True Crime: New York City

Test

Hochgerüstete Gangs, Kartelle, randalierende Vegetarier: Doch das wahre Verbrechen lauert VOR Ihrem PC ...

Farbiger Held rast durch Riesenstadt, jagt Autos, schießt um sich: Klingt wie GTA San Andreas, ist's aber nicht. Sondern True Crime -- New York City, ein Actionspiel, in dem Sie als Undercover-Cop für Recht und Ordnung sorgen. Oder auf die dunkle Seite der Polizeimacht abrutschen.

Guter Bulle, schlechter Bulle

Städtebaulich erinnert True Crime 2 an Der Pate: Wir laufen und fahren durch ein riesiges New York -- das ebenfalls düster-hässlich wie die Nacht ist. Zum Glück sind die Vehikel (die wir einfach requirieren) flotter als die Mafia-Karren. Außerdem können wir in U-Bahn oder Taxi steigen, um sofort ein Hauptstory-Ziel zu erreichen. Verpassen dann aber Nebenaufträge, die per Polizeifunk reinkommen: Da randalieren Vegetarier vor einer Metzgerei, entführt ein Schlimmfinger einen Linienbus, prügeln sich Obdachlose.

Diese Verbrechen bekämpfen wir grundsätzlich auf zwei Arten: Die erwähnten renitenten Gemüsefans etwa können wir entweder mit Polizeimarke und Warnschuss zur Raison bringen und verhaften. Das ist die gute Variante. Oder wir schießen gar nicht erst in die Luft, sondern gleich auf die Demonstranten. Das ist die böse. Halbböse geht aber auch: Per Zoomfunktion zielen wir auf Beine oder Arme, um das Opfer auszuschalten, aber nicht zu eliminieren.

Die böse Methode ist grundsätzlich leichter, hat aber einen Haken: Wenn wir zu oft mit Kanonen auf Spatzen schießen oder Zivilisten verletzen, greifen uns irgendwann auch Passanten an. Deren Aggression legt sich erst, wenn wir eine Weile brav waren.

Elf Finger sollt Ihr sein

Wenn das Hip-Hop-Menü in den Sound-Einstellungen umfangreicher ist als die Steuerungs-Optionen, sind wir vorsichtig. Mit Recht: True Crime 2 hat eine kriminelle Steuerung. Die Konsolenumsetzung unterstützt zwar Maus und Tastatur, doch die Maus-Sensibilität ist selbst auf der höchsten Stufe viel zu niedrig -- beim Testen müssen wir die Maus einen gefühlten Meter bewegen, damit sich unser Alter Ego um 90 Grad dreht. Hinzu kommen zig umständliche Tasten-Kombinationen, die gerade bei Prügeleien wichtig sind.

Bleibt das Gamepad: Hier sind die Buttons aber ebenfalls blödsinnig belegt und nicht zu konfigurieren -- so mussten wir zum Schießen etwa den zentral angebrachten Start-Knopf drücken.

Die verkorkste Steuerung ist umso ärgerlicher, weil das Spiel ansonsten durchaus Laune machen könnte. Der Mix aus Rasen, Schießen, Prügeln und Fähigkeiten-Verbessern (an Schießbuden etc.) ist nämlich schön abwechslungsreich.

Martin Deppe

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