Der Predator im Test: Wir zocken auf einem Pro-Gaming-Monitor

Special Matthias Hartmann Sascha Lohmüller
Der Predator im Test: Wir zocken auf einem Pro-Gaming-Monitor
Quelle: buffed

Macht uns der Acer Predator XB252Q zum Raubtier im Dschungel des kompetitiven Gamings? Bewaffnet mit G-sync, einer Reaktionszeit unterhalb einer Millisekunde und gewaltigen 240 Hertz sind wir für euch in die virtuelle Schlacht gezogen. Wir wollten sehen, was mit diesem High-End-Monitor rauszuholen ist. Oder in anderen Worten: Die Geschichte vom Headshot-König und dem verborgenen Lucky Luke.

Der Acer Predator im Gaming-Test Quelle: Acer Der Acer Predator im Gaming-Test Online wird heutzutage mit harten Bandagen gekämpft und viele Gamer versuchen alles herauszuholen, um sich einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu sichern. Das gilt zunächst einmal für die eigenen Fähigkeiten: es werden fleißig Guides geschaut, die wichtigsten Mechaniken und kleine aber feine Tricks gelernt, und die Strategien der Profis kopiert (das meist wenig erfolgreich). Die andere Stellschraube ist das Setup: viele haben die Hardware als entscheidende Komponente entdeckt, mit der man sich in Zeiten immer stärkerer Gegner den letzten Vorteil verschaffen kann.

Wettrüsten - höher, schneller, weiter!
Die Welt der Gaming-Peripherie hat binnen der letzten Jahre einen immensen Sprung gemacht. MMO-Mäuse kommen mittlerweile mit einer Tastenanzahl daher, die manche Tastatur um ihre Existenzberechtigung fürchten lässt. Die Shooter-Pendants des elektronischen Nagetiers übertreffen sich gegenseitig mit exorbitanten dpi-Zahlen und findigen Features, wie etwa dem Sniper-Button, der auf Tastendruck die Mausgeschwindigkeit dramatisch absenkt, damit man seine Widersacher bequem vom anderen Ende der Karte ableuchten kann. Dass ein leistungsstarker Rechner mit hohen Framezahlen sehr hilfreich ist, hat sich ebenfalls herumgesprochen. Doch eine Komponente wird in diesem Wettrüsten gerne vergessen: der Gaming-Monitor. Und das überrascht! Denn der Bildschirm ist schließlich das Fenster, durch welches wir auf die virtuellen Schlachtfelder und Arenen blicken. Ambitionierte Spieler haben längst erkannt, dass die Qualität des Sehens in diesem kompetitiven Umfeld die Spreu vom Weizen trennt.

Der Predator - durch die Augen des Raubtiers
Daher sind Top-Monitore im professionellen Bereich nicht mehr wegzudenken. Der Acer Predator ist zertifiziertes eSport-Equipment, dem bereits die höchsten Weihen des Pro-Gamings zuteilgeworden sind. So spielten bereits die Besten der Welt bei hoch dotierten Wettkämpfen wie der ESL und den Intel Extreme Masters auf genau diesem Bildschirm. Nun sind die meisten von uns keine Pro-Gamer - auch wenn man sich ab und an die Illusion macht - und wir müssen uns die Gretchenfrage stellen: Was bringt uns ein solcher Monitor? Spielen wir besser, nur weil wir mit bestmöglicher Ausrüstung antreten? Dieser Sache wollten wir nachgehen und haben den Selbstversuch gemacht: Mit dem Predator haben wir ein Stück High-End an unsere Rechner gestöpselt, das uns am oberen Ende der Nahrungskette platziert (der Name ist sozusagen Programm). Mit einer Bildwiederholfrequenz von 240 Hertz, der quasi non-existenten Reaktionszeit von 1 ms und dem ultra-smoothen Bild, das uns Dank G-sync und ULMB (Ultra Low Motion Blur) serviert wird, bleibt nicht mehr viel Raum für Ausreden. Und schon bei den ersten Testläufen wird klar: da geht was! Was als erstes ins Auge fällt, ist das extrem flüssige Bild. Da ist kein Ruckeln, da sind keine zerrissenen Frames. Da ist einfach nur brillantes Bild, das einen schnell vergessen lässt, dass man eigentlich vor einer Mattscheibe sitzt. Das Gefühl wirklich "im Game" zu sein ist beeindruckend. Und nachdem wir den Monitor in verschiedenen Setups eingesetzt haben, zeigt sich etwas Erfreuliches: Gerade normal dimensionierte Rechner profitieren enorm von G-sync, weil sämtliche visuellen Ungereimtheiten aus dem Bild geglättet werden. Man bekommt ein High-End-Erlebnis auf einem Mittelklasse-System. Kurzum: Das Spielen auf dem Acer Predator macht richtig Laune.

