13 Sentinels Aegis Rim im Test: A Dream in a Dream - Seite 4

Test Ronja Häußer Katharina Pache
13 Sentinels Aegis Rim im Test: A Dream in a Dream - Seite 4
Quelle: Sega

Mit dem Switch-Release von Vanillawares 13 Sentinels: Aegis Rim wird es Zeit im Test herauszufinden, was diesen preisgekrönten Titel so besonders macht.

Aegis Rim ist ganz klar die Geschichte der 13 Sentinels und wir sind nur Zuschauer. Das zeigt sich am limitierten Gameplay im Abenteuer-Modus. Mit dem linken Stick bewegen wir die Charaktere, mit dem A-Knopf interagieren wir mit Objekten oder Personen. Über den X-Knopf lesen wir die Gedanken der Figur zu bestimmten Stichpunkten, das war es dann auch schon. Die Orte des Geschehens sind kleine Vignetten in 2,5-D-Perspektive, Bewegungsspielraum und Interaktionen sind begrenzt. So begrenzt, dass nahezu immer nur eine Option bleibt.

Einen Erkundungsaspekt gibt es nicht. Die Story weiß, wo sie hinwill und wir können nur folgen. Viele Charakterstränge sind linear, manche haben Abzweigungen, die davon abhängen, wie wir uns in einer bestimmten Situation verhalten. Bestimmte Szenen wiederholen sich, allerdings nur auf den ersten Blick, denn die Charaktere erinnern sich an Erkenntnisse aus bereits abgeschlossenen Strängen. Der fehlende Erkundungsspielraum klingt erstmal wie eine Einschränkung, ist aber die richtige Entscheidung. Der Fokus auf eine stringente Struktur, erlaubt der vielschichtigen Handlung, sich in Ruhe zu entfalten. Würde der Spieler sich nicht völlig auf die Haupthandlung einlassen können, könnte diese ihr volles Potential nicht ausschöpfen.

Introjektion

Im Verlauf ihrer Geschichte füllt sich der Kopf der spielbaren Charaktere mit Gedanken zu bestimmten Stichwörtern. Trägt eine andere Figur ein X über ihrem Namen, können wir nicht nur mit ihr sprechen, sondern auch über einen Gedanken mit ihr interagieren. Quelle: PC Games Im Verlauf ihrer Geschichte füllt sich der Kopf der spielbaren Charaktere mit Gedanken zu bestimmten Stichwörtern. Trägt eine andere Figur ein X über ihrem Namen, können wir nicht nur mit ihr sprechen, sondern auch über einen Gedanken mit ihr interagieren. Während die Charaktere versuchen, ihre eigene Rolle zu verstehen, sehen wir als Spieler alle Erzählstränge und profitieren von den Erkenntnissen der Figuren. Die Herausforderung besteht darin, aus den Puzzleteilen ein Gesamtbild zu formen.

Das bedeutet nicht nur, den Charakter-Episoden zu folgen. Denn neben den 13 Protagonistinnen und Protagonisten gibt es fünf verschiedene Zeitzonen, in die sie reisen können. Dazu kommen Träume, Erinnerungen, Aufzeichnungen und die Tatsache, dass mehrere Charaktere an akuten Gedächtnisproblemen leiden.

Wir haben uns für unseren Durchlauf für die japanische Synchronisation entschieden. Wer möchte, kann aber auch mit Englischem Voice-Over spielen.  Quelle: PC Games Wir haben uns für unseren Durchlauf für die japanische Synchronisation entschieden. Wer möchte, kann aber auch mit Englischem Voice-Over spielen.  Der Vergleich mit einem Puzzle ist also sehr naheliegend. Besonders in den ersten zwei Dritteln wird immer gerade genug verraten, dass man nicht komplett verloren ist, aber nie so viel, dass man wirklich etwas verstehen würde, das motiviert zum Weitermachen. Wie bei einer investigativen Recherche müssen wir uns viele Namen, Daten und Informationen merken. Das Archiv ist eine gute Stütze, aber wer nicht bereit ist, sich zu konzentrieren und in die Handlung zu investieren, der wird nicht wirklich etwas daraus ziehen.

Der Plot an sich dürfte theoretisch gar nicht funktionieren: Zeitreisen sind ein komplexes narratives Mittel, das oft vergeigt wird. Und Vanillaware packt noch 13 Protagonisten und fünf Zeitsektoren obendrauf. Dennoch haben wir nach über 40 Stunden Spielzeit ein überzeugendes Bild der Geschehnisse sowie eine unfassbar gute Zeit hinter uns - und wir denken weiterhin über alles nach.

Kurz: Die Story ist nicht nur gut, sie ist fantastisch. Die deutschen Untertitel haben zwar selten mal ein paar grammatikalische Probleme, aber der gekonnte Schreibstil strahlt trotzdem durch.

Wichtig ist allerdings: Wer mit Sci-Fi nichts anfangen kann und bei wem sich schon bei der Erwähnung von Nanorobotern und Androiden die Nackenhaare sträuben, der wird mit der Handlung wahrscheinlich weniger glücklich sein. Und für die, die bei der Erwähnung von Kaiju und riesigen Mechs noch nicht draufgekommen sein sollten: 13 Sentinels: Aegis Rim zelebriert Anime. Das schlägt sich hauptsächlich in Figuren und Dialogen nieder. Haben wir erwähnt, dass es eine sprechende Katze gibt?

Menschenwerk

Auf ein paar Panty-Shots muss man sich ebenfalls einstellen. Generell ist 13 Sentinels: Aegis Rim aber wesentlich weniger explizit als vorherige Titel von Vanillaware. Selbst die Tatsache, dass Pilotinnen und Piloten aus Handlungsgründen im Adamskostüm in ihren Cockpits sitzen, wurde stilvoll umgesetzt.

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