Wo Long im Test: Als hätten Nioh und Sekiro ein Kind bekommen
Test 30,80 €
Team Ninja veröffentlichte heute ihren brandneuen Titel Wo Long: Fallen Dynasty, der Niohs spaßigen Hack and Slash-Combat mit dem Parieren-System aus From Softwares Sekiro verbinden möchte. Ob das dem Studio gelungen ist, erfahrt ihr bei uns im Test.
Ansonsten findet man beim Erkunden markierte Positionen, an denen man die eigene Flagge aufstellen kann. Die größeren Flaggen steigern die Moralstufe und lassen uns aufleveln, unsere Magie ändern und sonstige Dinge. Die kleineren hingegen erhöhen nur unsere Moralstufe. Je höher die Moral, desto mehr Schaden verursachen wir und können wir einstecken. Das gilt auch für unsere Widersacher. Einen Gegner der Moralstufe 15 zu besiegen, während man selbst bei Moralstufe fünf feststeckt, ist nicht einfach.
Genug Moral für die Truppen
Die Flaggen fungieren auch als Speicherpunkt. Ein netter Quality-of-Life-Touch: Wir können eine Mission zu jeder Zeit verlassen, um später bei der letzten Flagge zu erscheinen, ohne, dass Fortschritt verloren geht. Das ist besonders hilfreich, wenn ein bestimmtes Gebiet noch zu schwierig für unsere derzeitige Stärke ist und wir in anderen Missionen erst ein paar Stufen aufsteigen wollen. Viel mehr Quality of Life ist von Wo Long jedoch ansonsten nicht zu erwarten. Gegenstände lassen sich nur umständlich vergleichen und auch sonst gibt es nervige Systeme, die zwar den Spielspaß nicht komplett verderben, jedoch wesentlich besser hätten umgesetzt werden können.
Zumindest mit den Flaggen wird der fleißige Abenteurer also belohnt und zusätzlich kann die gegnerische Moralstufe gesenkt werden, wenn man Zauberer und Anführer abseits vom Hauptpfad besiegt. Wo Long möchte sowohl in Handlung als auch Gameplay vermitteln, dass wir nur Teil eines größeren Kampfes sind, da darf das passende Koop-System nicht fehlen.
Quelle: Koei Tecmo/Team Ninja
In die verschiedenen Gebiete des Spiels gelangen wir über dieses Menü, die Handlung selbst ist in verschiedene Akte eingeteilt.
Verschenktes Potenzial an allen Ecken
Das gesamte Spiel könnt ihr entweder allein oder mit bis zu zwei Freunden durchspielen. Auch Invasionen sind möglich und überall auf der Karte findet ihr kleine Flaggen, die signalisieren, wo ein anderer Spieler zu Boden ging. Besiegt ihr den Gegner, der dafür verantwortlich war, werdet ihr mit einem Gegenstand entlohnt. Ein System wie in Nioh, bei dem man den eigenen Charakter als NPC-Helfer für andere Spieler hinterlassen konnte, gibt es anscheinend jedoch nicht.
Wo Long: Fallen Dynasty ist eine Mischung aus Nioh und Sekiro, hängt beiden Spielen jedoch schlichtweg hinterher. Das bedeutet aber nicht, dass Team Ninjas neuer Titel schlecht ist. Wenn man das Kampfsystem vollständig nutzen kann - und das ist meistens möglich - macht es Spaß, einen Boss in Sekunden plattzumachen, indem man jeden Angriff erfolgreich vorhersieht und die eigenen Attacken nahtlos einfließen lässt. Auch an Dingen wie dem Stufenaufstieg, der auf der Fünf-Elemente-Lehre basiert, wird deutlich, wie viel Liebe im Titel steckt. Allerdings verschenkt Wo Long dieses Potenzial in vielen Aspekten, dabei hätte das Spiel noch so viel mehr sein können.
Quelle: Koei Tecmo/Team Ninja
Das Menü zum Stufenaufstieg ist definitiv sehr hübsch anzusehen und man merkt, dass sich Team Ninja hier einige Gedanken gemacht hat.
Allerlei technische Probleme trüben den Spielspaß
Obendrein legt Wo Long auf dem PC alles andere als eine gute Performance an den Tag. Wer Wild Hearts zur Veröffentlichung auf dem PC gespielt hat, weiß, was auf ihn zukommt. Etwa verlangsamt sich das Spiel an einigen Stellen drastisch, wodurch es beinahe wie in Zeitlupe abläuft. Bei einem Titel, der auf präzises Timing zum Parieren setzt, ist das besonders frustrierend.
Auch sonst ist die Performance am PC schlecht, so lässt sich das Frame-Rate-Cap nicht entfernen und an einigen Stellen werden die 60 FPS gar nicht erreicht. Es gibt derzeit zudem Probleme, wenn man den Titel mit Tastatur und Maus spielen möchte. Abgestürzt ist das Spiel zumindest nicht und die Performance lässt sich durch die Grafikeinstellungen verbessern, doch gegen die größeren Probleme hilft nur ein Patch. Dass Wo Long mit einem Preis von 70 respektive 95 Euro für die Deluxe Edition zu Buche schlägt, ist in dieser Hinsicht besonders frustrierend.
Wer ein paar Stunden mit einem spaßigen Kampfsystem verbringen, hübsch gestaltete Gebiete erkunden und sich mit imposanten historischen Figuren anfreunden möchte, der begeht mit Wo Long keinen Fehlkauf. Das gilt vorwiegend für Spieler, die sowieso jegliche Genre-Vertreter spielen und sowohl die Nioh-Reihe als auch alle Kreationen von From Software schätzen. In der heutigen Zeit gibt es aber nun einmal jede Menge grandiose Spiele, von denen sich Wo Long: Fallen Dynasty schlichtweg nicht abzuheben vermag. Ein Must-Have ist Team Ninjas neues Spiel nicht.
