AMD Ryzen 2: CPU-Kaufberatung mit allgemeinen Tipps und konkreten Empfehlungen
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Vor kurzem hat AMD vier neue CPUs auf den Markt gebracht: den Ryzen 5 2600 und 2600X sowie den Ryzen 7 2700 und 2700X. Wir haben die Leistung der vier Prozessoren anhand von mehreren bereits veröffentlichten Tests analysiert und geben euch auch auf Basis der Testergebnisse eine allgemeine Kaufberatung zu Prozessoren.
CPU-Kaufberatung: welcher Sockel?
Bevor wir zu konkreten CPU-Kauftipps kommen, wollen wir einige allgemeine Fragen klären. Besonders wichtig ist der Sockel - wie wir bereits in unserem Mainboard-Special erklären, handelt es sich bei dem Sockel um eine Art Einbau-Slot, in den die CPU hineinkommt.
In diesem Artikel
Wichtig ist, dass der Sockel der CPU und der des Mainboards identisch sein müssen. Im Falle von Intel kommt aktuell noch eine Einschränkung hinzu: die aktuellen Coffee Lake-CPUs wie der Core i5-8400 nutzen den Sockel 1151, laufen aber nicht auf älteren Sockel 1151-Mainboard mit den Chipsatzfamilien 100 und 200, sondern nur auf Hauptplatinen mit den neuen 300er-Chipsätzen.
Hier gibt es inzwischen auch mehr als nur den Chipsatz Z370, so dass ihr auch einige Mainboards unterhalb der 100-Euro-Grenze finden könnt. In unserer oben schon verlinkten Mainboardkaufberatung vom 15. April findet ihr zahlreiche passende Mainboards für Intels Coffee Lake-CPUs. Ebenfalls wichtig: die älteren Sockel 1151-CPUs der 6000er und 7000er-Familien laufen wiederum nicht auf den 300er-Mainboards. Hier gilt also: Augen auf! Bei AMD kam zusammen mit den Pinnacle Ridge-CPUs zwar auch der neue Chipsatz X470 auf den Markt - die neuen CPUs laufen aber auch auf älteren Sockel AM4-Mainboards. Beim Sockel AM4 gibt es also nicht so viel zu beachten.
Quelle: Gigabyte
Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming für Intel Coffee Lake
Die neuen Mainboards mit dem X470-Chipsatz fehlen in unserem oben genannten Special zwar noch, aber in einer News haben wir einige Infos zu Mainboards mit dem neuen Chipsatz zusammengefasst. Die beiden Enthusiasten-Sockel Intel 2066 und AMD TR4 sind nur für Spieler interessant, die genau wissen, dass eine der teureren CPUs bei bestimmten Anwendungen einen wichtigen Vorteil bietet. Im Alltag oder in Spielen bieten die teuren Enthusiasten-CPUs allerdings kaum Vorteile beziehungsweise erlauben zwar ein Leistungsplus, das aber extrem teuer erkauft werden muss. Die beiden Sockel 2066 und TR4 lassen wir daher bei unserer Kaufberatung außen vor. Solltet ihr aber wiederum ein Mainboard mit einem älteren Sockel als Intels Sockel 1151 oder AMDs Sockel AM4 besitzen, müsst ihr euch informieren, ob es im Handel noch eine passende, lohnenswerte CPU gibt. Je älter euer aktuelles Mainboard, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein kompletter Plattformwechsel die bessere Wahl ist, auch wenn ihr dabei mit Sicherheit neben CPU und Mainboard auch neuen Arbeitsspeicher benötigt. Unsere Foren-Community wird euch bei der Entscheidung sicher gerne helfen.
CPU-Kaufberatung: Kühlung und Übertaktung
Vor allem falls ihr vorhabt, den Prozessor zu übertakten, also den Takt der CPU manuell auf einen höheren Wert als den ab Werk vorgesehenen zu verstellen, gibt es einiges zu beachten. Zum einen ist es die Wahl des Mainboards. Bei AMDs Sockel AM4 sind theoretisch alle Mainboards und Ryzen-CPUs zum Übertakten geeignet - zu empfehlen ist aber eine Hauptplatine für nicht weniger als 100 Euro. Bei Intel ist es ein wenig komplizierter: zum einen lassen sich nur CPUs mit einem K hinter der Modellnummer übertakten, zum anderen ist zusätzlich auch ein Z-Chipsatz für das Mainboard nötig - im Falle eines Intel Coffee Lake Prozessors kommen also nur der Core i5-8600K und der Core i7-8700K in Frage, und zwar in Kombination mit einem Z370-Mainboard.
Quelle: PC Games Hardware
Intel Core i7-8700K
Zudem solltet ihr einen CPU-Kühler für 40 Euro oder mehr verwenden, damit die CPU nicht zu heiß wird und ihr nicht bereits bei einer kleinen Übertaktung scheitert. Schäden sind heutzutage zwar extrem selten, da es auch Schutzmechanismen gibt, die den PC abschalten oder den Takt senken, falls die CPU zu heiß wird. Aber mit einem guten Kühler sind höhere Taktwerte bei einer unkritischen Temperatur machbar, zudem wird der PC auch leiser als mit einem günstigen Kühler. Auch falls ihr nicht übertaktet, zahlt sich ein Kühler für 30 bis 40 Euro aus, wenn ihr einen leisen PC haben wollt.
CPU-Kaufberatung: unsere Empfehlungen
Für einen Spiele-PC sind aktuell die Intel Coffee Lake-Prozessoren die beste Wahl. Mit den AMD-CPUs bekommt ihr aber für das gleiche Geld oder sogar günstiger eine höhere Anzahl an CPU-Kernen oder Threads. Dies könnte sich in einer Weile auszahlen, da möglicherweise immer mehr Spiele auf eine höhere Anzahl an Threads hin optimiert werden. Auch wer häufig mehrere Anwendungen nebenbei geöffnet hat, kann von einer größeren Threadzahl profitieren. Ein klarer Kauftipp ist daher schwierig. Trotzdem haben wir folgende Empfehlungen für euch:
- im Preisbereich über 250 Euro sind ganz klar der Core i7-8700K oder der AMD Ryzen 7 2700X zu empfehlen. Beide CPUs kosten etwa 320 Euro, wobei AMDs Prozessor 16 Threads bietet, der Core i7 nur 12.
- zwischen 200 und 300 Euro gibt zwar gleich mehrere CPUs von AMD und Intel - unser Tipp ist aber ein Intel Core i5-8600K oder ein AMD Ryzen 2600X für jeweils etwa 220 Euro. Wer mehr ausgeben will, sollte direkt zu einer der beiden zuvor genannten 320-Euro-CPUs greifen.
- Unter 200 Euro ist für Spieler der Core i5-8400 (sechs Kerne, sechs Threads) der Sieger zu einem Preis von etwa 165 Euro. AMD hat wiederum den Ryzen 5 1600X zu einem ähnlichen Preis in petto, der ebenfalls sechs Kerne hat, aber auf gleich 12 Threads zurückgreifen kann. Auch der Ryzen 5 2400G schlägt sich sehr gut und kostet nur 130 Euro - er kann acht Threads gleichzeitig bearbeiten. Intels Core i5-8400 ist allerdings aktuell in Spielen stärker, meist sogar stärker als die beiden teureren Pinnacle Ridge-X-CPUs.
Ein Tipp zum Schluss: egal für welche CPU ihr euch entscheidet: ein passendes Mainboard muss nicht mehr als etwa 80 Euro kosten, außer ihr wollt übertakten oder benötigt ganz bestimmte Features, die ihr erst bei teureren Modellen findet.
