Warhammer: Chaosbane in der Vorschau - Warum uns die Beta noch nicht überzeugt
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Warhammer-Fans bekommen mit Chaosbane ein waschechtes Hack & Slay im Stil von Diablo serviert. Vielversprechend! Doch nachdem wir die Beta stundenlang gespielt haben, bleiben wir mit gemischten Gefühlen zurück: Chaosbane macht vor allem im Koop-Modus Spaß, verlässt sich aber zu sehr auf seine Lizenz. Spielerisch ist die Genre-Konkurrenz schon deutlich weiter. UPDATE: Jetzt mit großem Vorschau-Video!
Die Idee, ein Hack & Slay mit Warhammer zu vermählen, ist nicht neu. Allein: Gemacht hat's bislang keiner. Umso besser, dass sich mit Eko Software endlich mal ein Studio traut, ein modernes Action-RPG mit der Lizenz auf die Beine zu stellen! Dafür ließ sich das französische Team, das bislang vor allem für die Zombie-Survival-Action How to Survive bekannt ist, von den Großen des Genres inspirieren. Warhammer: Chaosbane steht klar in der Tradition von Diablo 3, alle wichtigen Genre-Zutaten sind drin: Effektreiche Talente, tonnenweise Gegner und jede Menge Loot. Doch reicht das heutzutage noch? Auf PC und PS4 haben wir die Beta-Version ausführlich gespielt und ziehen ein erstes Fazit. Update: Der Artikel umfasst jetzt auch ein großes Vorschau-Video.
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Warhammer: Chaosbane Beta Test - Das steckt drin
In der Closed-Beta-Version von Warhammer: Chaosbane (jetzt kaufen 8,78 € / 26,99 € ), die auch für Vorbesteller verfügbar ist, dürfen wir den ersten Akt der Story durchspielen. Der lässt uns die Abwasserkanäle, Keller und Gruften unter der Stadt Nuln erkunden, wo wir hunderte von Nurgle-Dämonen plattmachen, dabei bis Level 20 aufsteigen und am Ende noch einen großen Bosskampf absolvieren. Enthalten sind zwei der vier geplanten Klassen: Der Soldat und der Hochelfen-Magier. Ersterer ist ein typischer Nahkämpfer, der mit Schwert und Schild draufkloppt, Ausweichrollen hinlegt und viele Treffer einstecken kann. Beim Anspielen macht die Kriegerklasse allerdings noch eine durchwachsene Figur: Das Trefferfeedback wirkt schwammig, den Attacken fehlt es an Wucht, manchmal scheint es fast so, als gingen unsere Schläge einfach durch die Gegner hindurch, während sich die Lebensbalken langsam leeren. Kein Vergleich zu einem Diablo 3, in dem man sich vom ersten Klick an als mächtiger Fantasy-Superheld fühlt - hier sollten die Entwickler auf jeden Fall nachbessern!
Der Hochelfen-Magier macht da einen deutlich flotteren Eindruck. Er teilt bevorzugt mit Fernzaubern aus, darunter Feuerbälle, Blitze, Druckwellen, Flammenwerfer, Wirbelstürme und vieles mehr - das alles hat man zwar schon zigfach in anderen Hack & Slays gesehen, spielt sich aber gut und ist obendrein deutlich schicker in Szene gesetzt als beim Soldaten. Nebenbei verfügt der Magier auch über die Fähigkeit, sich über kurze Strecken zu teleportieren. Praktisch, wenn uns die hübsch animierten Monstermassen mal wieder eingekesselt haben! Jede Klasse verfügt außerdem über eine Anzeige, die sich während der Kämpfe füllt; hat man genug Energie gesammelt, kann man kurzzeitig eine Art Wut-Modus aktivieren, wodurch man für ein paar Sekunden besonders heftig austeilt.
Zaubern und lenken
Anders als in den Konsolenversionen von Diablo 3 gibt es keine schnelle Ausweichrolle für jeden Helden, der rechte Analogstick auf dem Gamepad erfüllt dafür eine andere Funktion. Hier ein Beispiel: Der Magier kann einen magischen Orb erzeugen, der normalerweise nur geradeaus fliegt und dabei an Wänden abprallt. Betätigt man allerdings den rechten Analogstick (oder hält am PC die Leertaste gedrückt), lässt sich der letzte abgefeuerte Orb auch direkt kontrollieren - man lenkt ihn dann einfach auf einen beliebigen Gegner und lässt ihn dort, dadurch verliert der Feind kontinuierlich Lebenspunkte. Das ist einerseits originell, fühlt sich aber auch ein bisschen so an, als würde man mit einem Radiergummi durchs Bild fahren. Der Schwierigkeitsgrad fällt auf der normalen Stufe ohnehin sehr einfach aus, im fertigen Spiel können wir aber aus ganzen zehn Stufen wählen. Da dürften dann auch Profis auf ihre Kosten kommen.
Quelle: PC Games
Trotz vertonter Dialoge bleiben Story und Quests in der Beta unauffällig.
