AMD Ryzen 2: Leistungsanalyse und Fazit
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Vor kurzem hat AMD vier neue CPUs auf den Markt gebracht: den Ryzen 5 2600 und 2600X sowie den Ryzen 7 2700 und 2700X. Wir haben die Leistung der vier Prozessoren anhand von mehreren bereits veröffentlichten Tests analysiert und geben euch auch auf Basis der Testergebnisse eine allgemeine Kaufberatung zu Prozessoren.
Leistungsanalyse und Fazit
Wir haben zahlreiche Test, die bereits auf Webportalen und von Hardware- oder Gamingmagazinen veröffentlicht wurden, in einer großen Analyse zusammengefasst, um ein statistisch möglichst zuverlässiges Durchschnittsergebnis herauszubekommen.
In diesem Artikel
Dabei haben wir Tests, die nur wenige Spiele oder Anwendungen getestet haben, ein kleineres Gewicht gegeben als Tests, die möglichst viele Games und Programme testeten - somit vermeiden wir, dass ein eher kleiner, möglicherweise mit besonderen Ausreißern versehener Test das Gesamtergebnis zu sehr beeinflusst.
Auch der Test unserer Kollegen der PC Games Hardware war in unserer Analyse natürlich mit dabei. Insgesamt waren freilich nicht in jedem Tests alle vier CPUs mit dabei, und manche Tests hatten leider auch nur wenige Spiele im Fokus der Analyse. Besonders wichtig waren uns Testergebnisse bei Spielen, die auch praxisnah sind - wir konzentrieren uns daher eher auf die Werte, die bei Full-HD (1920 mal 1080 Pixel) oder höheren Auflösungen zustande kamen.
Gerade bei Anwendungen gibt es sehr große Unterschiede: manch eine Anwendung profitiert extrem vom puren Taktwert einer CPU, die nächste Anwendung läuft dank besonders vielen Threads besonders schnell, und wieder andere Programme profitieren von einem Mix aus mehreren Faktoren. Es kann also sein, dass für ein Grafikprogramm eine CPU besonders gut geeignet ist, die bei einem Rendertool wiederum ganz weit hinten in der Leistungsliste landet. Daher lassen wir das Thema Anwendungen außen vor und konzentrieren uns auf Gaming. Doch auch hier gibt es ein ähnliches Problem wie bei Anwendungen: bei unserer stichpunktartigen Zusammenfassung verzichten wir bewusst auf exakte Prozentwert-Abstände der einzelnen CPUs. Denn da die Leistung je nach dem, welchen Spieletitel man betrachtet, enorm abweicht, macht es keinen Sinn, auf ein bis zwei Prozentpunkte genaue Abstände zu nennen. Die Ergebnisse unserer Testanalysen bezüglich der Spielepower sind folgende:
- Der AMD Ryzen 7 2700X kommt in Spielen sehr nah an den aktuellen Platzhirsch Intel Core i7-8700K heran - auch wenn es hier sehr vom Spieletitel abhängt. Manche Games nutzen nur wenige Kerne beziehungsweise Threads, so dass der Intel-Prozessor klar vorne liegt. Bei anderen Spielen liegt der Ryzen 7 2700X vorne, teilweise und vor allem bei einigen Anwendungen auch deutlich.
- AMD Ryzen 5 2600X liegt nur wenige Prozentpunkte hinter dem Ryzen 7 2700X - bei einem um 100 Euro günstigeren Preis bietet sich der AMD Ryzen 5 2600X daher für den preisbewussten Spieler deutlich eher an als der größere Bruder. Je nach dem, um welches Spiel es sich handelt, sind die deutlich teureren Core i7-CPUs der Intel Coffee Lake-Familie nur wenig besser.
- Trotzdem stellt Intel noch immer die Speerspitze dar: der Core i5-8400 liegt in Spielen vor dem etwa gleichteuren Ryzen 5 2600X und oftmal sogar vor dem Ryzen 7 2700X. Der Vorteil von AMD ist aber die höhere Anzahl an Threads, die im Zweifel eine bessere Zukunftssicherheit verspricht. Eine passende Auswahl ist also nicht leicht.
- Die Non-X-Modelle der neuen AMD-Generation (Ryzen 5 2600 und Ryzen 7 2700) standen nur bei wenigen Tests im Fokus - insgesamt bietet der Ryzen 5 2600 ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und ist den älteren Ryzen-Modellen vorzuziehen, der Ryzen 7 2700 hingegen ist für Spiele keine besonders gute Wahl, da er kaum weniger kostet als ein Ryzen 5 2700X und dabei auch noch schwächer ist als der deutlich günstigere Ryzen 5 2600X.
Unser Fazit: AMD kommt mit den neuen CPUs sehr nahe an Intel heran - bis auf den Ryzen 7 2700 sind die neuen Modelle allesamt für Gaming auch top in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis.
Quelle: PC Games Hardware
AMD Ryzen Pinnacle Ridge im Sockel eines Mainboards verbaut
Die Frage, welche CPU die Nase vorne hat, entscheidet daher euer Budget und am Ende sogar möglicherweise der jeweils aktuelle Tagespreis. In der Summe sind die beiden X-Modelle klar vorne in Sachen Preis-Leistung, was den AMD-internen Blick angeht. Auch im Vergleich zu den älteren Ryzen-Prozessoren spricht alles für die neuen Pinnacle Ridge-Modelle, außer man möchte unbedingt merkbar weniger als 190 Euro ausgeben. In diesem Falle ist nämlich ein AMD Ryzen 5 2400G sehr attraktiv für seinen Preis von nur gut 130 Euro, obgleich er nur vier Kerne (acht Threads) bietet. Wer zu AMD greifen will und sich vor allem für Spiele interessiert, dabei auch mehr als 200 Euro ausgeben kann, der greift am besten zum Ryzen 5 2600X für 230 Euro. Wer auch häufig Anwendungen betreibt, bei denen möglicherweise eine hohe Anzahl an Threads ein Vorteil sind, der nimmt den Ryzen 7 2700X und zahlt etwa 100 Euro mehr.
