Wolfenstein 2 im Test - Seite 2 - Zwischen ballern und schleichen

Test Felix Schütz 26,99 €
Wolfenstein 2 im Test - Seite 2 - Zwischen ballern und schleichen
Quelle: PC Games

Bethesdas Anti-Nazi-Shooter im großen Test: Warum auch die deutsche Version von Wolfenstein 2 eine erstklassige Fortsetzung geworden ist, klärt der Test.

Dafür kehrt eine coole Besonderheit aus The New Order zurück: Zu Spielbeginn wählt ihr aus zwei Zeitlinien aus, indem ihr bestimmt, welcher eurer Kameraden - Wyatt oder Fergus - die Ereignisse aus dem Vorgängerspiel überlebt hat. Spielerisch macht sich das durch eine unterschiedliche Waffe bemerkbar, ihr erhaltet entweder ein Lasergewehr oder einen coolen, ferngezündeten Granatwerfer. Die Wahl des Mitstreiters ist außerdem deutlich in vielen Zwischensequenzen und Dialogen spürbar, sogar auf einige Nebenaufgaben wirkt sich die Entscheidung aus und auch die Endsequenz variiert leicht im Tonfall. Ein guter Anlass, um Wolfenstein 2 ein zweites Mal durchzuspielen!

Wolfenstein 2 im Test: Schießen oder schleichen - macht doch was ihr wollt!

Wenn ihr nicht gerade der Story folgt, erkundet ihr lineare, angenehm abwechslungsreiche Levels, unter anderem geht es diesmal ins nuklear verseuchte Manhatten, nach New Orleans, ins bizarr nazifizierte Roswell und in verschiedenste Bunker, Waffenlager und andere unterirdische Anlagen. Die Levels strotzen vor Details! Überall gibt es Propaganda-Plakate, Werbetafeln, handgeschriebene Notizen, Postkarten und vieles mehr zu entdecken, die das Wolfenstein-Universum mit Leben füllen und selbst die Regime-Gegner glaubhaft machen. Empfehlenswert: Häufiger mal an Feinde ranschleichen und deren Gesprächen lauschen - die sorgen für Atmosphäre! Machine Games setzt sein verrücktes Szenario mit viel Liebe zum Detail um. Unbedingt alle Gespräche anhören! Quelle: PC Games Machine Games setzt sein verrücktes Szenario mit viel Liebe zum Detail um. Unbedingt alle Gespräche anhören!

Euer Missionsziel ist stets vorgegeben, doch fast immer könnt ihr euch aussuchen, ob ihr mit roher Waffengewalt oder schleichend vorgehen wollt. Die Stealth-Spielweise funktioniert dank eines durchdachten Leveldesigns mit Geheimgängen und versteckten Pfaden ähnlich gut wie im Vorgängerspiel The New Order, fällt diesmal allerdings kniffliger aus: Euer Ziel beim Schleichen ist es, feindliche Regime-Kommandanten möglichst auszuschalten, bevor sie Alarm auslösen und dadurch massenhaft Verstärkungstruppen in den Level spawnen - doch oft ist der Weg zu ihnen arg unklar und man wird schneller von feindlichen Patroullien entdeckt, als einem lieb ist.

Wolfenstein 2: The New Colossus: Test, Zensur, Season Pass und mehr - alle Infos! Quelle: PC Games Blutiger Ballerspaß: Die Gewalt ist ungeschnitten. Spätestens wenn ein Alarm ausgelöst wird, muss man sich den Weg freischießen. Hierzu steht euch ein gut austariertes Waffenarsenal zur Verfügung, neben einer praktischen Axt für brutale Nahkampfangriffe und Maschinenpistolen über Sturmgewehre bis hin zur Schrotflinten oder einem tragbaren Mini-Raketenwerfer ist alles Shooter-Übliche dabei. Hinzu kommen vier schwere Knarren wie ein Minigun oder ein Laserstrahler, die zwar nur begrenzt nutzbar sind, die Action aber kräftig aufheizen. Das Waffengefühl ist gut und wuchtig, die Schießereien machen jederzeit Spaß und sind verdammt blutig geraten. Zur Erinnerung: Die Gewalt in Wolfenstein 2 ist auch hierzulande 100% ungeschnitten!

B.J. bewegt sich schneller als im Vorgängerspiel und steuert sich schön präzise, einzig das Springen fällt umständlich aus - in Sachen Tempo und Bewegungsfreiheit hat id Softwares großartiges Doom deutlich die Nase vorn! Das Spielgefühl ist mit Maus und Tastatur allerdings etwas besser, weil präziser als mit dem Gamepad: Obwohl Wolfenstein 2 im Test auf allen drei Plattformen eine tolle Figur macht, geben wir der PC-Fassung aufgrund der genaueren Steuerung leicht den Vorzug.