Auf dem PC zeigte die Maus-Tastatur-Steuerung noch ein paar Detailschwächen, weshalb wir schnell auf das Gamepad umgestiegen sind. Bis zum Release bleibt aber noch genug Zeit, um hier die nötigen Verbesserungen einzubauen - etwa dass der Held bei einem Linksklick plus Shift-Taste nicht einfach weiterläuft, sondern stehenbleibt und angreift.
Quelle: PC Games
Der Endboss der Beta erfordert ein wenig Taktik. Wer nur draufkloppt, hat keine Chance.
Gut gefallen hat uns dafür der erste große Bosskampf gegen den "Great Unclean" am Ende der Beta. Dieser fette Riesendämon ist mit einfacher Haufdrauf-Methode nicht zu schaffen, stattdessen müssen wir überlegt vorgehen: Der Fleischberg feuert regelmäßig einen gezielten Energiestrahl auf uns ab, dem wir ausweichen müssen, ohne (!) uns dabei hinter einer Wand zu verstecken, denn andernfalls wird die Mauer dabei zerstört. Das wäre allerdings fatal, denn wenig später kotzt der Dämon eine riesige Giftwelle in den Raum, die wir nur überstehen, wenn wir hinter einer der Mauern in Deckung gehen - besonders im Gruppenspiel muss man hier seine Figur gut im Griff haben!
Simple Klassen, massig Skills
Mit jedem besiegten Gegner sammeln wir Erfahrungspunkte und steigen im Level auf. Dabei schalten wir genau wie in Diablo 3 eine große Auswahl an aktiven Talenten und passiven Eigenschaften frei, die wir auf mehrere Slots verteilen. Wie im Blizzard-Vorbild gibt es von jedem Skills außerdem mehrere Varianten, die wir jederzeit ein- und auswechseln können. Aus einem Feuerball wird so beispielsweise im Handumdrehen ein dreigeteiltes magisches Geschoss. Im Unterschied zu Diablo 3 kosten alle Fähigkeiten allerdings Punkte, sobald man sie in einem Slot einsetzt: Ein Stufe-1-Zauber verbraucht etwa 4 Punkte, während die verbesserte Stufe-2-Version dagegen 8 Punkte verschlingt. Deswegen muss man sich den Pool gut einteilen und nur die Fähigkeiten mitnehmen, die man auch wirklich braucht.
Quelle: PC Games
Von jedem Skill gibt es hochstufigere Varianten, die aber Punkte aus unserem Pool verbrauchen.
Zusätzlich gibt es noch einen verzweigten Talentbaum, den sogenannten God Skill Tree. Hier geben wir Aufstiegspunkte sowie bunte Edelsteine aus, die wir als Zufallsbelohnung durch Kämpfe erhalten, um passive Verbesserungen und eine Handvoll aktiver Fähigkeiten freizuschalten. Leider bestehen viele der Upgrades aus winzigen Boni (1 Prozent mehr Schaden, 1 Prozent mehr Rüstung, usw...), das hat in der Beta noch nicht sonderlich motiviert. Mit den sogenannten "Segen" ist zwar noch eine weitere Verbesserungsmechanik enthalten, die in der Beta allerdings noch nicht freigeschaltet ist.
Einfaches Beutesystem
Bei der Beute gibt sich Warhammer: Chaosbane klassisch: Besiegte Gegner hinterlassen weiße, blaue oder seltene gelbe Gegenstände, mit denen wir unsere Helden regelmäßig neu ausrüsten. Das Charaktersystem fällt allerdings sehr simpel aus: Die vorgefertigten Charaktere kommen mit gerade mal drei Grundwerten aus, nämlich Attack, Defence und Utility. Hinter jedem dieser Basisattribute verbergen sich eine Reihe unterschiedlicher Eigenschaften wie kritische Trefferchance, Energieregeneration oder die Dropchance für seltene Beute. Das ist einsteigerfreundlich und ideal für alle jene, die nicht zuviel Zeit mit der Charakterverwaltung verbringen, sondern lieber schnell zurück in die Action wollen. Doch wer nach Path of Exile oder Grim Dawn ein Charaktersystem mit mehr Tiefgang erwartet, dürfte mit Chaosbane kaum glücklich werden. Auch bleibt es fraglich, ob die Beutespirale auf diese Weise im Endgame überzeugen kann - wird es beispielsweise legendäre Items oder Sets geben, mit denen wir unsere Helden richtig unterschiedlich spielen können? Hier lassen wir uns gerne von der fertigen Testversion überraschen!
Quelle: PC Games
Im soliden Beutesystem könnte noch viel ungenutztes Potenzial stecken.
Einen Händler haben wir in der Beta übrigens noch nicht angetroffen. Es gibt lediglich einen NPC, bei dem wir überflüssige Beute eintauschen können, als Belohnung erhalten wir beispielsweise Edelsteine oder selten eine passive Eigenschaft, die wir im Talentemenü ausrüsten können. Eine Schnellreise, mit der wir flott zurück in die Stadt kommen, konnten wir jedoch nicht entdecken. Stattdessen müssen wir jede Mission am Stück spielen, der Fortschritt wird also nicht gespeichert, wenn wir unterwegs den Einsatz abbrechen.
