Warhammer 40,000: Dark Heresy: Mehr Taktik, weniger Chaos

Special Tanja Barth
Warhammer 40,000: Dark Heresy: Mehr Taktik, weniger Chaos
Quelle: Owlcat Games

Die Kämpfe in Dark Heresy wirken fokussierter und taktischer als in Rogue Trader. Statt nur Gegner wegzuklicken, müssen wir Positionierung, Moral und besondere Aufgaben im Blick behalten.

Das Kampfsystem erinnert weiterhin klar an Rogue Trader, wurde für Dark Heresy aber an einigen Stellen stärker fokussiert. Die Gefechte wirken dadurch etwas zielgerichteter und weniger überladen, ohne die taktische Grundlage komplett über Bord zu werfen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Moral. Jede Figur besitzt einen eigenen Moralwert von -10 bis +10. Sinkt die Moral eines Gegners weit genug, kann er gebrochen werden, fliehen oder im schlimmsten Fall sogar seine eigenen Leute angreifen. Umgekehrt können besonders hohe oder niedrige Moralwerte spezielle Fähigkeiten auslösen, was Kämpfen noch einmal eine zusätzliche Dynamik verleiht.

Auch die Einflusszonen bringen noch einmal etwas mehr Würze in die Kämpfe. Jede Figur kontrolliert einen bestimmten Bereich um sich herum, auf den verschiedene Fähigkeiten reagieren können. Besonders interessant wird das im Zusammenspiel zwischen Psionikern und der Pariah-Gefährtin. Ihre bloße Anwesenheit reicht schließlich aus, um psychische Kräfte in ihrer Nähe zu unterdrücken. Wer also gern mit Warp-Kräften um sich wirft, sollte gut überlegen, wo er sie auf dem Schlachtfeld platziert.

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Dazu kommt die Konzentrationsmechanik. Wenn Gegner etwa eine Granate werfen oder einen Gefangenen töten wollen, passiert das nicht immer sofort. Stattdessen haben wir ein kurzes Zeitfenster, um ihre Konzentration zu unterbrechen. Das sorgt für kleine, aber feine taktische Entscheidungen mitten im Kampf.

Auch Rüstung funktioniert etwas anders als noch in der Alpha. Sie dient als eigene Schutzleiste, regeneriert sich aber nicht mehr automatisch jede Runde. Wer seine Panzerung wiederherstellen will, muss also auf Fähigkeiten, psionische Kräfte oder Verbrauchsgegenstände zurückgreifen. Dadurch fühlt sich Schutz im Kampf deutlich weniger selbstverständlich an und will besser eingeplant werden.

Ob ihr richtig steht, seht ihr... wenn der Gegner fällt: In Warhammer 40.000: Dark Heresy entscheidet vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden die richtige Positionierung über Sieg oder Niederlage. Quelle: Owlcat Games Ob ihr richtig steht, seht ihr... wenn der Gegner fällt: In Warhammer 40.000: Dark Heresy entscheidet vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden die richtige Positionierung über Sieg oder Niederlage.

Mehr Spaß im Kampf

Ein wichtiger Punkt beim Kampfsystem: Nicht jeder Kampf läuft einfach darauf hinaus, alles umzuhauen, was sich bewegt. Dark Heresy lockert die Kämpfe immer wieder mit allerlei Zusatzaufgaben auf, die ihr mitten im Gefecht erfüllen müsst.

Mal müssen wir Geiseln retten, mal Gegner lebend gefangen nehmen, Warp-Risse schließen, bestimmte Objekte zerstören oder dafür sorgen, dass eine wichtige Person den Kampf überlebt. Dazu kommen optionale Ziele, die zusätzliche Entscheidungen und Risiken ins Spiel bringen.

Gerade dieser Ansatz gefällt uns richtig gut. Die Kämpfe wirken dadurch bewusster designt und fügen sich besser in die Story des Spiels ein. Schließlich sind wir hier nicht einfach nur eine schwer bewaffnete Abrissbirne des Imperiums, sondern Akolythen der Inquisition. Und die sollen gelegentlich auch Antworten liefern, nicht nur Leichenberge.

Viel Potenzial trotz Beta-Baustellen

Nach unserem Ausflug in die Beta sind wir bei Warhammer 40.000: Dark Heresy ziemlich positiv gestimmt. In der Alpha ließ sich noch nicht ganz erkennen, wohin die Reise am Ende gehen soll. Die Beta zeichnet nun ein deutlich klareres Bild und zeigt, wie Owlcat das fertige RPG aufbauen möchte.

Ganz rund läuft das Ganze natürlich nicht. Einige Bosskämpfe wirken unfertig, manche Mechaniken funktionieren noch nicht sauber und auch an der Balance muss bis zum Release noch ordentlich geschraubt werden. Das ist bei einer Beta aber wenig überraschend.

In Warhammer 40k: Dark Heresy wird nicht nur gekämpft. Immer wieder stoßen wir auch auf Rätsel und Ermittlungsaufgaben, bei denen unser Team gefragt ist. Quelle: Owlcat Games In Warhammer 40k: Dark Heresy wird nicht nur gekämpft. Immer wieder stoßen wir auch auf Rätsel und Ermittlungsaufgaben, bei denen unser Team gefragt ist. Viel wichtiger ist: Der erste Eindruck stimmt. Besonders gut gefallen hat uns die Mischung aus spannenden Inquisitions-Ermittlungen, moralisch-politischen Entscheidungen, übersichtlichem Charakterbau und abwechslungsreichen Kämpfen. Dark Heresy braucht zwar auf jeden Fall noch Feinschliff, doch die Beta hat unsere Vorfreude auf das fertige Spiel schon jetzt ordentlich angeheizt.

Die große Stärke von Dark Heresy scheint schon jetzt klar zu sein: Die Entscheidungen haben spürbar mehr Gewicht. In diesem Punkt geht Owlcat offenbar sogar noch einen Schritt weiter als bei Rogue Trader. Schon die Frage, in welcher Region wir zuerst aufschlagen, um unsere Ermittlungen zu beginnen, hat spürbare Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Geschichte. Das sorgt natürlich für mehr Spannung und schraubt den Wiederspielwert von Dark Heresy ordentlich nach oben.

Freut ihr euch schon auf Warhammer 40.000: Dark Heresy? Oder hattet ihr sogar schon selbst die Gelegenheit, einen Blick in die Beta zu werfen? Nutzt gern die angebotene Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zum Thema mit. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei YouTube, Instagram und TikTok.

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