Ryzen 3000: Das Line-Up
Special
AMDs neue Ryzen-CPUs der 3000er Serie mit der neuen Zen 2-Architektur sind bereits einen Monat nach dem Release als großer Erfolg zu bezeichnen. Wir fassen alles Wichtige zu den neuen CPUs zusammen inklusive einiger Kauftipps - dies umfasst auch die neuen Mainboards mit X570-Chipsatz, zu denen wir eine Marktübersicht anbieten.
Ryzen 3000: Das Line-Up
Bei der Modellvielfalt der neuen Ryzen 3000er-CPUs gibt es etwas zu beachten. Denn zum einen gibt die CPUs mit der neuen Zen 2-Architektur - dies sind die Prozessoren, um die es uns geht und die eine hervorragende Leistung zu einem meist ebenso guten Preis bieten. Es sind allerdings auch zwei Ryzen 3000er-CPUs auf den Markt gekommen, die technisch gesehen älter sind, da sie auf Zen+ basieren, und das Angebot an CPUs lediglich erweitern sollen. Es geht um den Ryzen 3 3200G (vier Kerne und Threads) sowie den Ryzen 5 3400G (vier Kerne und acht Threads).
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Das G weist darauf hin, dass die CPUs eine eigene IGP (Grafikeinheit) haben, was bei den anderen Ryzen 3000-Modellen nicht der Fall ist. Man könnte bei den zwei neuen 3000G-Modellen von einer Art IGP-Refresh sprechen - so etwas hatte AMD schon bei der 2000er-Generation angeboten. Um dies anschaulich zu machen, wollen wir keine großen Worte verlieren, sondern euch mit der folgenden Tabelle zeigen, dass Zen und Zen+ jeweils eine Art Refresh mit IGP-Modellen erfuhren, und zwar stets parallel zum Release einer neuen Architektur, so dass die CPUs mit "alter" Technik trotzdem brandneue Modellnummern im Namen führen:
| Architektur | Familie | IGP | Nominelle Serie | Beispiel |
|---|---|---|---|---|
| Zen | Summit Ridge | nein | Ryzen 1000 | Ryzen 5 1600, Ryzen 7 1800X |
| Zen | Raven Ridge | ja | Ryzen 2000 | Ryzen 5 2400G |
| Zen+ | Pinnacle Ridge | nein | Ryzen 2000 | Ryzen 5 2600X, Ryzen 7 2700 |
| Zen+ | Picasso | ja | Ryzen 3000 | Ryzen 3 3200G |
| Zen 2 | Matisse | nein | Ryzen 3000 | Ryzen 5 3600X, Ryzen 7 3800X |
Zu den zwei neuen Picasso-CPUs können wir zwar sagen, dass sie für ihren Preis von 95 respektive 150 Euro zwar ordentlich sind und sich wegen der IGP für einen PC anbieten, in den man keine zusätzliche Grafikkarte einbauen möchte - für einen modernen Gaming-PC sind derzeit aber die neuen Zen 2-CPUs ganz klar vorne, und auf diese konzentrieren wir uns in unserem Special daher auch. In der nächsten Tabelle fassen wir das aktuelle Zen 2-Line-Up zusammen, und zwar inklusive der wichtigen technischen Daten und aktuellen Preise.
| Modellname | Ryzen 5 3600 | Ryzen 5 3600X | Ryzen 7 3700X | Ryzen 7 3800X | Ryzen 9 3900X |
|---|---|---|---|---|---|
| Kerne | 6 | 6 | 8 | 8 | 12 |
| Threads | 12 | 12 | 16 | 16 | 24 |
| Standard-Takt | 3,6 GHz | 3,8 GHz | 3,6 GHz | 3,9 GHz | 3,8 GHz |
| Boost-Takt | 4,2 GHz | 4,4 GHz | 4,4 GHz | 4,5 GHz | 4,6 GHz |
| TDP | 65 Watt | 95 Watt | 65 Watt | 105 Watt | 105 Watt |
| L2-Cache | 3MB (6x 512kB) | 3MB (6x 512kB) | 4MB (8x 512kB) | 4MB (8x 512kB) | 6MB (12x 512kB) |
| L3-Cache | 32MB (2x 16MB) | 32MB (2x 16MB) | 32MB (2x 16MB) | 32MB (2x 16MB) | 64MB (4x 16MB) |
| Preis ab | 205 Euro | 235 Euro | 345 Euro | 420 Euro | 530 Euro |
Einige technische Daten sind allen fünf Prozessoren gemein, zum Beispiel eine Speicheranbindung für bis zu 128 Gigabyte DDR4-3200-RAM, PCIe 4.0 (bei Verwendung eines X570-Mainboards) und vor allem eine Fertigung des CPU-Kerns in 7nm, also sieben Nanometern. Dies ist ein besonders filigranes Fertigungsverfahren, welches mehr Leitungen und Transistoren pro genutzter CPU-Fläche erlaubt als Verfahren mit höheren Nanometer-Werten. Zen+ wurde noch mit 12nm gefertigt, Intel nutzt für alle Sockel 1151 v2-Prozessoren, der direkten Konkurrenz zum Sockel AM3, 14nm. Durch ein kleineres Fertigungsverfahren können CPUs (oder auch GPUs und andere Chips) effizienter arbeiten, und auch die Produktion kann günstiger werden, da man pro genutzter Fläche eines Rohlings vereinfacht gesagt mehr Leistung bieten oder auch mehr Chips produzieren kann, da man die Technik auf kleinerem Raum unterbringen kann als mit größeren Fertigungsverfahren.
Bei der TDP gilt es zu beachten, dass sie nicht mit dem Strombedarf zu verwechseln ist. Dies wird allein schon dadurch klar, wenn man den Ryzen 5 3600 mit dem Ryzen 7 3700X vergleicht: Beide haben eine TDP von 65 Watt, obwohl der Ryzen 7 mehr Kerne und einen höheren Boosttakt hat. Die TPD beschreibt vielmehr, welche maximale Abwärme zu erwarten ist - damit kann die nötige Kühlung passend gewählt werden. Trotzdem gibt die TPD innerhalb einer Modellreihe durchaus auch einen Hinweis darauf, ob ein Prozessor mehr Strom als ein anderer verbrauchen kann - ein exaktes Maß ist die TDP aber nicht.
