark Descent im Test: Echtzeit-Taktik trifft Horror - so spannend wie im Film?
Test 35,99 €
Räuchert sie aus! In Aliens: Dark Descent wimmelt es nur so vor bissigen Viechern, die es auf unsere Marines abgesehen haben. Freut euch auf ein spannendes Echtzeit-Taktikspiel voller Action, Survival und Horror. Aber trifft es auch den Geist von James Camerons genialer Filmvorlage? Wir haben es durchgespielt und klären alle Fragen im Test.
Eine ziemlich coole Idee ist der ikonische Panzerwagen, der schon im Film einen großen Auftritt hat und der euch auch im Spiel zuverlässg zum Einsatzort fährt. Dort verschwindet er allerdings nicht, sondern verbleibt im Missionsgebiet und dient euch dann als Extraktionspunkt. Ihr dürft die Karre zwar nicht selbst lenken, könnt sie aber zumindest auf einigen Maps zu verschiedenen Plätzen kommandieren - im Grunde eine Art sicheres Schnellreisesystem. Der Wagen ist nämlich unzerstörbar und teilt auch gewaltig aus, sobald Feinde in seine Nähe kommen - das macht ihn zu einer mächtigen Waffe, vor allem, wenn größere Gegnergruppen Jagd auf euch machen.
Räuchert sie aus!
In Aliens: Dark Descent wird zwar kräftig geballert, doch dabei betätigt ihr niemals selbst den Abzug. Stattdessen steuert ihr euren vier-, später auch fünfköpfigen Soldatentrupp wie in einem Echtzeitstrategiespiel. Das Besondere daran: Ihr kommandiert die Kämpfer nie alleine, sondern immer als Team. Egal ob man Konsolen hacken, Kisten öffnen, DNA-Proben bergen, Minen verlegen, die Umgebung mit der Taschenlampe ausleuchten, verletzte Kameraden schultern oder einfach nur das Feuer eröffnen will - ihr gibt den Befehl und das Spiel schickt dann selbst die Einheit los, die gerade am besten für den Job geeignet ist. Nach getaner Arbeit kehrt euer Marine dann automatisch zu seinem Trupp zurück. Das klappt im Großen und Ganzen überraschend gut und zuverlässig, nur sehr selten haben wir hier kleine Wegfindungsfehler beobachtet. Allerdings hätten wir uns hier und da trotzdem gewünscht, bestimmte Kämpfer wie den Scharfschützen auch einzeln kontrollieren zu können. Das klappt allerdings nur mit der fliegenden Drohne der Teckler-Klasse, die man als einzige Einheit separat steuern darf. Immerhin ist die Drohne aber sehr nützlich, da man mit ihr gefahrlos die Umgebung erkunden kann, ohne gleich das nächstbeste Alien-Nest in Alarmbereitschaft zu versetzen.
Quelle: PC Games
Euer APC unterstützt euch in vielen Einsätzen mit roher Feuerkraft.
Obwohl alle Levels von Hand gemacht sind, bekommt ihr es nicht mit fest positionierten Feinden zu tun. Stattdessen spawnen die Gegner regelmäßig an bestimmten Orten und beginnen dann entweder festgelegte Patroullien oder sie suchen die Umgebung auf eigene Faust ab. Zusätzlich können euch Aliens ab und zu auch aus Luftschächten auflauern, hier muss man sofort die Beine in die Hand nehmen und das Team zurückziehen - sonst hat man binnen Sekunden ein bissiges Ekelpaket vor sich stehen. Damit ihr immer wisst, was gerade Sache ist, könnt ihr Bewegungsmelder mit großem Radius auf der Map verteilen. Auf der Minimap und vor allem auf der extrem wichtigen Übersichtskarte seht ihr dann ziemlich genau, wo gerade Feinde patrouillieren und wo man halbwegs gefahrlos durchhuschen kann.
Die können da nicht mehr raus... tun Sie endlich was!
Überhaupt ist schleichen in vielen Situationen eine brauchbare Option, wenn man Kämpfe vermeiden will. Ihr müsst und solltet nämlich nicht jeden Gegner niederschießen, der sich auf den Gängen herumtreibt. Öfter findet man auch schlafende Aliens, die euch in Ruhe lassen, solange ihr in der Nähe keinen Lärm erzeugt. Ihr könnt eure Gegner auch mit Störsendern weglocken und hinter einigen Objekten in Deckung gehen, bis die Gefahr vorbeigezogen ist. Früher oder später kommt ihr zwar nicht mehr ums Kämpfen herum, eine reine Stealth-Spielweise gibt es nicht. Doch zumindest könnt ihr euch ein wenig Stress ersparen und eure Mittel schonen.
Quelle: PC Games
Mit cleverer Positionierung und klug eingesetzten Spezialwaffen zwingt ihr auch eine Übermacht in die Knie.