Zocken als Wettkampf - Der "Competitive Edge"
Doch lösen wir uns einmal von der ersten Begeisterung und schauen mal die harten Fakten an. Wir haben hier "nur" Full-HD Auflösung (1080p) statt den trendigen 4K, mit 24.5 Zoll ist der Bildschirm deutlich kleiner als andere Wuchtbrummen auf dem Markt Der Acer Predator im Gaming-Test Quelle: Nvidia Der Acer Predator im Gaming-Test , und dann ist da ein stolzer Preis um die 600-Euro-Marke. Warum also sollte man auf dem Predator zocken? Was man hier verstehen muss ist, dass man sich in einem speziellen Bereich bewegt. Hier stehen nicht Komfort, Luxus oder Preis-Leistungs-Verhältnis oben auf der Agenda - es geht um Wettkampf. Man denke an den Kauf des richtigen Schuhwerks. Natürlich gibt es gemütliche Sneaker, todschicke italienische Designerlatschen oder gar die extravaganten Cowboystiefeletten - aber auf dem Fußballplatz wird man mit keinem davon glücklich. Der Acer Predator ist klar auf ambitionierte Gamer und eSportler ausgerichtet, die den maximalen Vorteil herauskitzeln wollen. Deswegen wollten wir herausfinden, worin liegt dieser "Competitive Edge"? Und bei welchen Spielen spürt man diesen am meisten. Dafür haben sich Kollege Lohmüller und meine Wenigkeit in einige Multiplayer-Games gestürzt und geschaut, wie viel Raubtier der Predator aus uns herauszuholen vermag.

STARCRAFT 2
Terraner, Zerg und Protoss begleiten mich seit beinahe zwei Dekaden auf meiner Reise durch die Welt der Echtzeitstrategie. Das Original hat für Der Acer Predator im Gaming-Test Quelle: Blizzard Der Acer Predator im Gaming-Test einige denkwürdige Schlachten auf LAN-Partys und der Online-Ladder gesorgt. Starcraft 2 habe ich besonders in Wings of Liberty und Heart oft the Swarm recht ambitioniert gezockt. Und mit dieser Erfahrung darf ich (demütig) sagen, dieses Spiel ist wahrlich eine große Herausforderung. Gerade das permanente Multitasking stellt hohe Ansprüche und genau an dieser Stelle kam für mich der Predator ins Spiel. Bei meiner Rückkehr in das nochmal schneller gewordene Legacy of the Void hat mir vor allem das extrem flüssige Bild geholfen, die Übersicht zu bewahren und in Sekundenbruchteilen Entscheidungen zu treffen. Wer Echtzeitstrategie kompetitiv gespielt hat, weiß dass man meist in hoher Frequenz zwischen seinen Hotkeys hin- und herspringt. G-sync und die angenehmen 240 Hertz haben für mich diese kleinen Verzögerungen in der Wahrnehmung eliminiert, die der Sprung zu einem neuen Kartenausschnitt bisher immer mit sich brachte. Die Orientierung fiel selbst in der typischen Starcraft-Hektik wesentlich leichter, besonders bei schnellen seitlichen Verschiebungen des Bildausschnitts. Die Immersion ist bemerkenswert. Der treffendste Vergleich, der mir einfällt, ist der Blick durch ein Fenster. Man sieht geschlossen oder offen hinaus, aber in letzterem Fall empfindet man diese kleine Barriere nicht, die einen von der Außenwelt trennt. Mit einem Monitor dieser Güteklasse, schaut man nicht mehr auf einen Bildschirm, man ist im Spiel. Diesen (positiven) Tunnelblick habe ich am meisten beim Micro-Management meiner Einheiten gemerkt. Ich konnte die kleinen Animationen gefährlicher Spells viel schneller erkennen, was meinen Marines den einen oder anderen Psi-Storm und mir unnötige Niederlagen erspart hat.

