Ein geniales Rollenspiel-Meisterwerk kommt endlich für Switch - so geht man stilvoll in den Ruhestand!

Special Annika Menzel
Ein geniales Rollenspiel-Meisterwerk kommt endlich für Switch - so geht man stilvoll in den Ruhestand!
Quelle: Nintendo, PC Games

Eines der letzten großen Wii-U-Spiele schafft nun den Sprung auf die Nintendo Switch. Aber lohnt sich Xenoblade Chronicles X im Remaster heute noch, wenn man das Original nicht kennt?

Jedoch bekam ich zwischendurch immer wieder Dialogoptionen vorgesetzt, die den Gesprächsverlauf unterbrochen haben; kein Wunder, wenn plötzlich alles einfriert und in der Mitte des Bildschirms ein Kasten aufploppt.

Da hätte ich mir schon gewünscht, dass die Option im Anschluss wenigstens zu hören wäre, und nicht direkt die anderen Gesprächspartner auf meine Nicht-Aussage reagiert hätten. Aber die Debatte, ob man sich besser mit dem Protagonisten identifizieren kann, wenn er möglichst wenig Charakter zeigt, lassen wir mal ruhen.

Viel wichtiger ist schließlich die Frage danach, was wir in dem Spiel überhaupt machen. Und das war für mich tatsächlich überraschend! Denn im Gegensatz zu den anderen Spielen setzt Xenoblade Chronicles X weniger auf eine emotionale Geschichte als auf Missionen in der großen, weiten Spielwelt.

Eine Handlung gibt es natürlich trotzdem und auch die verschiedenen Charaktere, mit denen ich losgezogen bin, haben alle ihre charmanten Eigenheiten. Trotzdem scheint der Fokus mehr auf der Erkundung und dem Bekämpfen von Monstern auf dem Planeten Mira zu liegen.

Kampf mit Skell gegen einen Feind Quelle: Nintendo Der kam mir sofort vertraut vor, da ich schon beim allerersten Blick auf die Landschaft deutlich wurde, dass ich es hier mit Xenoblade zu tun habe. Die Reihe kann insgesamt durch ihr tolles Weltdesign ordentlich glänzen, zählt ansonsten allerdings nicht gerade zu den Grafikbomben.

Der neue Heimatplanet meiner Figur sieht im Remaster trotzdem ziemlich schick aus, da hat sich das Rumschrauben seitens Nintendo und Monolithsoft also gelohnt. Das hätte ich mir auch für die Figuren gewünscht, denn obwohl die Synchronisation gelungen ist, halten die Charaktere eher wenig von Mimik - ein einziger Gesichtsausdruck scheint ihnen zu reichen.

Aufpoliertes Kampfgeplärre

Was die Xenoblade-Reihe für mich neben den Welten besonders auszeichnet, ist das Kampfsystem. Auch wenn es sich von Teil zu Teil durch Besonderheiten unterscheidet, greifen die Figuren immer automatisch an und man selbst ist für bestimmte Aktionen zur richtigen Zeit verantwortlich.

Es dauerte also nicht lange, bis ich mich bei Xenoblade Chronicles X reinfuchsen konnte und direkt großen Spaß an den Kämpfen hatte. Zumindest, solange mich nicht irgendeine übermächtige Kreatur aus weiter Ferne ins Visier nahm, weil ich zu laut atmete. Aber na gut, auch das gehört irgendwie auch dazu.

Wenn ihr ganz neu in die Reihe einsteigen wollt, empfehle ich euch nicht nur, auf eure Umgebung zu achten - sondern auch einen der Hauptteile. Xenoblade Chronicles X ist für mich eine nette Abwechslung zu dem typischen Ablauf. Dadurch ist es aber auch eher etwas für Spieler, die schon welche der anderen Teile gezockt haben.

Die Stadt New Los Angeles Quelle: Nintendo Alte JRPG-Hasen werden im Gegensatz dazu ganz genau wissen, was sie erwartet, und auch genau das bekommen. Mit dem Unterschied, dass das Spiel optisch aufpoliert wurde und sogar ein paar kleine Ergänzungen mit sich bringt.

Nintendos Remaster- und Port-Strategie gefällt allerdings nicht jedem und auch bin skeptisch, wie viel Neuerungen und Verbesserungen nötig sind, um den verhältnismäßig hohen Preis solcher Spiele zu rechtfertigen.

Jedoch freue ich mich immer über die Möglichkeit, ältere Spiele nachholen zu können, die ich damals noch nicht auf dem Schirm hatte - vor allem, wenn es um Reihen wie Xenoblade geht, die mir mit der Zeit sehr ans Herz gewachsen sind. Transparenzhinweis: Die Version des Spiels wurde vom Publisher zur Verfügung gestellt.

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