Ryzen 3000: Kauftipps und passende AM4-Mainboards

Special Antonio Funes
Ryzen 3000: Kauftipps und passende AM4-Mainboards
Quelle: MSI

AMDs neue Ryzen-CPUs der 3000er Serie mit der neuen Zen 2-Architektur sind bereits einen Monat nach dem Release als großer Erfolg zu bezeichnen. Wir fassen alles Wichtige zu den neuen CPUs zusammen inklusive einiger Kauftipps - dies umfasst auch die neuen Mainboards mit X570-Chipsatz, zu denen wir eine Marktübersicht anbieten.

Kaufberatung: Welchen Ryzen 3000 nehme ich?

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Gaming bietet derzeit der Ryzen 5 3600, vor allem was Gaming angeht. Er kommt in Spielen beinahe an einen Intel Core i7-8700K heran und übertrifft das bisherige AM4-Top-Modell, den Ryzen 7 2700X. Dabei kostet der neue Ryzen 5 derzeit nur etwas mehr als 200 Euro - der Core i7-8700K kostet über 350 Euro, der etwas schwächere Coe i7-8700 knappe 300 Euro und der Ryzen 7 2700X etwa 230 Euro. Wer noch etwas mehr Leistung will, kann sich auch nach dem höher getakteten Ryzen 5 3600X umschauen - je nach dem, wie der Aufpreis ist, kann sich dies durchaus lohnen.

Preis-Leistungs-Sieger: Ryzen 5 3600 Quelle: PC Games Hardware Preis-Leistungs-Sieger: Ryzen 5 3600 Aktuell beträgt die Differenz etwas mehr als 20 Euro, was vertretbar ist. Die großen Brüder der neuen Ryzen 5-CPUs sind nur dann zu empfehlen, wenn ihr genau wisst, dass ihr von dem Plus an Threads profitiert, zum Beispiel bei Gaming in Verbindung mit Live-Streaming. In Spielen sind der Ryzen 7 3700X, Ryzen 7 3800X und Ryzen 9 3900X ansonsten nur weniger als 10 Prozent vor dem Ryzen 5 3600, kosten aber mindestens 130 Euro mehr - die entspricht mehr als 60 Prozent Aufpreis. Wenn ihr sicher seid, das Thread-Angebot der teureren Ryzen 3000er ausnutzen zu können, liegen diese CPUs beim Preis-Leistungsverhältnis vor der Konkurrenz vor Intel.

Wichtig für die Kühlung: Falls ihr nicht den mitgelieferten AMD-Kühler nutzen wollt, benötigt ihr einen Kühler, der für Sockel AM4 geeignet ist - da sich mit Einführung des Sockels erstmals seit vielen Jahren etwas bei den Montagemaßen geändert hat, könnte ein neuer Kühler nötig sein, sofern euer bisheriger Kühler nicht mehr ganz taufrisch ist. Ein weiteres kleines Hindernis, auch für das Preis-Leistungs-Verhältnis, könnte auch die Wahl eines passenden Mainboards sein: Modelle mit dem neuen X570-Chipsatz, die nativ für Ryzen 3000 geeignet sind, sind relativ teuer (mindestens 160 Euro, empfehlenswerte Mainboards eher ab 180 Euro). Es gibt aber Alternativen - dies erklären wir euch als nächstes in unserem Themenbereich zu Sockel AM4-Mainboards.

AM4-Mainboards für Ryzen 3000

Nativ kompatibel zu den neuen Zen 2-CPUs der Ryzen 3000er-Serie, also quasi "von Geburt an" ab Werk, sind nur die neuen Mainboards mit dem AMD X570-Chipsatz. Diese sind aber für einen Mainstreamsockel mit Preisen über 160 Euro vergleichsweise teuer. Der größte nennenswerte Vorteil der X570-Modelle ist PCIe 4.0, wobei dies auf abesehbare Zeit allerhöchstens für entsprechende SSDs sinnvoll erscheint. Allerdings sind auch so gut wie alle AM4-Mainboards mit älteren Chipsätzen kompatibel zu den neuen Ryzen-CPU, sofern bereits ein aktuelles BIOS installiert ist - es lässt sich also eine Menge Geld sparen, wenn man nicht auf X570 besteht.

Das BIOS lässt sich aber wiederum - falls es nicht schon ab Werk aktuell genug ist - nur dann updaten, wenn man eine ältere AMD-CPU zur Hand hat. AMD bietet hierfür einen Service an, durch den ihr leihweise einen für AM4 passenden Athlon-Prozessor erhaltet. Alternativ können auch viele Shops das Update für Euch durchführen, was freilich eine Servicegebühr kostet - diese liegt meist um die 30 bis 40 Euro. Somit würdet ihr, wenn ihr ein Mainboard für unter 120 Euro aussucht, immer noch in der Summe günstiger an ein Ryzen 3000-System kommen als beim Kauf eines X570-Mainboards. Hinzu kommt eine weitere Option: Manche Mainboards mit älteren Chipsätzen bieten eine BIOS-Flashback-Funktion. Damit könnt ihr mit Hilfe eines USB-Sticks und ohne CPU sowie RAM einbauen zu müssen das BIOS des Mainboards updaten. Solche Mainboards werden wir später auch in unserer Marktübersicht für Sockel AM4-Mainboards nennen.

Für Mini-PCs: ASRock X570 Phantom Gaming-ITX/B3 Quelle: Asrock Für Mini-PCs: ASRock X570 Phantom Gaming-ITX/B3 Was die Unterschiede zwischen den Chipsätzen angeht, so können wir sagen: Gut genug für einen starken Gaming-PC sind alle Sockel AM4-Chipsätze, die effektive Spieleleistung unterscheidet sich prinzipiell nicht. Die X-Chipsätze sind allerdings vor allem für etwas anspruchsvollere Nutzer gedacht, was die Übertaktung von CPUs angeht. Aber auch mit anderen Chipsätzen sind Übertaktungen gut möglich, wobei wir dafür eher Mainboards ab 90 bis 100 Euro aufwärts empfehlen. Was aktuell noch nicht ganz klar ist, ist die Frage, ob die neuen Ryzen-CPUs auch in Sachen Übertaktung bei alten Chipsätzen mitspielen. Denn eigentlich sorgt der X570-Chipsatz unter anderem für eine bessere Spannungsversorgung - wer auf Nummer Sicher gehen will, wählt am Ende also lieber ein X570-Mainboard - vor allem wenn der Prozessor eher ein Ryzen 7 oder der Ryzen 9 sein soll, oder wartet auf Erfahrungsberichte zu älteren, günstigeren Mainboards. Wer zu einem X570-Modell greift, verliert nämlich wegen der höheren Kosten wiederum ein wenig vom Preis-Leistungsverhältnis der Ryzen 3000er-CPUs: ein Ryzen 5 3600 in Verbindung mit einem ordentlichen X570-Mainboard kostet gute 400 Euro - ein (nicht übertaktbarer) Core i7-8700 mit einer soliden Hauptplatine kostet etwas weniger, ein Core i7-8700K mit einem zum Übertakten geeigneten-Mainboard kostet etwa 470 Euro, ist aber auch in Games ein paar Prozentpunkt stärker als der Ryzen 5 3600.

  1. Seite 1 Ryzen 3000: Eine Erfolgsstory
  2. Seite 2 Ryzen 3000: Das Line-Up
  3. Seite 3 Ryzen 3000: Kauftipps und passende AM4-Mainboards
  4. Seite 4 Ryzen 3000: Marktübersicht X570- und Flashback-Mainboards
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