Lokaler Koop mit guten Ideen
Das vergleichsweise schlichte Charaktersystem hat aber auch sein Gutes: Wir können das gesamte Spiel entweder alleine oder aber auch im Koop-Modus mit bis zu drei weiteren Spielern bestreiten, sowohl online wie auch lokal an einem PC oder einer Konsole. Für das lokale Spielen mit mehreren Leuten hatten die Entwickler eine klasse Idee: Anstatt die Menüs wie im Singleplayer über den kompletten Bildschirm einzublenden, nehmen sie im lokalen Koop nur ein Viertel des Screens ein. Texte und Menüobjekte fallen dadurch zwar wesentlich kleiner aus, bleiben aber noch gut genug lesbar. Absolut praxistauglich!
Quelle: PC Games
Clever: Im lokalen Koop für bis zu vier Spieler belegen die Menüs nur ein Viertel des Bildschirms.
Außerdem cool: Hat ein Spieler gerade das Inventar oder das Talentemenü geöffnet, läuft die eigene Spielfigur automatisch den aktiven Partymitgliedern hinterher. So kann man sich also zwischendurch ganz in Ruhe um seinen Charakter kümmern, ohne dass die Party auf den Spieler warten muss. Clever! Ein störendes Detail gibt's aber doch: Obwohl die Beute auf die jeweiligen Klassen zugeschnitten ist, können Partymitglieder trotzdem alles looten - urplötzlich hat man da ein rappelvolles Inventar, nur weil der Kumpel nebenan sorglos die Items aufklaubt.
Starke Lizenz in dunklen Kerkern
Die Spielwelt wirkt in der Beta noch ziemlich leblos und statisch. In der Stadt können wir nur eine Handvoll Räume betreten, legen dabei für jede Quest die immergleichen Wege zurück, optionale Dialoge gibt es da (noch) nicht. Beim Auftraggeber holen wir nur die nächste Mission - und dann geht's direkt zurück in die Kanalisation. Die stockfinsteren Dungeons sehen sehr stimmungsvoll aus, auch wenn wir uns an manchen Ecken schon etwas zu sehr an Diablo 3 erinnert fühlen. Nach einer Weile werden die Umgebungen allerdings auch langweilig, da uns der gesamte erste Akt der Beta im Grunde nur in die gleichen Verließe führt. Nur ein einziges Mal und auch nur für wenige Minuten lässt man uns bei Tageslicht kämpfen: Ein winziger, linearer Levelabschnitt führt uns durch einen oberen Teil der Stadt, wo die Grafik bei heller Beleuchtung einen deutlich hübscheren Eindruck hinterlässt als in den beengten Dungeons. Da bleibt zu hoffen, dass das fertige Spiel mehr Abwechslung und vielleicht auch weitläufigere Areale auf Lager hat.
Quelle: PC Games
Nur ein kurzer Level spielt in der Beta bei Tageslicht. Der sieht auch prompt einladender aus.
Auch die Story müsste noch eine ganze Ecke zulegen. Keiner der Dialoge blieb uns im Gedächtnis, keine Aufgabe gab uns das Gefühl, Teil einer interessanten Plots zu sein. Bücher, Schriftrollen, spannende Zufallsereignisse? Bislang Fehlanzeige. Hier haben Path of Exile oder Grim Dawn zweifellos auch ihre Schwächen, schaffen es aber trotzdem, mit ihren einfachen Mitteln mehr Atmosphäre aufzubauen. Klar: Wem die Story ohnehin egal ist, kann darauf herzlich pfeifen! Doch ohne seine typisch-martialischen Designs - wie etwa bestimmte Kostüme, mit Stacheln übersäte Mauern oder Kanaldeckel in Schädelform - könnte man die Beta vermutlich auch spielen, ohne überhaupt zu merken, dass es sich um ein Warhammer-Spiel handelt.
Beta und Release - wie geht's jetzt weiter?
Warhammer: Chaosbane befindet sich derzeit in der geschlossenen Beta-Phase, die für Vorbesteller zwischen dem 7. und 13. März zugänglich ist. Eine zweite Beta-Phase startet im April. Das fertige Spiel erscheint am 4. Juni 2019 für PC, Xbox One und PS4, wer die teureren Deluxe- oder Magnus-Fassungen kauft, kann bereits am 31. Mai loslegen. Der Preis für die Standard-Fassung liegt bei 50 Euro für die PC-Version, die Konsolenfassung kostet die üblichen 60 Euro. Zusätzlich erscheint das Spiel noch einer digitalen Deluxe Edition (55 Euro PC, 65 Euro PS4/XBO) und einer digitalen Magnus Edition (70 Euro PC, 80 Euro PS4/XBO). Einen guten Überblick über die Inhalte der drei digitalen Versionen findet ihr auf der offiziellen Website von Warhammer: Chaosbane. Wer zehn Euro drauflegt, kann sich die Magnus-Edition auch als physische Boxed-Version zulegen, die auch ein Artbook in Leder-Optik enthält.
Closed Beta im Test: Unser Fazit
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