Das Geheimnis hinter den Yoshi-Spielen: Die Bühne verändert sich, das Spiel bleibt gleich
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Während Yoshi optisch immer neue Wege geht, bleibt das eigentliche Spielgefühl überraschend vertraut. Genau dieser Kontrast zwischen kreativem Artstyle und konstantem Gameplay prägt die Reihe bis heute - und wirft die Frage auf, warum gerade hier so viel experimentiert werden darf.
Während andere Nintendo-Reihen auf Wiedererkennung setzen, scheint Yoshi gerade darin seine Stärke zu finden, sich immer wieder neu zu erfinden.
Bekanntes Spielgefühl, neue Verpackung
So konsequent sich die Yoshi-Reihe optisch immer wieder neu erfindet, so vertraut bleibt sie auf spielerischer Ebene. Denn unabhängig davon, ob die Welt aus Wolle, Pappe oder bald aus Aquarellfarben besteht, haben sich Yoshis Fähigkeiten über die Jahre kaum verändert. Noch immer verschlingt er Gegner, verwandelt sie in Eier und nutzt diese als Wurfgeschosse. Der Flatterflug gehört genauso zum festen Repertoire wie gelegentliche Verwandlungen, die für kleine spielerische Abwechslung sorgen.
Das ist keineswegs schlecht, im Gegenteil: Diese Mechaniken funktionieren seit Yoshi's Island zuverlässig und geben der Reihe eine klare spielerische Identität. Und doch entsteht dadurch ein spürbarer Kontrast. Während sich die Präsentation von Spiel zu Spiel nahezu neu erfindet, bleibt das eigentliche Spielgefühl erstaunlich konstant. Neue Ideen zeigen sich meist eher im Leveldesign oder in kleinen Gimmicks - selten aber in grundlegenden Veränderungen.
Quelle: Nintendo
Yoshis Crafted World überraschte auf der Switch mit seinem besonderen Bastel-Look.
Genau hier wird die Besonderheit der Reihe greifbar: Yoshi-Spiele überraschen nicht primär durch das, was man tut, sondern durch die Art und Weise, wie es inszeniert ist. Jede neue Welt fühlt sich frisch an, obwohl die spielerische Grundlage vertraut bleibt. Oder anders gesagt: Bei Yoshi-Spielen ist es weniger das Gameplay, das sich weiterentwickelt, sondern mehr die Bühne und das Setting, wo es stattfindet.
Mehr als nur eine schöne Fassade
Spannend ist dabei vor allem, dass diese kreativen Brüche in der Präsentation bei Yoshi nicht nur akzeptiert, sondern oft sogar erwartet werden. Kaum jemand hinterfragt, warum der grüne Dino plötzlich durch eine Welt aus Wolle läuft oder sich in einer gebastelten Kulisse bewegt. Im Gegenteil: Genau diese Ideen machen den Reiz der Reihe aus. Bei Mario hingegen würde ein derart radikaler Stilwechsel fast schon befremdlich wirken, zumindest bei den Hauptspielen.
Quelle: Nintendo
Mit dem neuen Artstyle von Mario und Co. in Super Mario Bros. Wonder waren nicht alle zufrieden.
Ein gutes Beispiel ist hierfür Super Mario Bros. Wonder. Auch wenn sich der Look nur minimal zu den Vorgängern verändert hat, sorgte dies nicht bei allen Fans in der Community für Zuspruch. Natürlich gibt es auch Reihen wie Paper Mario oder Mario & Luigi, die einen extremeren Stilbruch wagen und dafür nicht unbedingt kritisiert werden. Der Unterschied zu den Yoshi-Games ist jedoch, dass sich bei den genannten Spin-off-Reihen auch das Genre und das Gameplay massiv verändern. Sie stellen mittlerweile komplett eigene Reihen dar, die dann auch wiederum ihrem Stil treu bleiben.
Quelle: PC Games
Die Paper-Mario-Reihe hat ihren ganz eigenen Look. Dafür unterscheidet sich aber auch das Gameplay massiv von den Jump'n'Runs und Plattformern.
Der Grund dafür liegt vermutlich vor allem in der Rolle, die die Yoshi- und Mario-Reihe innerhalb von Nintendo einnehmen. Mario ist das Aushängeschild, das, was Millionen Spieler sofort wiedererkennen sollen. Sein Design ist ikonisch, nahezu unantastbar. Große Experimente im Artstyle würden hier ein Risiko darstellen, nicht nur für die Identität der Reihe, sondern auch für ihre Wiedererkennbarkeit. Mario muss bewusst die breite Masse und die größtmögliche Zielgruppe ansprechen.
