Technik, Bedienung, Datenträger: Wir analysieren und spekulieren, was die nächste Xbox-Generation (Arbeitstitel: Xbox 720) zu bieten hat!
Technik
Quelle: http://www.cynamite.de
Höhle des Löwen: Im Microsoft-Komplex in Redmond, der einer Kleinstadt ähnelt, wird an der Xbox 720 gearbeitet.
Auch wenn Microsoft die Xbox 720 nicht nur an Grafik-Fetischisten verkaufen will (siehe „Bedienung“ und „Games“), muss sie doch auf dem neuesten Stand der Technik sein. Microsoft ist seit jeher mit führenden Anbietern von CPUs und Grafikchips im Gespräch, um die beste Hardware zu den günstigsten Konditionen bekommen zu können.
Setzte Microsoft bei der ersten Xbox noch auf einen Standard-Intel-Prozessor, nutzte man bei der Xbox 360 eine IBM-CPU. Der „Xenon“ auf PowerPC-Basis wurde von IBM exklusiv für die Xbox 360 entwickelt und beherrschte bereits ein Verfahren, um mehrere Threads gleichzeitig ausführen zu können. Jeder der drei Xenon-Kerne ist in der Lage, zwei Threads gleichzeitig zu bearbeiten.
Mittlerweile setzen alle Konsolenhersteller auf PowerPC. In der Wii schlummert „Broadway“, basierend auf der PowerPC 750CL-Architektur; die PS3 hat den Cell-Chip, der aus einem PowerPC-970-kompatiblen Kern besteht. Deshalb gehen wir davon aus, dass auch bei der Xbox 720 eine CPU auf PowerPC-Basis zum Einsatz kommt. Sie dürfte wie der Cell-Chip aus mehreren Prozessorkernen bestehen, also Multi-Threading unterstützen.
Auch der Einsatz einer CPU von Intel oder AMD wäre theoretisch denkbar. Allerdings ist Microsoft gewohnt, dass Hersteller ihre Chips für den Xbox-Einsatz modifizieren. Ob Intel oder AMD dazu bereit wären, bleibt abzuwarten.
Obwohl die Xbox 360 technisch alle HD-Bildformate unterstützt, laufen die meisten Xbox-360-Games „nur“ in der 720p-Auflösung (1.280 x 720 Pixel). Beim Nachfolger gehen wir davon aus, dass alle Games in der höchsten Auflösung (Full-HD mit 1.920 x 1.080 Pixel) laufen werden, die Xbox 720 dürfte das technisch schaffen.
Wer den leistungsfähigen Grafikchip produzieren wird, ist noch schwer zu sagen. Lieferte Nvidia die GPU für die erste Xbox, so kam der Grafikprozessor der Xbox 360 von ATI. Die AMD-Tochter ist für uns Favorit, da ATI dafür bekannt ist, preisgünstigere Chips herzustellen als Nvidia – und Microsoft die Xbox 720 wieder günstiger anbieten will als Sony die PlayStation 4.
Bezüglich der technischen Nähe zum PC wird sich Microsoft bei der Wahl des Grafikchips an der hauseigenen DirectX-Schnittstelle orientieren. Da einige DirectX-11-Features wie Tesselation (hardwareseitige Unterteilung von 3D-Flächen in Dreiecke) und Multi-Threading vom Xenon-Chip der Xbox 360 bereits beherrscht werden, rechnen wir bei der Xbox 720 eher mit DirectX-12-Features. Echtzeit-Raytracing – die nächste Revolution im Grafiksektor – trauen wir der Xbox 720 noch nicht zu.
