Transport Fever 2 im Test
Test 34,99 €
Wir schauen uns im Test zu Transport Fever 2 die Weiterentwicklung der Wirtschaftssimulation an, die in vielen Belangen verbessert wurde.
Asien und Tropen
Wie wir eben bei der Beschreibung der Kampagne schon angedeutet haben, geht es in Transport Fever 2 nicht nur nach Amerika und Europa, sondern auch nach Asien. Dafür haben die Entwickler dem Spiel ein komplett neues Fahrzeugset mit zahlreichen neuen Lokomotiven, Waggons, Flugzeugen, Schiffen, Bussen und vielem mehr spendiert. Die Modelle der Transportmittel stammen dabei vor allem aus der Verkehrsgeschichte von Ländern wie Russland, China und Japan. Im freien Spiel könnt ihr natürlich wählen, welches der Sets ihr benutzen wollt, oder ihr greift alternativ auf den kompletten Fuhrpark aller drei Kontinente zurück.
Neu ist mit der tropischen Klimazone auch ein drittes Biom, das das Landschaftsangebot zusätzlich zum gemäßigten und trockenen Gebiet abrundet. Das Besondere am tropischen Kartendesign ist, dass sich damit wunderbare Insellandschaften erstellen lassen, die ganz anderen Anforderungen an ein Transportnetzwerk stellen, als die kontinentalen Ebenen der gemäßigten Zone. Wie die Karten letztlich aussehen, hat der Spieler beim Erstellen eines freien Spiels selbst in der Hand. Dazu werden über Schieberegler die Häufigkeit von Hügeln, Wasser, Wald, Canyons und Inseln festgelegt. Außerdem besteht die Wahl aus vier verschiedenen Kartengrößen sowie vier verschiedenen Stufen der Dichte von Städten und Industrien.
Wie sich die gewählten Einstellungen auswirken, zeigt sich in einer praktischen Kartenvorschau an. So erhält der Spieler noch vor dem Start einen Eindruck vom Layout der Karte, der Verteilung der Städte und Industrien. Das erspart das lästige Neustarten und wieder Beenden von stets neuen Partien, bis die zufällig zusammengestellte Karte gefällt. Wer noch mehr Kontrolle über das Aussehen der Karte haben möchte, kann sich den nun integrierten Editor zu Nutze machen. Dieser stellt umfangreiche Werkzeuge zur Verfügung, mit denen der Kreativität kaum Grenzen gesetzt sind. Ein Fest gerade für Schönbauer, die auf jedes noch so kleine Detail ihrer virtuellen Anlage Einfluss haben möchten.
Quelle: PC Games
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Schick, aber Instabil
Zu dieser noch größer gewordenen Kontrolle über Details zählt auch die neue Option, die Kalendergeschwindigkeit zu beeinflussen. Es lässt sich jetzt nämlich einstellen, wie schnell das Datum der virtuellen Spielwelt im Verhältnis zur eigentlichen Spielgeschwindigkeit voranschreitet. Das ist besonders vor dem Hintergrund wichtig, dass mit fortschreitenden Jahren ja immer modernere Fahrzeuge freigeschaltet werden. Der Datumsfortschritt lässt sich auch komplett einfrieren. Wer also zum Beispiel dauerhaft im Zeitalter der Dampflokomotiven bleiben möchte, hat nun sehr einfach die Möglichkeit dazu.
Damit sich noch mehr Modellbahn-Feeling einstellt, haben die Entwickler auch an Optik noch ein paar Verbesserungen vorgenommen. Neben der schicken Vegetation fällt das vor allem in den Städten auf, die jetzt deutlich vielfältiger und detailreicher aussehen. Auch ändert sich das Stadtbild je nach Jahr deutlich. So werden aus Ansammlungen einfacher Häuser mit der Zeit Straßenschluchten mit Wolkenkratzern und Glasfassaden. Auch an der Kleidung der Passanten auf den Straßen lässt sich die jeweilige Zeit immer sehr gut erkennen.
Besonders viel Liebe zum Detail steckt natürlich auch wieder in den Modellen der Fahrzeuge, die für die Illusion der virtuellen Modellbahn natürlich unerlässlich sind. In Kombination mit den zu jedem Fahrzeug passenden Soundeffekten, besticht auch Transport Fever 2 wieder mit einer stimmigen Atmosphäre, die zur Faszination des Spiels beiträgt. Da die Entwickler natürlich auch wieder vollen Mod-Support bieten, inklusive Anbindung an den Steam-Workshop, dürften Enthusiasten nicht lange vergeblich nach eventuell fehlenden Elementen wie bestimmter Fahrzeuge, Gebäude oder sonstigem suchen. Aber egal ob nun Schönbauer oder Fan von Wirtschaftssimulationen, Transport Fever 2 gehört zu den Highlights des Genres.
Der größte Wehrmutstropfen auf all diesen positiven Eindrücken ist allerdings die Instabilität des Spiels. Es ist uns während des Tests sehr häufig passiert, dass sich das Spiel sang und klanglos ohne jede Fehlermeldung verabschiedet hat und wir wieder auf dem Desktop waren. Zeitweise traten die Abstürze so häufig auf, dass wir die Autosave-Intervalle auf zwei Minuten runter drehen mussten, damit nicht ständig aller Fortschritt verloren geht. Wirklich nachvollziehen konnten wir das Verhalten der Abstürze nicht. Manchmal lief das Spiel über viele Stunden ohne ein einziges Problem, ein anderes Mal kracht es drei Mal innerhalb von wenigen Minuten. Dieser grobe technische Schnitzer kostet dem Spiel im Endeffekt auch eine Award-würdige Wertung. Hoffentlich können wir Entwickler hier noch mit Patches nachbessern.