PALADINS
Diese Vorteile lassen sich nahtlos auf den Helden-Shooter Paladins übertragen. Ich habe das knallige Overwatch -Pendant über die Sommermonate gespielt und konnte auch hier eine Verbesserung feststellen. Der Acer Predator im Gaming-Test Quelle: buffed Der Acer Predator im Gaming-Test Fairerweise sei an dieser Stelle angemerkt, dass meine Erfahrung in diesem Spiel deutlich überschaubarer ist als in DotA 2 oder Starcraft 2 und der Leistungszuwachs teilweise dem normalen Lernprozess geschuldet ist. Doch gerade in chaotischen Kämpfen, in denen man im allgemeinen Explosions-Wirrwarr nach dem bestmöglichen Ziel sucht, macht sich das weiche Bild angenehm bemerkbar. Mit Champions wie der kleinen Killer-Fee Willo fällt dies besonders auf, wenn man beständig durch die Lüfte flattert und dabei möglichst schnell Gegner anvisieren und abdrücken muss. Auch mit der Flankierungskünstlerin Skye habe ich mich Dank dem Predator effektiver durch die feindlichen Linien gemetzelt, weil man die vielen Zielwechsel bei hektischen Angriffen aus dem Hinterhalt entschieden besser hinbekommt. Am größten fällt der Leistungsschub erwartungsgemäß bei Sniper-Klassen aus. Mit der Scharfschützin Kinessa bin ich zu ungekannter Höchstform aufgelaufen und habe meine Headshot-Quote ordentlich nach oben geschraubt (wenngleich nicht in die absurden Sphären des Kollegen Lohmüller). Hier fallen einfach die immensen Vorteile des smoothen Displays und der hohen Bildwiederholfrequenz zusammen. Im Einzelnen sind es nur kleinen Nuancen hier und dort, die im Gesamtpaket allerdings für eine deutliche Überlegenheit sorgen.

DOTA 2
Den vielleicht massivsten Unterschied hat der Predator für mich im MOBA-Titel DotA 2 ausgemacht. Das mag zunächst verwundern, da Reflexe und Präzision dabei nicht so wichtig sind wie in einem Ego-Shooter und das Multitasking und die damit verbundenen Bildwechsel wesentlich geringer als in der Echtzeitstrategie ausfallen. Der Acer Predator im Gaming-Test Quelle: Valve Der Acer Predator im Gaming-Test Wie kann der Pro-Gaming-Monitor also gerade hier einen so signifikanten Unterschied machen? Für mich bündeln sich sämtliche Vorzüge in einem elementaren Aspekt: die immense Immersion. Wie im Starcraft-2-Teil schon beschrieben, fällt in der Wahrnehmung eine Barriere weg. Man fühlt sich unmittelbar im Spiel. Wer DotA 2 (und MOBAs im Allgemeinen) kennt, weiß dass man, neben dem Ansammeln von Spielwissen und dem Erlernen der Grundmechaniken, vor allem mit einer (sehr großen) Herausforderung konfrontiert ist - in unerwarteten Situationen schnell richtige Entscheidungen zu treffen. Was auf dem Papier einfach klingt, ist in der Praxis enorm schwer. In Sekundenbruchteilen muss man entscheiden, in welcher Abfolge man seine Fähigkeiten und Items von welcher Position gegen welches Ziel einsetzt. Und genau dabei war der Predator eine große Hilfe. Das flüssige und präzise Bild ermöglicht es auch aus dem Augenwinkel wichtige Dinge zu sehen und vor allem kleine Animationen wahrzunehmen, die bestimmte Fähigkeiten ankündigen. Entsprechend verbessert sich die "mentale Reaktionszeit" enorm. Gemerkt habe ich diesen Umstand vor allem bei den Helden mit hohem Skillcap. Als Ember Spirit konnte ich oft in buchstäblich letzter Sekunde aus Gefahren herausspringen und meine Widersacher damit zur Weißglut treiben. Mit dem flinken Feendrachen Puck waren die Finger endlich schnell genug, um mich mit "Phase Shift" genau im richtigen Moment in die andere (sichere) Dimension zu verschieben. Es sind diese anspruchsvollen Helden, die mir bis dahin immer Schwierigkeiten bereitet hatten, mit denen ich auf diesem herausragenden Monitor einen kleinen Quantensprung gemacht habe. Der traurige Teil der Geschichte ist, dass ich nach dem Wechsel auf den alten Monitor gleich wieder spürbar schlechter mit diesen Helden war. Zumindest meine Gegner werden ihre Freude dran haben.

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