Das neue Actionspiel um Wolverine und Co. füllt die Story-Lücke zwischen dem zweiten und dritten Kinofilm. Spielerisch gibt's enttäuschende Magerkost ohne Höhepunkte.
Öde Prügeleien
Die Kämpfe werden nach wenigen Levels langweilig, da es nur wenige Kombos gibt und diese von Beginn an zur Verfügung stehen. Zwischen den Einsätzen verbessern Sie Ihre Mutanten zwar, doch beziehen sich die Upgrades auf passive Werte wie Lebensenergie oder Schadenswirkung. Abwechslung von den sich wiederholenden Prügeleien bieten gelegentliche, wenn auch mäßig inszenierte Bosskämpfe sowie Action-Adventure-Einlagen. Beispielsweise müssen Sie Schalter finden und drücken, um Maschinen an- beziehungsweise auszuschalten. Bei solchen Aktionen arbeiten Sie teilweise auch mit NPC-Helden zusammen. So deaktiviert Storm beispielsweise für Momente den Stromfluss von Generatoren, die Sie mit Wolverine in dieser Zeit (und von Gegnern bedrängt) zerstören müssen.
Auf dem Weg durch die Levels sammeln Sie Teile der so genannten Cerebro-Akten, mit denen Sie im Hauptmenü neue Heldenklamotten und Bonuslevels freischalten können. Diese Akten verstecken sich meist an schwer erreichbaren Stellen oder in zerstörbaren Gefäßen wie Kisten. Apropos: In den Umgebungen lösen sich viele Objekte in Einzelteile auf, wenn Sie darauf eindreschen. Toll anzusehen ist das zwar, aber einen spielerischen Nutzen hat das bis auf die erwähnten Verstecke für die Cerebro-Akten nicht.
Technische Rückmutation
Das Spiel inszeniert das Geschehen mit polygonarmen Umgebungen und groben Texturen. Auch Charaktere und Spezialeffekte machen im Vergleich zu anderen Actionspielen keine gute Figur, einzig die Animationen verdienen das Prädikat »sehenswert«. Aus Genretradition, Unvermögen oder einfach, um Spieler zu ärgern, gibt's stellenweise auch wieder die typischen Probleme mit den vom Spiel festgelegten, automatischen Kameraeinstellungen. Die wechseln im falschen Moment oder stehen in einem so doofen Winkel, dass die Übersicht flöten geht. Die Kamera lässt sich zwar geringfügig durch den Spieler bewegen, doch dient das lediglich zum Umschauen und hilft wenig.
Da Sie nicht speichern können, müssen Sie im Falle des Ablebens Ihres Helden die komplette Mission oder lange Passagen erneut absolvieren. Das nervt besonders dann, wenn Sie Aufträge mit Zeitlimit, etwa Bomben entschärfen, nur um Sekunden verfehlen. Diesbezüglich ist X-Men 3 bereits auf dem einfachsten der drei Schwierigkeitsgrade äußerst happig und fordert Spielern ein hohes Maß an Frustresistenz ab.
Georg Valtin