Wolfenstein 2 im Test: Kniffliger als der Vorgänger

Mit der Axt erledigt ihr solche Roboter im Nahkampf mit einem Treffer. Quelle: PC Games Mit der Axt erledigt ihr solche Roboter im Nahkampf mit einem Treffer. Wolfenstein 2 ist auf dem normalen Schwierigkeitsgrad ein gutes Stück kniffliger als sein Vorgänger. Selbst auf der zweiten von ingesamt sieben (!) Schwierigkeitsstufen schießen die Gegner präzise und ist B.J. erst einmal eingekesselt, liegt er meist binnen weniger Sekunden im Staub. Auf höheren Stufen werfen Gegner häufiger Granaten, nutzen Deckungen geschickter, kreisen den Spieler auch mal ein, während die Gegner auf der leichtesten Stufe meist frontal in unser Mündungsfeuer latschen. Wir haben die meiste Zeit auf der dritten Stufe gespielt und dabei in einigen Momenten kräftig geflucht - das Balancing von Wolfenstein 2 ist leider nicht immer ganz rund. Umso besser, dass man den Schwierigkeitsgrad zu jedem Zeitpunkt im Optionsmenü ändern kann! Ebenfalls löblich: Ihr dürft auf allen drei Plattformen jederzeit speichern, auf dem PC ist auch ein Quicksave per F5-Taste möglich - das entschädigt für die spärlich verteilten Checkpoints.

Wolfenstein 2 im Test: Akimbo und Kampfmods

Wie im Vorgänger könnt ihr auch zwei Waffen gleichzeitig einsetzen, diesmal lassen sie sich sogar durchmischen - das ist zwar ausgesprochen nützlich, allerdings fällt die Waffenauswahl für beide Hände etwas fummelig aus, das macht sie im Eifer des Gefechts manchmal unpraktisch. Eine Zeitlupe während der Waffenauswahl, wie man sie zuletzt in Doom erlebt hat, wäre ideal für Wolfenstein 2! Tatsächlich gibt es diese Funktion sogar, allerdings nur in Form einer speziellen Kampfmod-Verbesserung, die man frühestens in der Mitte des Spiels erhält.
Wolfenstein 2 fällt spürbar knackiger aus als sein Vorgänger. Den Schwierigkeitsgrad darf man zum Glück jederzeit wechseln. Quelle: PC Games Wolfenstein 2 fällt spürbar knackiger aus als sein Vorgänger. Den Schwierigkeitsgrad darf man zum Glück jederzeit wechseln.

Kampfmods umfassen gleich mehrere solcher Verbesserungen und unterstreichen drei grundlegende Spielweisen: Schleichen, taktisches Vorgehen und rohe Gewalt. Mit den Pythongurten kann sich B.J. beispielsweise durch winzige Schächte zwängen und sich so ungesehen durch die Levels mogeln. Die Donnerfäuste erlauben es dem Helden, durch brüchige Wände zu rammen und Gegner niederzutrampeln. Und mit dem Schlachtenläufer-Upgrade kann B.J. per Tastendruck praktische Stelzen ausfahren, mit denen er höhere Ebenen erreichen kann. Das sind gute Ideen, die aber ruhig noch mehr Einsatz vertragen hätten - man erhält sie einfach etwas zu spät.

Wolfenstein 2 im Test: Upgrades und Vorteile

Alle Standard-Waffen dürfen wir mit bis zu drei Upgrades versehen. Quelle: PC Games Alle Standard-Waffen dürfen wir mit bis zu drei Upgrades versehen. Andere Neuerungen wirken sich dagegen von Anfang an aus: Ähnlich wie im Vorgänger verbessert B.J. während des Spielens seine Fähigkeiten, etwa indem er eine bestimmte Anzahl Kopftreffer erzielt oder Feinde lautlos im Nahkampf ausschaltet. Dafür gibt's passive Boni, die sich diesmal sogar in mehreren Rängen steigern lassen - das ist ingesamt besser gelungen als in The New Order.

Ebenfalls neu: B.J. findet in den Levels nun nicht nur tonnenweise Bonuszeug zum Sammeln, etwa Briefe, Goldbarren und schrill eingedeutschte Musikstücke ("Mond, Mond, ja, ja!"), sondern erstmals auch wichtige Waffenverbesserungen. Mit diesen Upgrades kann B.J. seine Knarren bis zu drei Mal aufmotzen. So feuert die Maschinenpistole auf Wunsch etwa stärkere, langsamere Geschosse, das Sturmgewehr erhält ein Zielfernrohr und die Pistole einen Schalldämpfer. Nützlich!

  1. Seite 1 Wolfenstein 2 im Test - Seite 1 - Story und Charaktere
  2. Seite 2 Wolfenstein 2 im Test - Seite 2 - Zwischen ballern und schleichen
  3. Seite 3 Wolfenstein 2 im Test - Seite 3 - Technik und Zensur
  4. Seite 4 Wolfenstein 2 im Test - Seite 4 - Switch-Umsetzung und Wertung
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk