X-Men 3

Test

Das neue Actionspiel um Wolverine und Co. füllt die Story-Lücke zwischen dem zweiten und dritten Kinofilm. Spielerisch gibt's enttäuschende Magerkost ohne Höhepunkte.

X-Men 3 In den Kinos tobt in X-Men 3 -- Der letzte Widerstand gerade die Entscheidungsschlacht zwischen guten Mutanten, bösen Mutanten und den Menschen. Was zwischen dem Ende des zweiten und dem Anfang des dritten Teils passiert ist, darüber können Kinobesucher nur mutmaßen. Fundierte Antworten erhalten Interessierte im PC-Spiel X-Men 3, in dem Sie die Ereignisse dieser Zeitspanne nachspielen. In Sachen Story ist der Titel damit zumindest für Fans der Filme sehr spannend, spielerisch gibt's durchschnittliche Actionkost mit ebensolcher Technik. Daher lebt X-Men 3 in erster Linie von der Lizenz und den damit verbundenen Charakteren, Schauplätzen und amerikanischen Originalsprechern.

Auf der Suche nach Antworten

Bevor Sie sich in den Kampf stürzen, absolvieren Sie zunächst ein Tutorial mit jedem der spielbaren Charaktere Wolverine, Iceman und Nightcrawler. In diesen Übungslektionen geht's vor allem um die Handhabung der besonderen Kräfte, etwa Nightcrawlers Teleportation oder Icemans Eisstrahl. Für die Steuerung eignet sich ein Gamepad erwartungsgemäß deutlich besser als die Maus-Tastatur-Kombo. Trotzdem steuert sich gerade Iceman, der auf einem Eisstrahl durch die Gegend schwebt, sehr schwammig.

Da das Spiel auf eine Erklärung der bisherigen Ereignisse verzichtet, sollten Sie zumindest X-Men 2 gesehen haben, um die Story zu verstehen. Zunächst kehren Sie zu Strykers Geheimanlage am Lake Alkali zurück, um eventuelle Restkomponenten der durch den Dammbruch zerstörten Cerebro-Anlage sicherzustellen. Doch was eigentlich eine verlassene Ruine sein sollte, ist überraschenderweise ein gut gesichertes Areal voller Bösewichte. Zudem stellen sich Ihnen Bossgegner in den Weg, die eigentlich längst in der Hölle schmoren sollten. Angesichts solch wundersamer Auferstehungen fragt sich natürlich nicht nur Wolverine, ob Jean Grey am Ende des zweiten Films wirklich gestorben ist, was das für neue Feinde sind und wer zum Geier eigentlich dahinter steckt.

Massenhaft Doofköppe

Die KI der Gegner ist nicht überragend, die meisten Schurken ergeben sich willentlich in das Schicksal des harmlosen Prügelknaben. Immerhin schaffen es einige Feinde, Ihren Angriffen ab und zu auszuweichen. Solange Sie in Bewegung bleiben, verursachen die meisten feindlichen Nahkampfattacken nur ein paar Luftverwirbelungen. Gefährlicher sind Schützen, die mit Gewehren, Raketenwerfern und Co. deutlich häufiger treffen. Allerdings sind die Fernkämpfer mit dem Bewegungsdrang einer Schlaftablette ausgestattet, sodass sie bei flinken Nahkampfangriffen schnell zu Boden gehen.

Die fehlende Klasse der Widersacher kompensiert das Programm dadurch, dass es Ihren Helden teils schon unfaire Massen an Schurken entgegenschickt. Frei nach der alten Weisheit »Viele Jäger sind des Hasen Tod« wird es entsprechend brenzlig, wenn Sie von den Bösewichtern in die Enge getrieben werden. Dabei gibt sich X-Men 3 noch nicht einmal die Mühe, die Gegner geschickt in den Levels zu verteilen. Oft gibt es mehrere Teleport-Punkte, an denen immer wieder neue Feinde auftauchen. Wenn kein Schurke mehr steht beziehungsweise Sie das Portal zerstört haben, geht es weiter zum nächsten dieser Punkte -- und das abwechlungsarme Spiel beginnt erneut.

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