Test zu Trials of Mana: Alte Qualitäten, neue Stärken - so muss ein Remake sein!

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Test zu Trials of Mana: Alte Qualitäten, neue Stärken - so muss ein Remake sein!
Quelle: Square Enix

Mit Trials of Mana legt Square Enix einen Klassiker neu auf, der bei uns gar kein Klassiker ist: Das SNES-Rollenspiel war bis 2019 Japan-exklusiv, schaffte es erst im Rahmen der Switch-Spielesammlung Collection of Mana erstmals übersetzt auch nach Deutschland. Da stellt sich natürlich die Frage: Kann ein Remake eines so alten Spieles auch dann überzeugen, wenn die rosarote Nostalgiebrille gezwungenermaßen wegfallen muss? Diese und alle weiteren Fragen klären wir in unserem Test plus Video!

Remakes und kein Ende: Nach Resident Evil 3 und Final Fantasy 7 Remake steht mit Trials of Mana gleich das dritte Revival eines 1990er-Klassikers an. Wobei, in unseren Breitengraden kann man das Spiel wohl kaum als solchen bezeichnen. Während der Vorgänger Secret of Mana auch hierzulande Spielerherzen begeisterte (respektive in der misslungenen Neuauflage von 2018 schockierte), blieb Trials von 1995 bis zum Jahr 2019, als es im Rahmen der Collection of Mana für Nintendo Switch erstmals auch bei uns erschien, dem japanischen Markt vorbehalten.

Einerseits ist es natürlich schade, dass wir auf ein anno dazumal vielgelobtes Abenteuer so lange verzichten mussten. Andererseits erlaubt es uns einen unverklärten Blick auf die Neuauflage, während wir der Frage nachgehen, ob der Titel stimmig ins neue Jahrtausend transportiert wurde und auch als modernes Japano-Rollenspiel funktioniert.

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Die kurze Antwort: Ja! Die lange Antwort ist deutlich wortreicher, und unter diesen Worten finden sich Begriffe wie "massenweise Charme", "tolle Atmosphäre", "spaßiges Gameplay" und viele, viele weitere, welche es zu einem wahren Vergnügen machen, Trials of Mana (jetzt kaufen 49,99 € / 43,99 € ) zu spielen. Im Kern macht Trials of Mana nichts Herausragendes. Es ist aber so kompetent und liebevoll gestaltet, dass man ihm selbst die durchaus vorhandenen Mängel gerne verzeiht.

Nicht jeder kann ein Held sein

Die Geschichte rund um den Manabaum und den drohenden Untergang der Welt ist nicht kreativ, sie wird aber schön erzählt. Quelle: PC Games Die Geschichte rund um den Manabaum und den drohenden Untergang der Welt ist nicht kreativ, sie wird aber schön erzählt. Schon vor Spielstart wartet Trials of Mana mit einer spannenden Idee auf: Welche drei Figuren unserer Party angehören, entscheiden wir selbst. Uns stehen sechs potenzielle Gruppenmitglieder zur Auswahl: Durand, ein Kämpfer, Angela, eine Magierin, Kevin, ein Tank, Charlotte, eine Heilerin, Adlerauge, ein Dieb und Resi, eine klassische Allrounderin. Nicht nur hat unsere Wahl durch die verschiedenen Stärken und Schwächen der potenziellen Protagonisten Auswirkungen auf das Gameplay, auch bezüglich der Geschichte gibt es Unterschiede. Je zwei Figuren teilen sich einen von drei primären Antagonisten, welcher in unserem Spieldurchgang die Bösewicht-Titelrolle einnimmt, hängt davon ab, wen wir als Haupthelden wählen. Die anderen Fieslinge und die abgewählten Begleiter treten stattdessen in Nebenrollen in der Erzählung in Erscheinung.

Außerdem verfügt jede Figur über eine individuelle, spielbare Vorgeschichte und Abläufe und Zwischensequenzen unterscheiden sich je nach Party teilweise deutlich. Sogar ganze Areale bleiben uns vorenthalten, wenn wir bestimmte Helden nicht in unsere Gruppe gewählt haben! Im Großen und Ganzen bleibt's zwar freilich immer dieselbe Kampagne, trotzdem sorgen all diese Aspekte dafür, dass auch über die anständige Dauer von über 30 Stunden hinweg für Wiederspielwert gesorgt ist.

Mana of Mana

Die Handlung bietet das, was man sich von einem klassischen Japano-Rollenspiel erwartet: Die Welt ist in Gefahr und wir sind wieder einmal die einzigen, die ihren Untergang verhindern können. Wie man das von der Mana-Reihe kennt, dreht sich alles um die Leben spendende, titelgebende Mana-Energie nebst Göttin des Mana und das legendäre Manaschwert. Große Überraschungen darf man sich hier nicht erwarten, aber jede Menge Emotion, zerrissene Familienbanden und verratene Freundschaften.

