Ein geniales Rollenspiel-Meisterwerk kommt endlich für Switch - so geht man stilvoll in den Ruhestand!

Special Annika Menzel
Ein geniales Rollenspiel-Meisterwerk kommt endlich für Switch - so geht man stilvoll in den Ruhestand!
Quelle: Nintendo, PC Games

Eines der letzten großen Wii-U-Spiele schafft nun den Sprung auf die Nintendo Switch. Aber lohnt sich Xenoblade Chronicles X im Remaster heute noch, wenn man das Original nicht kennt?

Kurz vor der sehnlichst erwarteten Nintendo Direct Anfang April, die endlich mehr Aufschluss zur Nintendo Switch 2 und neuen Spielen geben soll, wird Nintendo erneut zum Wiederholungstäter: Sie bringen noch ein Spiel von der Wii U auf die gute, alte Switch!

Konkret handelt es sich um Xenoblade Chronicles X (jetzt kaufen 59,99 € ), das ursprünglich 2015 erschienen ist und einen Metascore von 84 absahnen konnte. Damit wird das Spiel zum vierten Vertreter der Reihe, den ihr auf der noch aktuellen Hybridkonsole zocken könnt.

Für Fans ist das auf jeden Fall ein Grund zu Freude, schließlich kam der geistige Nachfolger vom ersten Xenoblade Chronicles damals sehr gut an. Aber lohnt sich die Definitive Edition für die Switch heute auch für Spieler, die das Original nicht kennen?

Genau das wollte ich rausfinden und knöpfte mir dafür das Remaster vor - und war trotz aller Gemeinsamkeiten mit den anderen Spielen überrascht, was mich dort erwartete.

Zwei Charaktere blicken auf die Welt Quelle: Nintendo

Moment, wo ist mein Anime-Gedöns?

Damit ihr meine Xenoblade-Erfahrung besser einschätzen könnt: Ich bin damals mit dem zweiten Teil in das Franchise eingestiegen, ein paar Monate nach seinem Release im Jahr 2017. Vorher hatte ich von der Reihe tatsächlich noch nie gehört, doch die Trailer und die begeisterten Berichte eines Freundes machten mich neugierig.

Also schnappte ich mir gleich mal die Collector's Edition, da sie zufällig im Angebot war, und brach nach Alrest auf. Schnell wurde mir klar, dass so ziemlich der ganze Inhalt der JRPG-Klischeekiste über dem Spiel ausgekippt wurde:

Charaktere im Anime-Stil und die weiblichen natürlich mit großen Brüsten, allerlei alberne und zum Teil peinliche Situationen, eine wirr durcheinanderschreiende Kampftruppe und vieles mehr - und was soll ich sagen, ich habe es geliebt!

Da war mir Xenoblade Chronicles 3, das ich vor knapp drei Jahren sogar für PC Games getestet habe, fast schon zu sparsam mit seinen Anime-Tendenzen. Das konnte dennoch nichts daran ändern, dass ich meine Freude mit dem Spiel hatte und die Charaktere bei ihrem verzweifelten Überlebenskampf um jeden Preis unterstützen wollte.

In den allerersten Teil spielte ich nur mal kurz durch das Remaster für die Switch rein. Der erinnerte mich eher an den dritten Teil, also etwas weniger überdreht, als es von mir aus sein dürfte. Mit X hatte ich also gar keine Berührungspunkte, obwohl der Release zwischen dem ersten und zweiten Teil lag.

So, da ihr jetzt wisst, womit ihr es hier zu tun habt, steigen wir mal richtig ein!

Ich wusste also, dass es sich bei Xenoblade Chronicles X um ein Remaster von einem Spiel handelt, dessen Handlung nicht direkt mit den anderen zusammenhängt - oh, und dass es Mechs gibt, auch wenn sie anders heißen.

Dass X seinen Fokus deutlich stärker auf die Sci-Fi-Aspekte als auf Anime-Tendenzen legt, überraschte mich also nicht allzu sehr. Versteht mich nicht falsch, man merkt dem Spiel schon die JRPG-Gene an, aber anscheinend haben sie sich damals noch nicht so sehr an die ganzen Klischees gewagt.

Bildergalerie

Schöne alte Welt

Besonders ungewohnt fand ich es, dass ich mir einen eigenen Charakter erstellen durfte. Schließlich schlüpfte ich bei den anderen Teilen immer in die Rolle von eigenständigen Figuren, die wie alle anderen in die Geschichte eingebunden waren. Xenoblade Chronicles X macht aus mir allerdings eine stumme, recht charakterlose Heldin mit Amnesie - hey, da haben wir ja doch eins der typischen Klischees! An sich stört mich das nicht allzu sehr.

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