Hat euch ein Alien erst mal erspäht, wird die Sache ernst, denn ihr scheucht dabei immer das komplette Nest auf. Dadurch spawnen für eine gewisse Zeitspanne zusätzliche Feinde auf der Map, die sich sofort auf den Weg zu euch machen. Im Idealfall sucht ihr euch dann eine gute Verteidigungsposition und sichert sie so gut es geht mit automatischen Geschützen und Minen ab, bis der Ansturm vorbei ist. Weil aber auch das nicht immer reicht, haben eure Marines zum Glück noch ein paar Tricks auf Lager, die ihr in einem Pausemodus gezielt einsetzen könnt. So lassen sich größere Gegnermassen viel besser abwehren, wenn ihr einen Bereich mit Sperrfeuer überzieht, dadurch werden die Angreifer spürbar verlangsamt . Leuchtfackeln erhöhen außerdem eure Trefferchance und Schrotflinten können Gegner aus der Nähe verstümmeln. Oder ihr setzt einen Bereich mit eurem Flammenwerfer in Brand, dadurch müssen sich die Gegner einen anderen Weg zu euch suchen, den ihr (hoffentlich!) mit Geschützen und Minen abgesichert habt. So lassen sich auch mehrere Gegnerwellen effektiv abwehren, solange ihr die Munitionsanzeige im Blick habt. Ihr könnt auch gezielt Hinterhalte legen, zum Beispiel indem ihr einen Bewegungsmelder aufstellt und ihn dann überladet. Das erzeugt einen Höllenlärm, der Gegner in der Nähe anlockt. Allerdings müsst ihr immer bedenken, dass Spezialwaffen wie Minen, Flammen- oder Granatwerfer wertvolle Aktionspunkte kosten, die sich nur langsam wieder von selbst aufladen. Von denen solltet ihr immer mindestens einen übrig haben, für den Notfall.
Quelle: PC Games
Im Kampf gegen Aliens solltet ihr euren Trupp in Bewegung halten.
Wenn es gut läuft, wehrt ihr auch einen größeren Gegneransturm ab, ohne einen Kratzer abzubekommen. Wer sich aber eine schlechte Position sucht, im falschen Moment nachladen muss oder keine Aktionspunkte mehr übrig hat, kassiert dafür sehr schnell einen Treffer. Bedenkt dabei, dass eure Marines auch in Bewegung feuern können, solange sie nicht rennen. Das solltet ihr unbedingt nutzen, denn wenn Aliens sterben, spritzt auch mal ein Schwall säurehaltiges Blut durch die Gegend, das schlimmstenfalls eure ganze Truppe treffen und verletzen kann. Das ist übrigens nur eines von mehreren Details, die zeigen, dass sich die Entwickler ihre Gedanken rund um die Lizenz gemacht haben.
Die Viecher haben uns gerade in den Arsch gekniffen, Junge!
Wenn eure Soldaten Schaden nehmen oder gejagt werden, steigt ihr Stresslevel in mehreren Stufen. Dadurch erhalten sie mit der Zeit negative Eigenschaften, die zum Beispiel ihre Kampfkraft oder Aktionspunkte verringern. Um den Stress abzubauen, kann sich die Truppe entweder ein paar Beruhigungspillen reinpfeifen - oder aber ihr sucht die Umgebung nach Räumen ab, die ihr dann mithilfe eines Schweißbrenners versiegeln könnt. (Wieder so ein nettes Detail aus dem Film!) Dadurch schafft ihr einen Schutzraum, in dem euer Team verschnaufen kann. Nebenbei ist das auch die einzige Möglichkeit, während einer Mission manuell zu speichern. Weil dafür aber immer Werkzeug verbraucht wird, das ohnehin meistens knapp ist, sollte man die Ruheräume nur sparsam nutzen.
Quelle: PC Games
Wer in Missionen manuell speichern will, muss zunächst einen Schutzraum sichern.
Das Spiel legt zwar an bestimmten Punkten auch automatische Speicherstände an, doch diese Checkpoints liegen oft weit auseinander oder sind ungeschickt vor einer Dialogszene platziert, die man nicht abbrechen kann. Das hat uns besonders in einer Stealth-Mission voller Trial and Error genervt, die im letzten Spieldrittel ansteht. Die ist zwar tatsächlich sehr spannend, allerdings kann das Speichersystem hier für Frust sorgen. Wer sich leicht frusten lässt, muss hier die Zähne zusammenbeißen. Und das gilt auch schon für den mittleren der drei Schwierigkeitsgrade, der streckenweise ganz schön happig ausfällt. Leider lässt sich die Schwierigkeitsstufe nachträglich nicht mehr ändern - aus unserer Sicht ein Fehler, den man leicht hätte vermeiden können.
