AMD Ryzen 7 5800X3D: Leistungsanalyse, Preis-Leistung von CPUs und Beispiel-PCs
Special
Seit Mittwoch, dem 20. April, ist die erste AMD-CPU für den Sockel AM4 mit dem neuen 3D-Cache offiziell im Handel: Der Ryzen 7 5800X3D. Wir schauen uns die Ergebnisse von Gaming-Tests an, ordnen die neue CPU beim Preis-Leistungs-Verhältnis ein und haben auch drei Beispiele für PCs mit dem Ryzen 7 5800X3D von 1200 bis 2200 Euro vorbereitet.
Erst vor zwei Wochen hatten wir anlässlich der Verfügbarkeit von mehreren neuen AMD Sockel AM4-Prozessoren ein Special veröffentlicht, in dem es um CPUs für Gaming-PCs geht. Inzwischen ist auch der Ryzen 7 5800X3D erhältlich, der eine Besonderheit aufweist, durch die ein neuer Stern am Firmament der Gaming-CPUs besonders hell leuchten könnte. Durch einen kleinen Kniff bei der Architektur gibt es nämlich potenziell einen Vorteil, der gerade bei Spielen zur Geltung kommen könnte, da die Verzögerung einiger Rechenoperationen noch weiter minimiert wird. Ob dies zutrifft und der Ryzen 7 5800X3D vielleicht sogar die neue Top-Spiele-CPU sein wird, klären wir gleich in unserem Special.
Abseits der Leistung ist aber auch die Frage, wie das Verhältnis aus Preis und Leistung aussieht. Denn eine CPU, die zum Beispiel 10 Prozent mehr FPS in Games als die bisher beste CPU bringt, dafür aber dann dreimal so teuer ist, macht wenig Sinn. Da wir abseits der Leistungsfrage rund um den Ryzen 7 5800X3D bereits vor zwei Wochen viele Tipps zum CPU-Kauf allgemein erläutert haben, bieten wir euch anstelle einer Wiederholung aller Tipps ersatzweise drei Zusammenstellungen für Gaming-PCs mit dem neuen Ryzen als Basis, die ihr als Abschluss des Specials auf der letzten Seite finden werdet.
In diesem Artikel
Ryzen 7 5800X3D: Technik und das neue 3D-Cache
AMD hat den Ryzen 7 5800X3D vor allem für Gamer entwickelt. Das Hauptaugenmerkt liegt dabei beim Level 3 Cache. Diesen vergrößert AMD von 32 auf 96 Megabyte. Doch bevor wir dies genauer erläutern, haben wir in der folgenden Tabelle einiges zur Technik der neuen CPU sowie zu zwei weiteren Ryzen-CPUs und auch einem Core i9 der Intel-Konkurrenz als Übersicht aufbereitet:
| Eigenschaft | Ryzen 7 5800 | Ryzen 7 5800X3D | Ryzen 9 5900X | Core i9-12900 |
|---|---|---|---|---|
| Familie | Vermeer | Vermeer-X | Vermeer | Alder Lake-S |
| Kerne (Threads) | 8 (16) | 8 (16) | 12 (24) | 16 (24) |
| Basistakt | 3,8 GHz | 3,4 GHz | 3,7 GHz | 2,4 GHz |
| Boosttakt | 4,7 GHz | 4,5 GHz | 4,8 GHz | 5,1 GHz |
| RAM-Controller | DDR4-3200 | DDR4-3200 | DDR4-3200 | DDR5-4800 oder DDR4-3200 |
| Level 2 Cache | 4MB (8x 512KB) | 4MB (8x 512KB) | 6MB (12x512KB) | 14MB |
| Level 3 Cache | 32MB | 96MB (32MB + 64MB 3D) | 64MB (2x32MB) | 30MB |
| TDP | 105 Watt | 105 Watt | 105 Watt | bis 202 Watt |
| Leicht zu übertakten | ja | Nein | ja | nein |
| Preis ab | 330 Euro | 489 Euro | 400 Euro | 505 Euro |
Was aber bringt nun das neue 3D Cache? Bei Spielen fallen oftmals sehr viele verschiedene, aber kleine Aufgaben und Datenfetzen an, so dass allein schon das Plus an Cache-Speicher hier einen positiven Unterschied ausmachen kann. Mehr als acht Kerne (16 Threads) bringen wiederum bisher in Games keinen Vorteil, so dass allein das Plus an Cache schon dafür sorgen könnte, dass der neue Ryzen einen Vorteil zu einem Ryzen 9 haben könnte.
Allerdings sind die Taktwerte des Ryzen 7 5800X3D wiederum etwas niedrigrer als beim normalen 5800X. Aber auch die Anordnung des Caches ist neu und verspricht Vorteile - normalerweise werden die filigranen Einzel-Bauteile einer CPU miteinander verlötet oder verklebt, weswegen die Kontaktstellen für die Daten eher an den Seiten der Bauteile liegen. AMD nutzt nun physikalische Kräfte, die zwei sehr glatte Oberflächen ohne ein zusätzliches Mittel zusammenhalten und es ermöglichen, den zusätzlichen 64 Megabyte-Cache oben auf den bisherigen 32 Megabyte-Cache zu setzen.
Vereinfacht gesagt können die Daten nun nach oben und unten fast ungehindert fließen, anstatt dass sie über die Fläche des Caches erst dessen Ende irgendwelche Lötstellen erreichen müssen. Dies soll einen weiteren kleinen Schub geben, was die Latenzen angeht. Die Datenflüsse starten also etwas früher, was ähnlich wirken kann wie eine Ping-Verbesserung bei einem Onlinespiel. Jedes einzelne berechnete Bild bei einem Spiel kann daher einen Tick früher fertiggerechnet werden.
Weitere von uns getestete Prozessoren findet ihr im PCGH-Ratgeber CPU.
Für statischere Aufgaben wie beispielsweise einem Encoden eines Videos oder dem Entpacken eines Datei-Archives spielen diese Dinge hingegen eine untergeordnete Rolle. Kurz gesagt: In Spielen könnte es ein Leistungsplus durch das neue 3D Cache geben, in Anwendungen ist es aber eher nicht zu erwarten. Trifft dies zu? Auf der nächsten Seite blicken wir auf die Leistung des Ryzen 7 5800X3D auf Basis von mehreren bereits veröffentlichten Tests von Fachredaktionen.