Was Trials of Mana wunderbar gelingt: Obwohl es mit all diesen Klischees aufwartet, versinkt es nicht in einer Kitschtirade und erzählt seine Geschichte angenehm zurückgenommen. Wo gerade in der Final-Fantasy-Reihe spätestens seit Final Fantasy 13 alles bombastisch sein muss und die Figuren weniger in ganzen Sätzen und vielmehr mit stockenden Atemgeräuschen und emotionsgeladenen Seufzern kommunizieren, während pompöse Orchesterklänge wirren Nonsens untermalen, bringt Trials of Mana die Geschichte von einst ins Jahr 2020, ohne dass sie ihren simplen Charme einbüßt. So, wie der Titel Zwischensequenzen, Dialoge und andere erzählerische Aspekte umsetzt, wären die Macher 1995 wohl auch vorgegangen, hätten sie damals über die technischen Möglichkeiten von heute verfügt. Diese perfekte Melange aus alten und neuen Qualitäten zeigt sich aber nicht nur hier, sondern zieht sich durch das gesamte Spiel.

Schön anzusehen und anzuhören

Das Design der Figuren wirkt, als hätte man die Artworks des Originals zum Leben erweckt. Generell ist die Grafik des Abenteuers sehr stimmig. Quelle: PC Games Das Design der Figuren wirkt, als hätte man die Artworks des Originals zum Leben erweckt. Generell ist die Grafik des Abenteuers sehr stimmig. So ist etwa auch die bunte und sehr stimmige Comic-Grafik modern, aber verleugnet ihre Wurzeln nicht. Die Figuren wirken so, als hätte man die Artworks von einst nur leicht modernisiert und zum Leben erweckt. Das gilt auch für die Städte, Dungeons, Dörfer und all die anderen Areale, die wir samt frei drehbarer Kamera erforschen. Etwas übertrieben hat man es mit dem für JRPGs üblichen Fanservice in Form von viel nackter Haut, vor allem im Rahmen alles anderer als alltagstauglicher Kleidung. Und warum Bienen sexy Frauenkörper haben, will uns auch nicht so recht einleuchten. Aber ob einen das stört, ist natürlich ein sehr subjektiver Aspekt, Trials of Mana hätte den Fanservice aber schlicht nicht nötig gehabt.

Kaum jemand wird sich wohl über den Soundtrack beschweren, dem sowohl in Originalfassung als auch in einer überarbeiteten Remake-Version gelauscht werden kann. Beide Varianten haben ihren Charme, im Menü wechseln wir jederzeit problemlos zwischen den Fassungen. Lediglich gegen Ende hin hätten wir uns während einer Quest, die uns durch mehrere Areale führt, etwas mehr Varianz geführt, den hier ertönt durchgehend dieselbe, etwas eintönige Melodie.

Gelungen ist die Sprachausgabe, die sowohl in Japanisch als auch in Englisch verfügbar ist. Zwar sind nicht alle Dialoge vertont, aber ein Großteil davon und ausnahmslos jede Zwischensequenz. Wir haben vor allem mit der englischen Tonspur gespielt und bis auf wenige Ausreißer machen alle Sprecher einen guten Job. Schön für all jene, die nicht nur gerne dem Japanischen lauschen, sondern der Sprache sogar mächtig sind: Auch sämtliche Texteinblendungen lassen sich umstellen, ohne dass man dafür zuerst umständlich die Systemsprache der Konsole ändern muss.

Neue Kämpfe braucht das Land

In einer Hinsicht unterscheidet sich Trials of Mana markant vom Urspiel, jedoch auf sinnvolle Weise: Das Kampfsystem wurde generalüberholt. Wer Secret of Mana kennt, weiß, wie das Echtzeitsystem einst funktionierte - wir schlugen mit unserer Waffe zu, dann lud sich eine Prozentanzeige wieder auf und anschließend konnten wir wieder losschnetzeln. Magie, Fähigkeiten, Items und Co. wurden via Ringmenüs geregelt, während der Bildschirm einfror. Dieser Aspekt gilt weiterhin, nur, dass wir dank Shortcuts auf Wunsch nun auch ohne Pausieren des Spielgeschehens Zugriff auf diverse Helferlein haben. Ansonsten ist das alte Kampfsystem aber Geschichte. Wir visieren Feinde an, nutzen einen starken und einen schwachen sowie einen aufgeladenen Angriff, weichen mit einer Rolle aus und erleben generell deutlich actionreichere Keilereien als früher. Zwischen unseren drei Heroen können wir jederzeit frei wechseln. Mit den Schultertasten lösen wir mächtige Spezialangriffe aus, die erst wieder einsatzbereit sind, wenn wir eine entsprechende Leiste durch Standardattacken wieder aufgefüllt haben. Im Kern funktionieren die Gefechte sehr simpel, sie machen aber viel Spaß. Wer Ni No Kuni 2 oder das erste Kingdom Hearts kennt, hat einen ungefähren Eindruck davon, wie sich die Auseinandersetzungen anfühlen.

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  2. Seite 2 Trials of Mana im Test, Seite 2: Schwierigkeitsgrad, Bosse, Upgrade-System, Meinung, Wertung und mehr
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