Yoshi-Spiele sehen immer anders aus - von handgezeichnet bis Bastelwelt. Doch während sich der Look ständig verändert, bleibt das Gameplay oft gleich. Warum darf Yoshi so viel experimentieren, während Mario sich treu bleibt?
Super Mario ist nun seit 40 Jahren das Aushängeschild von Nintendo. Kaum eine andere Reihe steht so sehr für Konstanz und Wiedererkennung wie die um den ikonischen Schnauzbartträger. Und auch wenn sich die Spiele mit jedem neuen Teil trotzdem immer wieder ein Stück weit neu erfinden, bleibt im Kern alles vertraut.
Mal sind die Welten offener, mal geschlossener. Aber der Look, das Design und die gesamte Präsentation des heldenhaften Klempners folgen einer klaren Linie. Man weiß sofort, was man bekommt, und genau deshalb ist Super Mario bis heute auch so erfolgreich.
Bei Marios treuem Begleiter Yoshi sieht die Herangehensweise dagegen etwas anders aus. Die Yoshi-Spiele wirken fast wie ein kreatives Gegenstück zur etablierten Formel. Während Mario optisch selten große Risiken eingeht, scheint sich die Yoshi-Reihe mit jedem neuen Teil neu erfinden zu wollen.
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Mal wirkt alles wie mit Wachsmalstiften gezeichnet, dann wieder wie aus Wolle gestrickt oder auch aus Pappe und Alltagsgegenständen zusammengebastelt. Kaum eine Nintendo-Reihe verändert ihren Artstyle so radikal und konsequent.
Quelle: PC Games
Zeitlos schön: Yoshis Island auf dem Super Nintendo ist ziemlich gut gealtert und macht heute immer noch Spaß
Und genau darin liegt die eigentliche Besonderheit der Yoshi-Spiele. Sie fallen weniger durch spielerische Revolutionen auf, sondern vor allem durch ihre Präsentation. Jede Welt wirkt wie ein neues kreatives Experiment. Aber warum darf Yoshi all das und Mario nicht? Dieser Frage gehen wir jetzt mal auf den Grund.
Vom Bilderbuch zur Bastelwelt
Dass sich die Yoshi-Spiele trotz der Genre-Verwandschaft schon immer klar von Mario-Games abheben wollten, zeigte sich bereits im ersten Abenteuer, Yoshi's Island auf dem Super Nintendo. Und ja, wir wissen: Streng genommen zählt Yoshi's Island noch zu den Mario-Games, weil es quasi Super Mario World 2 sein sollte - viel damit zu tun hatte es aber im Grunde nicht mehr.
Man könnte es auch als die Geburtsstunde des Yoshi-Franchises betiteln. Und der Look dieses Spiels ist bis heute immer noch wunderschön. Eine Welt, die aussieht wie handgezeichnet und ausgemalt mit Wachsmalstiften, fasziniert 2026 immer noch genauso wie vor 30 Jahren.
Quelle: PC Games
Yoshi's Story auf dem N64 war wie ein Pop-up-Buch gestaltet. Levels bestanden teils aus mehreren Seiten.
Yoshi's Story auf dem Nintendo 64 ging noch einen Schritt weiter und inszenierte seine Welten wie ein aufklappbares Pop-up-Bilderbuch. Jahre später griff Woolly World diese Experimentierfreude erneut auf und verwandelte alles in eine detailverliebte Stoffwelt, in der selbst Gegner wie gestrickt wirkten. Crafted World dachte das Prinzip weiter und baute seine Levels aus Pappe, Klebeband und Alltagsgegenständen zusammen. Es war wie eine Art spielbares Bastelprojekt.
Quelle: Nintendo
In Yoshi und das geheimnisvolle Buch erwartet uns wieder ein komplett neuer Artstyle.
Und auch mit Yoshi and the Mysterious Book, das im Mai erscheint, bleibt sich die Reihe in dieser Hinsicht treu. Diesmal deutet alles auf einen weichen Aquarell-Look hin, der die Levels wie lebendig gewordene Gemälde wirken lässt. Wieder ist es ein völlig neuer Stil und ein klarer Bruch zum Vorgänger, gleichzeitig aber ein Beweis dafür, wie sehr sich die Yoshi-Spiele über ihre visuelle Identität definieren.
